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Bad Doberan Jugendliche wollen gemeinsam erwachsen werden
Mecklenburg Bad Doberan Jugendliche wollen gemeinsam erwachsen werden
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06:00 13.05.2019
Fritzi Giersberg (v.l.) und ihre Freundin Amy erlebten ihre Jugendweihe im Festsaal der Kreisverwaltung in Bad Doberan. Mit dabei waren Freunde und Familien. Quelle: Cora Meyer
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Bad Doberan

„Es ist ein schöner Abschnitt, der jetzt beginnt“, sagt Fritzi Giersberg. Deshalb hat sich die 14-Jährige für die Jugendweihe angemeldet. „Es wär doch schade, wenn wir das verpassen.“

Das denken offenbar immer mehr Jugendliche im Landkreis. Tausende Mädchen und Jungen wählen diesen Anlass zur Feier des Erwachsenwerdens. „Viele melden sich im Klassenverband an“, sagt Corina Brandt, Mitorganisatorin für die Jugendweihe-Feiern der Volkssolidarität. Die haben am vergangenen Wochenende begonnen. Etwa 200 Jugendliche waren im gesamten Landkreis dabei. „Die Zahlen steigen“, sagt Corina Brandt. Ihrer Ansicht nach hänge das auch mit den steigenden Schülerzahlen zusammen. „Es gibt auch jetzt schon Anmeldungen für das kommende Jahr.“

Die Volkssolidarität hatte im Jahr 2017 begonnen, Jugendweihen im Landkreis Rostock sowie der Hansestadt zu organisieren. Dazu hatten sich die jeweiligen Kreisverbände der Volkssolidarität im Jahr 2017 entschlossen. Bis dahin hatte das ausschließlich der Verein „Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern“ übernommen.

„Landesweit hatten im Jahr 2017 rund 6300 Jungen und Mädchen an einer Jugendweihe teilgenommen“, sagt Geschäftsführerin Martina Zoyke. Davon hätten 1200 Jugendliche die Veranstaltungen in der Region – Rostock, Bad Doberan, Tessin und auch in Graal-Müritz besucht.

Nicht nur Blumen und Geschenke

Die Jugendweihe ist das Pendant zur Konfirmation oder Kommunion“, sagt sie. Das schätzt auch der Bundestagsabgeordnete Frank Junge, der bei den Feierlichkeiten am Samstag im Festsaal der Kreisverwaltung in Bad Doberan die Festrede hielt.

Bei der Jugendweihe gehe es – wie bei der Konfirmation – um Blumen und Geschenke, erinnert sich der Bundestagsabgeordnete. „Wenn ich ehrlich bin, war das für mich vor 30 Jahren die Hauptsache.“ Aber das sei längst nicht alles. „Ich finde es klasse, dass es die Jugendweihe gibt. Für nicht konfessionell gebundene Jugendliche gibt es ja sonst nichts entsprechendes.“ So genau nehmen es die Jungen und Mädchen dabei aber anscheinend nicht. „Manche machen beides“, sagt Maren Brandt, die sich gemeinsam mit ihrer Schwester und der Mutter um die Volkssolidaritäts-Jugendweihen kümmert.

Jugendweihe kein Relikt aus DDR-Zeiten

Nicht in der Kirche ist auch die 14-jährige Amy vom Schulzentrum Kühlungsborn. Die Jugendweihe ist für sie eine Möglichkeit, zu sehen „wie wir als Gruppe erwachsen werden“. Deshalb solle der Tag auch etwas Besonderes sein. Sie hat sich dafür extra ein Kleid gekauft und sich besonders schön frisiert. Im Anschluss an die Zeremonie feiern die Jugendweihlinge meist noch mit Freunden und Verwandten. „Viele sparen lange darauf hin, ihren Kindern einen ganz besonderen Tag zu ermöglichen“, sagt Corina Brandt. Für viele sei die Jugendweihe eine schöne Tradition. Schon Eltern und Geschwister hätten sie erlebt.

„Lange war die Jugendweihe mit Altlasten aus dem Osten verbunden“, sagt Frank Junge. „Dabei geht das viel weiter zurück.“ Vor mehr als 160 Jahren entstand die Jugendweihe als Fest für nicht konfessionell gebundene Jugendliche und deren Familien bei sogenannter „Erlangter Verstandsreife“. Heute gehören zu den Feiern auch Vorbereitungskurse, offene Jugendarbeit und Reisen. Die Volkssolidarität etwa bietet unter anderem Tanzkurse an. Eine Pflicht zur Teilnahme, wie beim Konfirmationsunterricht, gebe es aber nicht.

Weniger lassen sich konfirmieren

Die Konfirmation als Übergang ins Erwachsenenalter wählen weniger Jugendliche. „Ausgehend vom Durchschnitt der vergangenen Jahre rechne ich im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg in diesem Jahr mit rund 850 Konfirmationen“, sagt Pressesprecher Christian Meyer.

Die Konfirmationen in der evangelischen Kirche werden vor allem zu Pfingsten, kurz davor oder danach gefeiert. Die Anzahl der Jugendlichen, die sich auf diese Weise zu ihrer evangelischen Kirche bekennen, sei in den vergangenen Jahren relativ konstant.“

Die OSTSEE-ZEITUNG veröffentlicht auch in diesem Jahr eine Beilage mit den Jugendweihe-Fotos aus der Region. Sie erscheint am 22. Juni.

Cora Meyer

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