Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Kröpeliner sitzt dem Kreistag vor
Mecklenburg Bad Doberan Kröpeliner sitzt dem Kreistag vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:28 27.06.2019
Der Kreistag des Landkreises Rostock hat sich am 26. Juni konstituiert, ihm gehören 69 Mitglieder an. Neuer Kreistagspräsident ist Veikko Hackendahl (CDU), hier dankt er Ilka Lochner, die vor ihm mehr als 15 Jahre lang Kreistagspräsidentin war. Quelle: Doris Deutsch
Anzeige
Kröpelin

„Es ist eine große Ehre und Verantwortung, als Kreistagspräsident gewählt zu werden“, sagt der Anwalt Veikko Hackendahl an diesem Donnerstagvormittag in seinem Kröpeliner Büro. 50 der 69 Mitglieder des Kreistages hatten am Vorabend für den 45-Jährigen als ihren Vorsitzenden gestimmt.

Vorgeschlagen hatte den Christdemokraten seine Kreistagsfraktion, der er bereits in den vergangenen fünf Jahren angehört hatte: „Ich empfinde das auch als Form der Anerkennung für meine bisherige Arbeit.“

Seit zehn Jahren in der Kommunalpolitik aktiv

Seit dem Jahr 2003 arbeitet Veikko Hackendahl, der an der Universität Rostock Rechtswissenschaften studiert hat, als Anwalt. Gemeinsam mit seiner Frau Wibke bietet er unter dem Büro-Namen „Rechtsanwälte Hackendahl“ in der Region Rostock, Bad Doberan, Kröpelin, Wismar und Umgebung Rechtsbeistand.

Im Frühjahr 2009 gehörte er zu den Mitbegründern der Wählergemeinschaft „Kröpeliner Liste“ und wurde prompt in die hiesige Stadtvertretung gewählt, wo er es schließlich – dann schon als CDU-Mitglied und Chef des Ortsverbandes – auf den Stuhl des Stadtvertretervorstehers schaffte.

„Wenn man hier lebt, möchte man mitgestalten“

„Es ist ganz einfach: Man wohnt hier, lebt hier und bringt dann die Bereitschaft auf, dass man aktiv mitgestalten möchte“, erklärt Veikko Hackendahl, Vater von zwei Töchtern, die Initialzündung für sein Engagement in der Kommunalpolitik und in der Stadt überhaupt. Dabei räumt er ein, dass die landläufige Vorstellung – „Wir machen mal schnell alles anders“ – in der Wirklichkeit „nicht so ganz einfach“ sei. „Das sind langwierige Prozesse und trotzdem macht es Spaß, da mitzugestalten. Ich lebe sehr gern hier und es spricht nichts dagegen, mich so einzubringen, auch in die Vereinsarbeit.“

Veikko Hackendahl ist schließlich der Vorsitzende vom Ende 2016 eingetragenen Tischtennis-Club Kröpelin mit heute knapp 20 erwachsenen Mitgliedern, die in der Verbands- und Landesliga sowie auf Bezirksebene spielen. Wichtig ist dem leidenschaftlichen Tischtennisspieler Hackendahl („Ich bin durch meinen Vater zu diesem Sport gekommen“) aber auch die Jugendarbeit – die Mannschaft erkämpfte gerade einen zweiten Platz auf der Landesliga-Ebene. Seine kleine Tochter steht in der Bezirksrangliste Nordost bei den Schülerinnen B sogar auf Platz 1.

Was kann der sportliche Vater nun im Kreistag auch für Kröpelin bewegen?

Die Kommunen brauchen Luft zum Atmen

„Es ist jetzt sicherlich auch der falsche Ansatz, zu sagen, ich bin nun zum Kreistagspräsidenten gewählt worden und werde alles dafür tun, um etwas für Kröpelin zu erreichen. Im Fokus steht natürlich der Landkreis mit all seinen Ecken und auf allen Ebenen. Dabei sind wir mit Kröpelin, Neubukow, Satow und insbesondere Kühlungsborn mit der Infrastruktur recht gut aufgestellt – da gibt es im Landkreis auch andere Gegenden, wo diese Infrastruktur bei weitem nicht so gut ist. Deshalb muss man schon das große Ganze im Blick haben.“ Da gebe es künftig insbesondere im Bereich der Straßeninstandsetzung einen erheblichen Investitionsstau aufzulösen „und der Schulentwicklungsplan kommt auch noch mal wieder neu aufs Tableau, weil der Landkreis doch relativ stabile Einwohnerzahlen hat.“ Der Landkreis habe ja auch die Aufgabe, Rahmen zu schaffen, dass sich Kommunen auch entwickeln können: „Da ist die Kreisumlage ein Thema, dieses Geben und Nehmen. Man muss schon immer gucken, dass man den Kommunen auch Luft zum Atmen lässt.“

Der neue Kreistagspräsident begrüßt, dass in Güstrow dem Antrag der Freien Wähler stattgegeben wurde, die Zahl der Ausschussmitglieder von zehn auf elf zu erhöhen: „Das war wichtig und gut, denn nun können tatsächlich alle im Kreistag vertretenen Fraktionen auch in den Fachausschüssen mitarbeiten. Dieses Miteinander ist ein gutes Zeichen.“

Was den Fortbestand von Parteien, auch der bisherigen Volksparteien, betreffe, ist Veikko Hackendahl optimistisch, sie würden gebraucht, es werde sie weiter geben: „Man kann schnell sagen, ich mache alles anders – aber brechen wir mal allein das Thema Klima runter: Wir wollen keine Atomenergie, wir wollen keine Energie aus Braunkohle, wir wollen regenerative Energie, aber bitte nicht aus Windrädern – sondern nur aus Windrädern, die nicht vor unserer Tür stehen. Bei Fotovoltaik sind wir uns auch nicht sicher, weil die Dinger in der Herstellung ja nicht so umweltfreundlich sind. Da fragt man sich, wo soll denn die Energie herkommen? Alle sagen, das Elektroauto ist die Zukunft, aber keiner beschäftigt sich wirklich intensiv mit den Folgen, die wir am anderen Ende des Ozeans anrichten, woher die Rohstoffe für die Akkus kommen. Den verantwortlichen Parteien kann man aber nicht vorwerfen, dass sie nichts getan hätten – Deutschland ist da relativ aktiv.“

Thomas Hoppe

Die Neubukower Stadtvertreter besetzten alle Fachausschüsse der Schliemannstadt in großer Einmütigkeit. Nur bei der Bestellung der Gleichstellungsbeauftragten wird gezögert.

27.06.2019

An den Ortseingängen werden Parkplätze eingerichtet. Es fährt ein Shuttle zum Sportplatz, auf dem die Sommertour am Sonnabend mich Michael Schulte und Jonas Monar stattfindet. Für die Stadtwette müssen sich die Satower als Obst verkleiden.

27.06.2019

Der Landgasthof „Zur Eiche“ in Kessin ist geschlossen. Der Eigentümer will die Gebäude für betreutes Wohnen umbauen. Die Gemeinde unterstützt das Vorhaben. Der Frisör bleibt, ein Café soll dazukommen.

27.06.2019