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Bad Doberan Retschower Kirchturm soll im Herbst fertig sein
Mecklenburg Bad Doberan Retschower Kirchturm soll im Herbst fertig sein
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17:15 26.02.2019
v.l.: Harry Thiede, Martin Uhle, Rita Pentzin, Brunhilde Eickhoff, Thomas Maaß und Karsten Hub sind zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierung. Quelle: Moritz Naumann
Retschow

Seit 1653 ist die Kirche in Retschow mit einem Turm aus Holz ausgestattet. Aufgrund von Fäulnisschäden, Statikproblemen und Ritzen, durch die Regenwasser in das Holz und in den Turm gelangte, musste die Außenfassade für knapp 250 000 Euro erneuert werden. Am Dienstag wurden die Arbeiten von den verantwortlichen Bauleitern und der Kirchengemeinde abgenommen.

„Es gibt keine Beanstandungen“, sagt Roland Loose von der Zimmererunion in Wismar als er die schmale Leiter, die derzeit in den Turm führt, herunterklettert. „Einzig an einer Stelle kommt das Licht durch. Das muss nichts heißen, aber es wäre gut, wenn das alle halbe Jahre überprüft und protokolliert wird“, sagt Loose. Denn wo Licht durchkomme, habe auch Wasser in der Regel ein einfaches Spiel. Und der Zimmerer spricht aus Erfahrung. Seit 36 Jahren arbeitet er in dem Beruf und hat schon in allen Wismarer Kirchen Hand ans Holz gelegt. „Ich habe den kompletten Neubau der St. Georgen-Kirche mitgemacht“, sagt Loose stolz und mit einem Lächeln.

Ein Turm aus Nadelholz, Eiche und Lerche

Seit September letzten Jahres ist der Holzturm der Retschower Kirche eingezäunt. Für etwa 250 000 Euro wurden die Turmkonstruktion, das Dach, die Außenfassade und der Kaiserstuhl erneuert. Während im Dachstuhl Nadelholz verbaut wurde, besteht das Fachwerk aus Eiche und die Außenfassade aus Lerchenholz. „Für das Fachwerk brauchten wir nur fünf Kubikmeter Eiche“, sagt Martin Uhle, Bauleiter für die Zimmerer und Maurer. Die Finanzierung der Sanierung stammt zum großen Teil aus Eigenmitteln – vom örtlichen Kirchenförderverein, vom Kirchenkreis und der Marlies Kressner-Stiftung.

Thomas Maaß vom Architekturbüro Angelis und Partner hat das Vorhaben seit Anbeginn begleitet. „Ich war mitunter für die Planung, die Ausschreibung und die Bauleitung verantwortlich“, sagt Maaß. Mit dem Ablauf und dem Ergebnis ist er sehr zufrieden: „Wir hatten Glück mit dem Wetter. Es hat wenig geregnet. Nur einzelne Stürme haben dafür gesorgt, dass die Arbeiten mal ruhen mussten.“ Auch Martin Uhle zeigt sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Es ist alles in Ordnung, und wenn irgendetwas ist, gibt es ja fünf Jahre Garantie“, sagt er und lächelt.

Herausforderung: Kaiserstuhl

Die größte Herausforderung für die Bauleute sei die Kompletterneuerung des Kaiserstuhls gewesen, also der tragenden Säule, die mittig durch den Dachstuhl bis ins Freie ragt. „Es war ein schwieriges Unterfangen, die Knotenpunkte und Abfangungen richtig zu setzen“, sagt Uhle. Mit der Erneuerung des Kaiserstuhls musste auch der Hahn auf dem Dach des Turmes abgenommen werden. Dabei wurde die kleine Kupferkugel, die sich am Fuße des Tieres befindet, seit 1968 erstmals wieder geöffnet. „In der Kugel befanden sich die Namen der Gemeindemitglieder und Handwerker“, sagt Rita Pentzin, die die Vorsitzende des Kirchengemeinderates der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Steffenshagen-Retschow ist.

Damals hatte ein Sturm den Hahn vom Dach geweht und bevor man ihn wieder befestigte, wurde die Schatulle neu befüllt. Am 12. März um 11 Uhr wird die Praxis dann wiederholt und feierlich die Bekrönung gefeiert. „Wir füllen eine neue Kupferschatulle mit der Predigt von Pastor Kai Feller, einer Liste der Gemeindemitglieder, einer Tageszeitung und ein paar Münzen“, sagt Pentzin.

An der ausgesparten Stelle wird der Anbau für Küche und Toiletten gesetzt. Quelle: Moritz Naumann

Jetzt gäbe nur noch ein paar Restarbeiten zu erledigen, bevor das Gerüst wieder abgebaut werden kann. „Wir müssen noch den Blitzschutz implementieren“, sagt Harry Thiede, der mit seinem Unternehmen die Bedachung fertiggestellt hat. Danach wird mit dem Innenausbau begonnen. So wird am Turm ein Anbau gesetzt, in den sowohl eine Küche als auch Toiletten eingebaut werden. Darüber hinaus soll der Innenraum beheizbar sein und Platz für 28 Stühle und Menschen bieten. „Im Winter finden die Gottesdienste dann im Turm statt“, sagt Rita Pentzin. Der Turm soll dann auch als Begegnungsstätte für das Frauenfrühstück, Kirchenkaffee und Kinderveranstaltungen nutzbar sein. Wann der Turm schlussendlich fertig sei? „Ich hoffe wir können das diesjährige Erntedankfest schon im Turm feiern.“

Die Dorfkirche in Retschow

Die Dorfkirche in Retschow wurde etwa 1380 erbaut. Dabei handelt es sich um eine einschiffige gotische Kirche mit einjochigem Chor. Im Jahr 1953 wurde der Westturm aus Holz errichtet und die kleine Glocke stammt aus dem Jahr 1443 – sie trägt das Zeichen des Gießers Rickert von Mönchshagen. In den letzten Jahrzehnten kam es zu verschiedenen Schäden an dem Gebäude. So wurden 2007 die Fundamente unterspült und es kam zu Absenkungen. Seither finden an der Kirche immer wieder Sanierungsarbeiten statt.

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Moritz Naumann

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