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Kühlungsborn Reriker Museum macht Geschichte erlebbar
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Reriker Museum macht Geschichte erlebbar
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16:17 31.01.2019
Die Raetoviarier stellen im August dar, wie unsere germanischen Vorfahren gelebt haben. Quelle: privat
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Rerik

Die Tür steht einladend offen, auch wenn es jetzt, außerhalb der Saison, merklich ruhiger zugeht im Ostseebad Rerik. Aber ein Besuch des Heimatmuseums bietet sich eben auch oder erst recht in der Nebensaison an. Wenn Zeit und Ruhe ist für einen ausführlichen Rundgang durch die verschiedenen Kapitel der Reriker Heimatgeschichte. Die Besucherzahlen werden Mitte des Jahres wieder merklich steigen. Immerhin zwischen 6000 und 7000 Gäste werden hier jährlich gezählt. Wenn Museumsleiter Thomas Köhler sein Publikum durch die ständige Ausstellung führt, klärt er auch darüber auf, dass Rerik, das vor 1938 noch Alt Gaarz hieß, in seiner Entstehung von der Landwirtschaft geprägt war. „Man liest und hört immer wieder, Rerik sei aus einem ehemaligen Fischerdorf entstanden. Das ist aber nicht korrekt“, sagt Köhler. „Die Menschen hier haben von Ackerbau und Viehzucht gelebt. Fischfang war oftmals nur Nebenerwerb.“

Museumsleiter Thomas Köhler im Heimatmuseum Rerik. Quelle: Rolf Barkhorn

Viele Exponate stammen aus privater Quelle

Wie die Menschen früher gelebt haben, welche Gegenstände sie bei der Arbeit auf dem Feld oder im Haushalt und eben auch bei der Fischerei benutzt haben, erfahren Besucher des Museums bei ihrem Rundgang. Viele Gegenstände, die in der ständigen Ausstellung, aber auch bei zeitlich begrenzten Expositionen zu sehen sind, stammen aus privaten Quellen. So landete schon so mancher zufälliger Bodenfund im Reriker Heimatmuseum.

„Für diese Gaben sind wir sehr dankbar, denn sie machen unsere Geschichte ein Stück lebendig“, beschreibt Köhler und ergänzt, dass fast jedes Exponat eine eigene Geschichte erzählt. Dazu zeigt er ein Beispiel: In einer Vitrine, die einen Blick in die Geschichte des Badetourismus in Rerik zeigt, liegen zwei Fotografien. Auf dem älteren Schwarz-Weiß-Foto zeigt sind drei Mädchen in den 1960er-Jahren am Reriker Strand zu sehen. Die jüngere Farbaufnahme zeigt die drei als Frauen Jahrzehnte später wieder am Reriker Strand. Beide Fotos wurden dem Museum zur Verfügung gestellt. „Eine tolle Geschichte – für diese Gabe bin ich den Frauen sehr dankbar“, sagt der Museumschef. Jedes Stück, das dem Museum aus privater Hand übergeben wird, wird von ihm registriert – handschriftlich auf einer Karteikarte und auch digital. Erst danach bekommen die Stücke ihren Platz in der Ausstellung.

Zeitzeugnisse aus DDR-Ferienheimen gesucht

„Wer alte Sachen aus vergangenen Zeiten findet und damit nichts anzufangen weiß, kann sich gern melden“, sagt Thomas Köhler und ergänzt, dass er vor allem noch auf der Suche nach Aufnahmen aus DDR-Zeiten sei, die in Betriebsferienheimen, in der Landwirtschaft, im Trainingszentrum des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) oder den Ferienlagern entstanden sind: „Davon haben wir kaum Material – aber vielleicht wird da noch jemand fündig.“

Über den historisch geprägten Rundgang hinaus hat das Reriker Heimatmuseum auch in diesem Jahr wieder einiges mehr zu bieten. Die meisten Angebote sind für die Zeit der Hauptsaison von Mai bis September/Oktober vorgesehen. Außerhalb des Hauses bietet der Museumsleiter Führungen an. Dazu gehören die zweistündigen Kirchenführungen an jedem Montagvormittag sowie Stadtführungen jeweils am späten Dienstagnachmittag. Und besonders beliebt sind von Mai bis Oktober am Donnerstag die etwa zweieinhalbstündigen Wanderungen zu drei von acht vorhandenen Großsteingräbern in und um Rerik.

Vorträge über Meerungeheuer und Wikinger

Im Haus finden im Sommer auch Gastvorträge statt. So berichtet Bodendenkmalpfleger Volker Häußler über archäologische Entdeckungen in Rerik und Umgebung, Heimatforscher Dr. Jürgen Jahncke erzählt über Sturmfluten an der Ostsee und Meeresungeheuer im Salzhaff. Und was Wikinger mit dem Salzhaff verbindet, davon handelt ein Vortrag von Bodendenkmalpfleger Jürgen Karkor.

Auch Künstler erhalten in diesem Jahr wieder die Gelegenheit, ihre Werke im Heimatmuseum zu zeigen. Geplant sind insgesamt vier Ausstellungen. Den Anfang macht am 31. März Dr. Sabine Tunn mit ihrer Fotoausstellung „Das Leben in Kägsdorf“, mit der sie die Geschichte des Gutes im Nachbarort dokumentiert. Die Fotos sind bis zum 24. Mai in Rerik zu sehen. Danach stellt der Rostocker Kunstmaler Norbert Kürlis seine „Meeresimpressionen in Acryl und Aquarell“ aus.

Der Höhepunkt des diesjährigen Programms im Reriker Heimatmuseum ist für Anfang August geplant. Dann bietet die Alamannengruppe „Raetovarier“ aus Aalen in Baden Württemberg wieder eine Woche lang „Geschichte zum Anfassen“. Auf dem Gelände des Museums zeigt die Gruppe in ihrem Zeltdorf anschaulich, wie die Menschen vor 2000 Jahren gelebt und ihren Alltag bewältigt haben.

Rolf Barkhorn

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