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Bad Doberan „Ich wünsche mir nur, gesund zu bleiben.“
Mecklenburg Bad Doberan „Ich wünsche mir nur, gesund zu bleiben.“
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14:00 22.03.2019
Irmgard Albuschat versorgt gern ihre Hühner. Die 87-Jährige lebt gerne in Mechelsdorf. Quelle: Wilma Welzel
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Mechelsdorf

Freundlich und aufgeschlossen – so kennen die Mechelsdorfer Irmgard Albuschat (87), die mittlerweile älteste Einwohnerin des Dorfes. Gern plaudert sie mit Nachbarn, vor allem mit Adolf Steinmeier, den sie schon seit Jahrzehnten kennt. Er ist auch für sie da, wenn sie Hilfe braucht auf ihrem Anwesen mit dem großen Garten. „Ja, hier lebe ich schon seit meiner Heirat mit Bruno Albuschat im Jahr 1951. Damals bekamen wir hier eine Siedlung mit sieben Hektar Land, die wir gemeinsam mit den Schwiegereltern bewirtschafteten.“ Heute denkt sie dankbar zurück: „Mein Mann und mein Schwiegervater waren sehr strebsam, sie hatten nur den Wunsch, uns nach Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen hier wieder eine neue Heimat zu geben. Und so haben sie hier alles aufgebaut: Ställe, Wohnhaus, die große Scheune. Heute noch steht sie. Ja, hier kann ich gut und sorgenfrei leben, fahre noch mit dem Auto zum Einkaufen oder zum Arzt. Ich wünsche mir nur, gesund zu bleiben.“

Der Anfang im Dorf sei sehr schwer gewesen, erzählt die 87-Jährige, die als Vierzehnjährige im März 1945 mit ihrer Familie hier ankam. „Mechelsdorf war damals ein ziemlich trostloser Ort: Nur Landarbeiterkaten, Ställe und das Gutshaus, das zum Herrenhaus Hohen Niendorf gehörte, nur Sandwege außer der Dorfstraße, leider keine Dorfkirche.“ Untergebracht war die Familie zuerst in der Schule, geschlafen wurde auf Stroh. Froh war die Familie, als sie mit den Großeltern endlich zwei Zimmer und eine Küche in einem Katen beziehen konnte. Jedoch habe es so kurz nach dem Krieg keinen Schulunterricht gegeben, bedauert die Seniorin noch heute. Gern wäre sie zur Schule gegangen, denn das Lernen sei ihr leicht gefallen. „Aber wir mussten arbeiten, wenn wir etwas zu essen haben wollten.“ Besser wurde es mit der Versorgung, als ihre Eltern eine Siedlung mit sieben Hektar übernahmen. Ein Haus wurde gebaut. „Den Keller dort habe ich mit ausgeschachtet“, sagt sie rückblickend. Noch heute sei das Haus bewohnt.

Schönes und fröhliches Leben im Dorf

Durch gutes Wirtschaften mit den Schwiegereltern auf der eigenen Bauernstelle und harte Arbeit ging es für die Familie langsam aufwärts. Und deshalb hingen sie natürlich alle an dem Geschaffenen hier und wollten in den 1960er Jahren nicht in die LPG eintreten. Doch dazu seien sie letztlich gezwungen worden, so die Seniorin. „Das war sehr schwer für uns. Aber in den Jahren danach hatten wir ein sehr schönes und fröhliches Leben im Dorf. Wie oft haben wir in geselliger Runde zusammen gesessen, wie oft gefeiert, Torten für die Feste gebacken, auch den Schnaps haben wir selbst gemacht“, sagt die Mechelsdorferin schmunzelnd. Gern habe sie damals im Konsum als Verkäuferin ausgeholfen, wenn die Leiterin verhindert war.

Nach der Wende hat Irmgard Albuschat einen Teil des Hauses verkauft, das große Anwesen allein zu pflegen wurde ihr zu viel. Denn die beiden Kinder und Enkelkinder leben in Berlin und Chemnitz. „Ich aber bleibe hier, solange ich noch kriechen kann“, meint sie lachend. „Ja, früher war das Dorf für mich nichts Besonderes, es ist aber mein Zuhause geworden, an das ich mich gewöhnt habe. Und der Ort ist schöner, gepflegter, größer geworden, aber die Menschen zurückhaltender“, meint sie bedauernd.

Wilma Welzel

In der alten Dorfschule leben Hannes Pieper und Sophie Herbert mit ihren Töchtern Antonia und Rosalie. Der Großvater des jungen Mannes, Otto Trögler, war hier der letzte Dorfschullehrer von Mechelsdorf.

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