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Bad Doberan Die Kübo-Narren feiern Jubiläum
Mecklenburg Bad Doberan Die Kübo-Narren feiern Jubiläum
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08:08 10.02.2019
Minigarde beim Training. Quelle: Rolf Barkhorn
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Kühlungsborn

Sie sind mit Eifer dabei, folgen aufmerksam und teilweise schon mit erstaunlicher Präzision der vorgegebenen Choreographie. Obwohl gerade Ferien sind, haben sich acht Mädchen zum wöchentlichen Training in der Sporthalle West eingefunden. Schließlich soll bei den großen Auftritten zu den drei tollen Tagen am letzten Februarwochenende in der Sporthalle Ost alles reibungslos klappen. Die Mädchen der „Minigarde“, der jüngsten Tanzgruppe vom Faschingsklub Kühlungsborn, sind im Durchschnitt gerade mal acht Jahre alt. Aber sie machen ihre Sache gut, ernten bei diesem Ferientraining viel Lob von ihrer Trainerin Manja Heldt.

Die Tänzerinnen der Minigarde sind die jüngsten Aktiven von knapp 100 Mitgliedern im Verein. Aber der Fasching in Kühlungsborn ist um ein Vielfaches älter als sie. In den späten 70er Jahren entstanden die ersten närrischen Abende mit Programm und Büttenreden in Kühlungsborn. Vor allem Urlauber, die in den FDGB-Heimen im Winter zahlreich Urlaub machten, sollten damit unterhalten werden.

Fasching als Unterhaltung für Urlauber

Zu den Initiatoren und Mitbegründern des Faschingsklubs Kühlungsborn mit der originellen Abkürzung „FKK“ gehören Edeltraut und Hans Flemming. Beide werden in diesem Jahr jeweils 90 Jahre alt und sind immer noch aktiv dabei. Hans Flemming erinnert sich: „Auf die Idee, Fasching für die Urlauber zu machen, sind wir selbst gekommen und wurden aber dafür vom Feriendienst mit offenen Armen empfangen.“ Weil damals aber die meisten Urlauber in den Ferienheimen des DDR-Gewerkschaftsbundes Frauen waren, seien noch Armeeangehörige aus der Kühlungsborner Kaserne mit eingeladen worden.

Zur 35. Session, im Februar 2014, wurden Hans und Edeltraut Flemming mit Orden geehrt. Quelle: Rolf Barkhorn

Die ersten Veranstaltungen kamen gut an und so gründete sich im Spätherbst 1978 im ehemaligen FDGB-Ferienheim „Ernst Grube“ der Faschingsklub Kühlungsborn. „Von da an waren alle unsere Veranstaltungen, die meistens im Saal des Ferienheimes ,Jochen Weigert’ stattfanden, auch öffentlich“, berichtet Hans Flemming. Und weil die Nachfrage nach Karten unter den Kühlungsbornern immer dann größer wurde, wurden die Karten selbst für Vereinsmitglieder kontingentiert. „Jedes Mitglied durfte nur zwei Karten für andere kaufen“, erinnert sich Edeltraut Flemming. Fasching gefeiert wurde fünf Tage lang, von Freitag bis Dienstag, und ein Höhepunkt war stets der Nachtwäscheball am Dienstagabend.

Nur Männer im ersten Elferrat

Der erste Elferrat bestand nur aus Männern, angeführt von ihrem Präsidenten, Andreas Krechlok. Richtige Uniformen für den Elferrat gab es damals noch nicht. „Da mussten einfache Kellnerjacken erstmal reichen“, erzählt Hans Flemming. Im Lauf der Jahre entwickelten sich die Kostüme und in ihnen wahre Bühnentalente. Dazu gehörte als gefeierter Büttenredner Carl Riccius. Und auch Hans Flemming stieg oft in die Bütt mit eigenen Texten. „So an die 35 Büttenreden habe ich im Lauf der Jahre wohl verfasst“, sagt der Senior. Eine davon wird er im aktuellen Programm wieder vortragen.

Der Faschingsklub Kühlungsborn (FKK) zelebriert seine 40. Session. Hier ein paar Schnappschüsse aus vergangenen Jahren.

Kritisch durften die Texte der Karnevalisten im Norden auch zu DDR-Zeiten durchaus sein, solange damit lokale Missstände auf die Schippe genommen wurden und nicht an den Grundfesten des Sozialismus gerüttelt wurde. „Wir mussten unsere Texte nie irgendwo vorlegen“, betont Büttenredner Flemming.

Auch Iris Eichler, die fünfte Inhaberin des Präsidentenamtes nach Andreas Krechlok, Karl-Heinz Müller, Gerd Eichler und Peter Schult, erinnert sich gern an die frühen Jahre. „Unser Fasching hat immer durch viele gute Akteure gelebt. Mitglieder wie Jutta Niesler und die Brüder Bodo und Norbert Eppert haben den Saal oft zum Toben gebracht“, erinnert sie sich.

FKK-Präsidentin Iris Eichler Quelle: Rolf Barkhorn

Als Präsidentin weiß sie: „Ein tolles Faschingsprogramm anzubieten, das geht nicht ohne solche Mitstreiter, aber auch nicht ohne Proben. Als verantwortlicher Zeremonienmeister hatte Dieter Trenkler uns manchmal gefordert bis zur Erschöpfung. Das konnte anstrengend sein, hatte sich aber gelohnt.“

Kostümwahl leicht gemacht

Vom Lernen der Texte, Proben der Sketche und unzähligen Trainingsstunden der Tanzgarden lebt der Fasching in Kühlungsborn auch heute noch. So wie die Minigarde bereiten sich auch die anderen Gruppen des FKK zurzeit intensiv auf die bevorstehenden drei tollen Tage in der Sporthalle Ost vor. Diese starten am Freitag, dem 22. Februar, um 20 Uhr mit der großen Schlagerparty mit der Showband „Impression“ . Am Samstagnachmittag um 14 Uhr wird traditionell zum Seniorenfasching geladen. Der Hauptakt ist die Abendgala am Samstag, 23. Februar, um 20 Uhr und den krönenden Abschluss bildet wieder der Kinderfasching am Sonntag ab 14.30 Uhr. Die Kostümwahl wird dem Kühlungsborner Narrenvolk in diesem Jahr relativ leicht gemacht. Denn das Thema der 40. Session lautet: „Das Motto ist uns schietegal, Der FKK feiert 40 Jahre Karneval!“

Rolf Barkhorn

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