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Bad Doberan Klare Kante gegen mögliche Fusion
Mecklenburg Bad Doberan Klare Kante gegen mögliche Fusion
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13:56 26.03.2019
Will neuer Bürgermeister im Ostseebad werden: Gero Pahl am Nienhäger Strand. Quelle: Lennart Plottke
Nienhagen

 Bürgermeister im Ostseebad Nienhagen: „Ich habe lange überlegt, ob ich das wirklich machen will“, sagt Gero Pahl und lacht. „Den letzten Anstoß hat jetzt aber das Gerede um eine mögliche Fusion mit den Nachbargemeinden gegeben – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt halte ich davon gar nichts.“ Nach seiner Auffassung müsse und könne Nienhagen eigenständig bleiben, so Pahl: „Und deshalb möchte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas gegen einen drohenden Zusammenschluss unternehmen.“

In der Nienhäger Lokalpolitik ist Gero Pahl kein Fremder. Gleich nach der Wende war der heute 67-Jährige als stellvertretender Bürgermeister für das Ostseebad aktiv. „An den Posten bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, erinnert sich Pahl. „Ich habe mich damals eigentlich nur als Stimmen-Sammler für die SPD-Liste aufstellen lassen – am Ende hatte ich ein Direktmandat und war zwei Jahre stellvertretender Bürgermeister.“

Einwohner sollen mehr einbezogen werden

Dass es nicht deutlich mehr Jahre geworden sind, lag vor allem an seinem Beruf – als Diplom-Ingenieur für Schiffsbetriebstechnik ist der gebürtige Rostocker 51 Jahre zur See gefahren: „Schon als 14-jähriger Stift habe ich meine Ausbildung im Fischkombinat begonnen.“ Die Entwicklung des Ostseebades, in dem er mit Ehefrau Brigitte seit 1981 lebt, hat er dennoch nicht aus den Augen verloren. „Ich bin überzeugt davon, dass Dinge, die die Gemeinde betreffen, nur unter Einbeziehung möglichst aller Einwohner entschieden werden sollten.“ Ein Bürgermeister sollte in erster Linie dazu da sein, die Wünsche der Bevölkerung aufzunehmen und zu kanalisieren, meint Gero Pahl: „Das war zuletzt nicht immer der Fall.“

Neben einer Verhinderung möglicher Zusammenschlüsse gehe es ihm auch darum, die Nienhäger Küste künftig besser zu schützen und den Europäischen Radwanderweg E9 endlich umfassend auszubauen, macht Pahl deutlich: „Und das möglichst in Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn aus Börgerende-Rethwisch – das funktioniert nämlich auch ganz ohne Fusionen.“

In diesem Zusammenhang befürworte er ganz klar die Pläne, an der Küste einen Wasserwanderrastplatz inklusive Strandverbreiterung zu bauen: „Denn auch durch diese Maßnahmen haben wir die Möglichkeit, den Küstenschutz weiter voranzutreiben.“ Apropos Strand: „Ich bin dafür, es bei einem Abschnitt für Hunde zu belassen“, erklärt Pahl, der in unmittelbarer Nähe zum zweiten angedachten Bereich an der Schulweg-Treppe wohnt. „Wir sollten den bestehenden Abschnitt in Höhe des Gespensterwaldes aufwerten – nicht die Masse macht’s, sondern die Klasse.“

67-Jähriger will unabhängiger Kandidat sein

Dass er sich zur Wahl am 26. Mai für die SPD-Liste aufstellen lässt, spiele für ihn keine große Rolle, betont Gero Pahl: „Ich sehe mich schon als unabhängigen Kandidaten – und ich glaube, dass Parteien bei Kommunalwahlen ohnehin nicht so bedeutsam sind.“ Den Bürgermeister-Stein ins Rollen gebracht habe ohnehin Rudi Derer, stellt Pahl klar: „Der ist mein bester Freund und wollte mich eigentlich auf der CDU-Liste haben.“ Für die Union geht aber erneut Amtsinhaber Uwe Kahl ins Rennen – „und zwei Bürgermeister-Kandidaten auf einer Liste sind nun mal nicht möglich“.

Seine Bewerbung sei auch für Ehefrau Brigitte überraschend gekommen, sagt Gero Pahl: „Aber sie unterstützt mich bei meinem Vorhaben – denn mit 67 Jahren gehöre ich noch lange nicht zum alten Eisen.“ Als Rentner, der nur noch die Beine hochlegt, sehe er sich ohnehin nicht, macht Pahl deutlich: „Im Moment arbeite ich drei Tage in der Woche in der Doberaner Awo-Kita ,De Utkieker’ als Hausmeister – zu dem Job bin ich durch meinen Enkel Henning gekommen.“ Im Sommer wird der Siebenjährige an der Kröpeliner Grundschule „Am Mühlenberg“ eingeschult – „bis dahin mache ich auf jeden Fall noch in der Kita weiter“.

Lennart Plottke

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