Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Im Fokus steht ein neuer Schulverein
Mecklenburg Bad Doberan Im Fokus steht ein neuer Schulverein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:59 15.08.2019
Lehrer Ralf Schreiber und seine Schüler in Kröpelin erkunden gerade zum Thema Strom verschiedene, leitende Materialien. Quelle: Thomas Hoppe
Anzeige
Kröpelin

Neues Schuljahr, neue Ideen: Premiere hatte in dieser Woche eine Kröpeliner Schulhaus-Rallye. Nach einem Konzept von Grundschullehrerin Bettina Böhme machten sich die 31 Abc-Schützen vom Mühlenberg mit ihrem Schulgebäude, ihrer Schulleiterin und der Sekretärin bei einem kleinen Wettbewerb bekannt. Geführt durch zehn verschiedene Symbole konnten sie zu den Antworten auf die Fragen ihrer Laufzettel gelangen.

„Sie erkundeten das Schulhaus in kleinen Gruppen, die jeweils ein Erwachsener begleitete“, berichtet dazu die Schulleiterin Jacqueline Ata und freut sich immer noch über den Erstklässler, der ihren Nachnamen „nur vom Hören her“ gleich in ihrem Büro auf die entsprechende Antwortzeile richtig schreiben konnte. Seine Klassenkameraden pinselten derweil Ata vom Türschild im Flur ab.

Aber auch die Zweit- bis Viertklässler können ihren Forscherdrang, den sie vielleicht bereits in den Sommerferien auffrischten, in dieser Woche richtig ausleben. So finden an diesem Forscherdonnerstag sogar Fragen eine Antwort, die man nicht für möglich hält: „Weiß von euch jemand, wie Alien aussehen, ich habe noch keinen gesehen?“, fragt Lehrerin Kerstin Neumann und der zehnjährige Phil-Antoni antwortet augenzwinkernd: „Er hat einen großen Kopf, hat große schwarze Augen und ist grün. Den kenne ich aus einem Film.“

Abklatsch-Aliens und Seifenschaummonster

Dann entstehen tatsächlich Porträts der Außerirdischen, die so richtig noch niemand gesehen hat: „Abklatsch-Aliens“ soll der Fachbegriff dafür sein. Doch auch Pappkantenkunst und Spritztechnik stehen an diesem ersten Forschertag des neuen Schuljahres auf dem Kröpeliner Kreativlaborprogramm, ebenso ein spezielles Farbexperiment. Experimentiert wird auch bei Grundschullehrerin Jana Mewes mit sogenannten Seifenschaummonstern, Reisbildern, die im Dunkeln leuchten, mit Zeichnen nach erwürfelten Symbolen und einer außergewöhnlichen Fadenmaltechnik, bei der farbgetränkte Fäden aus zusammengeklapptem Zeichenpapier gezogen werden.

Kinder diskutieren Regenwaldabholzung

Lehrerin Manuela Jürgens musste mit ihren Schülern wegen Regens den Schulgarten verlassen und bespricht nun mit ihnen vor einem Globus mögliche Folgen der Regenwaldabholzung, des Klimawandels und persönliche Reaktionen darauf. Dabei gesteht sie den Kindern, die mehrheitlich zu Fuß oder mit dem Bus zur Schule kommen, dass sie noch das Auto nimmt: „Ich warte nur auf einen Lückenschluss beim Fahrradweg, dann komme ich geradelt“, erklärt sie.

„Unser Thema ist der Strom und wir sind gerade bei Umweltstrom“, erklärt Ralf Schreiber. „Wir haben natürlich auch schon über CO2, die Kohlekraftwerke und diesen ganzen Kram gesprochen“, ergänzt der Pädagoge und testet mit seinem Schülern aus den zweiten bis vierten Klassen Materialien, die elektrischen Strom leiten oder isolieren.

Jacqueline Ata, Schulleiterin: „Ich wünsche mir, dass wir viele Eltern für einen Schulförderverein begeistern können.“ Quelle: Thomas Hoppe

„Zu diesen Forschungsthemen haben wir mittlerweile große Materialkästen, die jährlich mit neuen Ideen ergänzt werden – dadurch gibt es auch anspruchsmäßig im Laufe der Zeit eine Steigerung“, erklärt Schulleiterin Jacqueline Ata und lobt ihre „ganz tolle Lehrergruppe“ und auch die Sonderpädagogin sowie das Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung. Aber wunschlos glücklich ist sie trotzdem nicht: „Für dieses Schuljahr würde ich mir sehr wünschen, dass wir es schaffen, viele Eltern für einen Schulförderverein zu begeistern.“ Zwar habe sie gehört, dass die meisten sich ein bisschen vor der Verantwortung scheuen würden, als Vereinsvorsitzende zu arbeiten, aber es wäre erfreulich, wenn erst einmal die Bereitschaft signalisiert würde, dass man gern im Verein mitarbeiten wolle. „Das müssen auch nicht nur Eltern oder Großeltern von unseren Grundschülern sein, es können auch Kröpeliner sein, die hier keine Kinder in der Schule haben. Wer möchte und Interesse an der Entwicklung dieser Schule hat, kann in diesem Förderverein mitarbeiten.“ Sie wolle dieses Thema Mitte September in die Schulkonferenz hineintragen, wo die gewählten Elternvertreter der Klassen zusammenkommen. Viele Signale gebe es schon, dass Eltern auch gern an Projekten der Schule mitwirken würden: „Ein Schulförderverein würde da die Fäden in der Hand halten, organisatorische Arbeit leisten und außerschulische Veranstaltungen wie den früheren Sponsorenlauf wiederbeleben. Die Schule darf ja keine Sponsorengelder annehmen oder auf Sachspenden von Firmen mit Spendenquittungen reagieren.“ In Kröpelin hatte es von 2005 bis 2016 einen Schulförderverein gegeben.

Am Kröpeliner Mühlenberg erkunden Grundschüler ihre Umwelt

Von Thomas Hoppe

Seit 133 Jahren fährt die Mecklenburgische Bäderbahn von Bad Doberan nach Heiligendamm, seit 1910 bis nach Kühlungsborn. Die Schmalspurbahn ist Nahverkehr und Tourismusmagnet in der Region. „Das ist noch richtige Eisenbahn hier“, sagt Heizer Lutz Köbsch.

15.08.2019

1886 wurde der Schienenverkehr zwischen Bad Doberan und Heiligendamm aufgenommen. Immer mehr Menschen wollten das erste deutsche Seebad schnell erreichen, um baden zu gehen und sich zu vergnügen. 1910 kam die Streckenerweiterung.

15.08.2019

Nach dem Brand in einer Gärtnerei in Sanitz geht die Polizei von Brandstiftung aus. Durch die mögliche Zerstörung der Heizungsanlage und Solarmodulen wird der Schaden auf 100 000 Euro beziffert. Der Betrieb geht trotzdem weiter.

15.08.2019