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Bad Doberan Klassentreffen nach 55 Jahren
Mecklenburg Bad Doberan Klassentreffen nach 55 Jahren
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15:59 24.06.2019
Absolventen aus dem Jahr 1964 trafen sich an ihrer alten Schule, dem Doberaner Gymnasium. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her, dass sie die Schulbank des Doberaner Gymnasiums drückten. Am Sonnabend trafen sich die Absolventen einer Klasse des Jahrgangs 1964. „Das war eine wunderbare Klasse“, sagte Dr. Claus Woldt, ehemals Lehrer für Mathematik und Physik dort. „Allerdings bestand damals kein Zusammengehörigkeitsgefühl, weil sie alle sogenannte Fahrschüler waren“, so Woldt. „Seit den Klassentreffen ist das jedoch gewachsen.“

Dem konnte Heidi Fibian aus Neukloster nur zustimmen. „Viele von uns waren damals auf den Molli angewiesen und mussten nach dem Unterricht schnell zur Haltestelle“, sagte sie. „Deshalb war die Bande zwischen uns nicht so stark. Doch nach unserem ersten Treffen kam sofort ein Gemeinschaftsgefühl auf.“

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22 Schüler seien sie vor 55 Jahren gewesen. Ein paar blieben hier, wie Dr. Woldt, viele zogen weg bis hinunter nach Sachsen oder Hamburg. „1994 dachte ich, es wäre Zeit für ein erstes Treffen“, so Heidi Fibian. „Ich musste noch im Telefonbuch der Post nach den Telefonnummern suchen.“ Zuerst trafen wir uns alle zehn, dann alle fünf und jetzt alle zweieinhalb Jahre.“ Auch aus Heidi Fibian – die ursprünglich aus Kühlungsborn stammte – wurde eine Pädagogin. Sie holte Dr. Claus Woldt ins Boot, um die Klassentreffen zu organisieren.

Überraschung für Teilnehmer

Woldt ist es auch, der sich zu jedem Treffen ein interessantes Programm ausdenkt. In diesem Jahr ging es zur Doberaner Wassermühle. Dann erhielten seine ehemaligen Schüler eine spezielle Führung zur Geschichte im Münster. Es folgten eine Besichtigung des Beinhauses, Kaffeetrinken und anschließend die Klosterküche. Für eine Überraschung sorgte er auch: „Jeder erhielt eine CD mit Fotos aller unserer Klassentreffen.“ Claus Woldt drückte am Gymnasium ebenfalls die Schulbank.

So sind solche Treffen immer mit vielen Erinnerungen verbunden. „Das Schönste waren die Ferienfahrten mit ‚Opi‘ Jochen Nehls“, sagte er. „Und die Schüler hatten früher einen größeren Respekt vor den Lehrern.“

Barbara Krause fiel diese Geschichte ein: „Wenn wir uns im Unterricht unterhielten, mussten wir raus. Dann ging es heimlich in die Eisdiele und wir warteten bis zur großen Pause, damit es nicht auffiel, dass wir weg waren.“ Roland Weber trägt diese Erinnerung noch gern mit sich: „Zum Schuljahresende gab es von unserem Physiklehrer einen gezündeten Raketenstart. Es herrschte Stillstand in der Schule.“ Anke Niemzok sagte: „Langweilig war es bei uns nie. Wenn allerdings Herr Nehls das Thermometer extra so hinlegte, dass wir kein Hitzefrei bekamen, ärgerten wir uns schon.“

Sabine Hügelland

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