Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Junge Familie lebt in alter Dorfschule
Mecklenburg Bad Doberan Junge Familie lebt in alter Dorfschule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 22.03.2019
Für Hannes Pieper und Ehefrau Sophie Herbert ist die alte Dorfschule ihr Zuhause. Quelle: Wilma Welzel
Anzeige
Mechelsdorf

Etwas abseits der Straße hinter der Kreuzung Westhof Richtung Bastorf liegt das Dörfchen. Wer in den Ort hinein fährt, fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt: eine Hoppelstraße mit alten Pflastersteinen, links und rechts der alten Dorfstraße die ehemaligen Landarbeiterkaten und mitten im Ort auf der rechten Seite die ehemalige Dorfschule. Einfach einzigartig hier, sagt Hannes Pieper. „Das Dorf konnte seinen Charme ganz gut bewahren“, schwärmt der 36-Jährige, der zu Mechelsdorf eine ganz besondere Beziehung hat.

„Oft habe ich hier meine Großeltern besucht, die in der alten Dorfschule lebten. Denn mein Großvater Otto Trögler war hier nach dem zweiten Weltkrieg als Dorfschullehrer tätig. Vor allem die Ferien habe ich hier verbracht, in der Sandkuhle am Schulhaus gespielt und am dort vorbei fließenden Bach, wie oft sind wir Jungs da hineingefallen, nass nach Hause gekommen. Aber mein Großvater hatte viel Verständnis und Vertrauen in uns, er war ein toller Opa“, erinnert sich 36-Jährige.

Familie nutzt alte Schule als Wohn- und Ferienhaus

Seit der Wende ist die alte Schule im Familienbesitz. Und heute ein Schmuckstück. Liebevoll saniert haben Sönke und Gerhild Pieper, die Tochter des ehemaligen Dorfschullehrers, das Gebäude als Wohn- und Ferienhaus: Es leuchtet in hellen Pastelltönen, und Lehrer Lämpel, die unvergessene Figur von Wilhelm Busch, schaut von der Fassade herab.

Die liebevoll sanierte alte Dorfschule in Mechelsdorf Quelle: Wilma Welzel

Im ehemaligen Klassenzimmer haben Hannes Pieper und Ehefrau Sophie Herbert (34) alte Unterrichtsmittel aufbewahrt, beispielsweise Schulbücher, Schaubilder, eine alte Schreibmaschine. Sie erzählen vom früheren Schulleben. Seit 2013 leben die jungen Leute hier, heute mit der zweijährigen Tochter Antonia sowie der erst wenige Wochen alten Rosalie.

Kleine Käserei macht erst einmal Pause

„Lange haben wir nach Studium und einigen Jahren Leben und Arbeiten in Brüssel überlegt, wo wir heimisch werden wollen“, so der junge Mechelsdorfer, der in Berlin Technischen Umweltschutz studiert hat. „Wir liebäugelten schon mit einem Leben auf dem Land, denn wir wollten mit unseren Kindern nicht in der Großstadt leben.“ Inzwischen führen sie ein richtiges Landleben. „Wir erleben alle Jahreszeiten hautnah“, sagt Sophie Herbert und fügt lachend hinzu: „Und Irmgard Albuschat hat uns gezeigt, wie man Hühner schlachtet. Auch Milchschafe und Milchziegen halten wir, zuerst noch zur Eigenversorgung mit Milch und Käse, dann kam eine kleine Käserei in der Speisekammer dazu. Später haben wir die Produkte auch verkauft. Aber nun machen wir erst einmal Pause.“ Die Eheleute wollen Zeit für ihre Mädchen haben.

Das Dorf habe sich gut entwickelt, schätzt Hannes Pieper ein. Es gebe keinen Leerstand im Ort. „Und das heutige Dorfbild prägen auch zahlreiche neu gebaute Häuser und gepflegte Anwesen – eine gute Mischung. Es gibt zahlreiche Zugezogene, darunter junge Leute mit Kindern. Unser Dorf lebt.“

Dorfidylle am Teich in Mechelsdorf. Auf der Wiese daneben wird einmal im Jahr ein Dorffest organisiert. Quelle: Wilma Welzel

Das junge Ehepaar hat zusammen mit weiteren Mechelsdorfern begonnen, eine Tradition ins Leben zu rufen: Einmal im Jahr gibt es ein Dorffest zum gemütlichen Miteinander und gegenseitigen Austausch auf der Wiese am Teich. Jeder ist eingeladen und bringt etwas mit. „Ganz zwanglos und locker“, betont der 36-Jährige.

Wilma Welzel

Irmgard Albuschat hat im Dorf ein zweites Zuhause gefunden. Die 87-Jährige ist die älteste Einwohnerin.

22.03.2019

Auf der B105 in Bad Doberan sind am Freitag an einem Fußgängerübergang zwei Autos aufeinander aufgefahren.

22.03.2019

Der Kühlungsborner Fußballverein FSV führt Mehrwegbecher bei Heimspielen ein. Auch der Faschingsklub des Ortes bot welche an. Die Stadt zieht vorerst nicht nach.

22.03.2019