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Bad Doberan Kahl: „Ich fühle mich noch fit“
Mecklenburg Bad Doberan Kahl: „Ich fühle mich noch fit“
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16:49 23.04.2019
Stellt sich Ende Mai im Ostseebad erneut zur Wahl: Uwe Kahl auf der Aussichtsplattform an Nienhagens Promenade. Quelle: Lennart Plottke
Nienhagen

Strandverbreiterung, Promenaden-Bebauung, Ausbau des Rad- und Wanderweges E9, Kita-Erweiterung: Im Ostseebad Nienhagen stehen in den kommenden Monaten viele Vorhaben an. Uwe Kahl (CDU) will diese Projekte weiter als Bürgermeister begleiten.

Herr Kahl, am 26. Mai wollen Sie von den Einwohnern im Ostseebad Nienhagen zum vierten Mal als Bürgermeister gewählt werden. Was treibt Sie nach 15 Jahren im Amt noch an?

Uwe Kahl (76): Gerade in den vergangenen Jahren wurden in der Gemeinde viele Großprojekte entwickelt und zum Teil schon in die Tat umgesetzt. Einiges ist aber noch nicht abgeschlossen – das möchte ich gern als Bürgermeister vollenden.

Können Sie nachvollziehen, dass einige Kritiker aufgrund Ihres Alters Bedenken haben?

Ich fühle mich durchaus noch fit und geeignet für den Job. Außerdem macht es mir nach wie vor Spaß – ich denke, dass ich seit 15 Jahren mit viel Herzblut dabei bin. Und auch das Wohlwollen vieler Bürger motiviert mich.

Gab es denn in der CDU-Fraktion keinen geeigneten Nachfolger?

Ich hatte tatsächlich zwei aus meiner Sicht geeignete Kandidaten ins Auge gefasst – aber die sind beide selbstständig und haben gesehen, wie viel Aufwand hinter der Arbeit eines Bürgermeisters steckt.

Sie haben von noch offenen Projekten gesprochen – welche sind das?

Eine Strandverbreiterung, die Promenaden-Bebauung, der Ausbau des Rad- und Wanderweges E9, die Erweiterung der Kita – um nur einige zu nennen.

Aber gerade die geplante Verbreiterung des Strandes kommt doch seit Monaten nicht wirklich voran.

Ich habe mit Blick auf mögliche Fördermittel ganz aktuell Gespräche mit dem Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium in Schwerin geführt. Im Ergebnis ist jetzt doch eine Förderung für den Buhnenbau, die Strandaufschüttung und den Abgang in Höhe des Seepferdchen-Ferienparks möglich – auch ohne den Bau eines Wasserwanderrastplatzes. Diese frühere Bedingung ist jetzt also hinfällig.

Wieso der Sinneswandel?

Die Hürden für einen Wasserwanderrastplatz sind einfach zu hoch – gerade auch mit Blick auf die Belange des Umweltschutzes. Darüber hinaus sind die Baukosten in den vergangenen Jahren nochmal um rund 30 Prozent gestiegen –das ist nicht mehr vermittelbar. Ich hoffe, dass die Gemeindevertretung das ursprüngliche Vorhaben in einer der nächsten Sitzungen beschließt – es ist nur schade, dass wir vier Jahre verloren und bereits jede Menge Geld für Gutachten bezahlt haben.

Welche größeren Ausgaben sind noch geplant?

Die Baugenehmigung für den aufgestockten Anbau an die Kita „Waldgeister“ ist in Arbeit – wenn die da ist, können wir Fördermittel beantragen. Das Vorhaben wird rund eine Million Euro kosten – wir hoffen, im Spätsommer die Förderzusage zu erhalten.

Und für das Restaurant mit öffentlicher Toilette an der Promenade . . .

. . . haben wir vor etwa sechs Wochen den Antrag auf Baugenehmigung abgegeben. Geplant ist, nach der Saison im Spätsommer mit dem Bau zu beginnen. Im Übrigen haben wir in Kürze am Strand und im Freizeitzentrum freies WLAN – das ist wichtig für unsere Urlauber und Einwohner.

Wie geht es mit dem Gespensterwald weiter?

Ich könnte mir vorstellen, den Gespensterwald als Erholungs- und Kurwald zu entwickeln. Ich bin in Gesprächen mit Romuald Bittl, Dezernent für Wirtschaft und Bau im Landkreis Rostock. Der Wald wurde durch Witterungsbedingungen und Sturmschäden zuletzt stark in Mitleidenschaft gezogen und ist sehr ausgedünnt – da müssen wir entgegenwirken. In diesem Zusammenhang freue ich mich, dass unsere Gemeindearbeiter einen Teil des Rad- und Wanderweges schon wieder schick gemacht haben – auch hier wird es beim Wirtschaftsministerium einen neuen Anlauf geben, damit die ursprüngliche Breite des gesamten Weges wieder hergestellt wird.

Kaum ein Thema hat Nienhagen und die Nachbargemeinden in den vergangenen Wochen so sehr beschäftigt wie eine mögliche Fusion. Im Moment ist es hier aber auffällig ruhig.

Die ganze Sache ist tatsächlich ins Stocken geraten. Sieben von neun Gemeinden im Amt Bad Doberan-Land würden sich nach jetzigem Stand gegen eine Fusion aussprechen. Das Thema weiter voranzutreiben macht vor der Kommunalwahl keinen Sinn. Wir warten jetzt erstmal ab – die Bürger sollen künftig noch besser informiert werden. Denn klar ist auch: Wir machen das nur, wenn ein Großteil der Einwohner dafür ist – wir wollen niemandem etwas aufoktroyieren.

Zuletzt gab es mit Blick auf neue Wohngebiete auch immer wieder Streit mit der Hansestadt Rostock.

Trotz einer Klage aus Rostock haben wir uns nicht beirren lassen und den rechtskräftigen Bebauungsplan „Am Beiksoll“ erschlossen. In den nächsten Tagen beziehen in diesem Gebiet die ersten Bewohner ihre Häuser. Rostock hat inzwischen die erste Klage verloren. Wir haben alles richtig gemacht – zumal 50 Prozent der Grundstücke von Nienhäger Einwohnern erworben wurden.

1717 Einwohner sind am 26. Mai im Ostseebad Nienhagen wahlberechtigt.

Neben Uwe Kahl, der für die CDU ins Wahl-Rennen geht, bewerben sich auch Wolfgang Lange (BIG) sowie Gero Pahl für die SPD um den Posten des Nienhäger Bürgermeisters.

Für die zwölf Sitze in der Gemeindevertretung liegen insgesamt 43 Bewerbungen vor.

Die CDU entsendet zwölf Kandidaten, die SPD neun, für die Wählergruppe Bürgerinitiative Gemeinsam für Ostseebad Nienhagen (BIG) finden sich elf Bewerber auf der Liste. Bündnis 90/Die Grünen stellt neun Kandidaten auf, die Linke zwei.

Lennart Plottke

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