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Bad Doberan Klosterverein steht in den Startlöchern
Mecklenburg Bad Doberan Klosterverein steht in den Startlöchern
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15:37 05.06.2019
Torsten Schellin (v.l.), Uschi Dethloff, Peter Ebsen, Brunhild Riedel, Gunter Heilemann, Heide Walter, Ute Putzmann und Rainer Fink vom Klosterverein stehen mit den anderen Mitgliedern in den Startlöchern für den kommenden Klostermarkt. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-DOB
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Bad Doberan

Sie scharren sprichwörtlich mit den Füßen und wollen endlich loslegen. Der „Verein der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan e. V.“ ist dabei, dem 9. Klostermarkt den letzten Schliff zu verleihen. Am 15. und 16. Juni ist es so weit, und das romantische Ambiente der Bad Doberaner Klosterruine wird zum Schauplatz eines besonderen Spektakels. „Wir haben schon Überlegungen zu unserem Jubiläum 2020“, lässt Vereinsmitglied Rainer Finck wissen. Doch erst einmal dürfen sich die Besucher auch in diesem Jahr über eine große Vielfalt an Angeboten freuen.

Rund 50 Händler werden in der Ruine des Wirtschaftsgebäudes und dem Außengelände ihre Waren feilbieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf altem Gewerk. „Darunter auch Handwerk, welches in Vergessenheit geraten ist“, sagt Fink. „Erstmals ist auch ein sogenannter Sensenmann dabei.“ Angst brauche niemand vor ihm zu haben, denn der Fachmann dengelt lediglich Sensen und beantwortet gern alle Fragen zum Thema. „Und es kommt ein Wippdrechsler, der mit dem Fuß – so wie bei einer Nähmaschine – die Drechselbank antreibt.“

Freiwillige Helfer sind willkommen

Verkauft werden auch wieder Pflanzen. „Stauden, Kräuter und anderes, das ist immer sehr gefragt“, sagt Finck. „Wir steigern uns jedes Jahr in der Qualität und sind hochmotiviert.“ Der Verein könnte die Markttage nicht allein schaffen: „Wir haben rund 70 Helfer, davon 35 Schüler aus dem Gymnasium.“ Einige ehemalige Schüler bleiben auch nach dem Abi dem Verein treu und helfen weiterhin Jahr für Jahr. „Wir brauchen immer Helfer, die uns beim Auf- und Abbau des Marktes unter die Arme greifen“, sagt Rainer Finck.

Der Keramiker ist selbst auch wieder dabei, um Interessierten das Töpferhandwerk näherzubringen. Der Verein sammelt mit dem Klostermarkt Geld, um der Ruine, die 1979 einem Brand zum Opfer fiel, wieder ein Dach zu geben. 1998 ging der „Verein der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan e. V.“ in Gründung, um mit Engagement und Hilfe der Öffentlichkeit Münster und Kloster zu fördern. Die Mitglieder forschen zu den Zisterziensern, die einst das Kloster in Doberan gründeten, und wollen das Erbe pflegen und erhalten. Dazu dienen auch Veranstaltungen wie der Klostermarkt.

150 Mitglieder, vielschichtige Arbeit

150 Mitglieder gehören dem Verein an. Zu ihnen gehört auch Gunter Heilemann, der den großen Zuspruch so erklärt: „Zum einen ist es die Vielschichtigkeit unserer Arbeit, die viele interessiert.“ Denn auch Wassermühlen­führungen, Ausstellungen, Vorträge und Exkursionsreisen gehören zum Vereinsangebot. „Und wir haben die inhaltliche Ausarbeitung für das Besucher- und Informationszentrum übernommen, das im Marstall eröffnet wurde.“

Mit Vereinsgründung galt es, den Erhalt der gesamten Anlage vor einseitig wirtschaftliche Interessen zu stellen. Dadurch rückte die Arbeit des Klostervereins in den Mittelpunkt – und schaffte das Wunder: Die Anlage blieb im Ganzen erhalten. Die Mitglieder arbeiteten eng mit Stadt und Kirchgemeinde zusammen und regten auch die Sanierung der Wassermühle an. 2016 kam erstmals Dieter Heinen auf den Klostermarkt, um hier Bier zu brauen. Auch 2019 soll das kühle Blonde wieder fließen. Er bietet zwei Sorten und Biermixgetränke an.

2015 wurde nach 100 Jahren zum ersten Mal wieder auf dem Klostergelände Bier gebraut. Die Vereins­mitglieder möchten auf die traditionelle Nutzung des Wirtschaftsgebäudes hinweisen. Früher wurde hier nachweislich Bier gebraut, gebacken und Mehl gemahlen.

Sabine Hügelland

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