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Kühlungsborn Mit fiesen Bildern über den Winter
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Mit fiesen Bildern über den Winter
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21:36 11.12.2018
Die Urlauber Joachim und Erika Jendrzey aus Thüringen kennen einen der Karikaturisten, der in der Cartoon-Ausstellung in der Kunsthalle Bilder zeigt. Quelle: Sabine Hügelland
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Kühlungsborn

Manche lachten laut, andere hielten sich die Hand vor den Mund und grinsten. Wieder andere blieben sprachlos. Die neue Ausstellung in der Kunsthalle „Fiese Bilder – Meisterwerke des schwarzen Humors 6“ aus der Cartoonfabrik Berlin bewegt die Gemüter. Genau das ist auch ihre Aufgabe, denn es waren Cartoonisten am Werk, denen nichts Menschliches fremd ist. Sie nehmen politische, gesellschaftliche und alltägliche Szenen und Themen aufs Korn. Karikaturisten sind zu beneiden, denn was sich der normale Bürger nicht traut zu sagen, das überspitzen sie gekonnt und ernten damit zumeist Anerkennung.

„Das Schöne am Fiesen ist: Es kennt keine Grenzen!“ steht auf der Rückseite des Ausstellungs-Kataloges. „Nichts ist ihnen heilig – keine Katastrophen, Krankheiten, Massaker und schon gar nicht der Tod. Nach dem Motto: Die Welt ist fies und das ist gut so!“ Rund 250 Meisterwerke des schwarzen Humors der 60 besten Karikaturisten Deutschlands und Österreichs aus der Cartoonfabrik Berlin – das sind Wolfgang Kleinert und Dieter Schwalm – sind in der Kühlungsborner Kunsthalle zu sehen. Dazu gibt es Kataloge, Bücher und Postkarten zu erwerben, die gut auf den weihnachtlichen Gabentisch passen.

„Seit zwölf Jahren stelle ich nun Cartoons aus“, sagte Kunsthallenchef Franz Norbert Kröger. „Früher schloss ich die Kunsthalle im Winter.“ Dann kam er auf die grandiose Idee, unterhaltende Kunst in dieser eher urlauberarmen Zeit zu präsentieren. Zuerst stellte er selbst die Ausstellungen zusammen. Durch den Deutschen Karikaturenpreis kam Kröger zur Cartoonfabrik. Seitdem gibt es eine Zusammenarbeit. „Diese Ausstellungen sind ein Erfolgsmodell“, sagte er. Die neue wurde von der Köpenicker Cartoon-Gesellschaft zusammengestellt und war erstmals beim 10. Cartoonair am Meer im Sommer 2017 in Prerow zu sehen. Die Kunsthalle Kühlungsborn ist traditionell die erste Station ihrer Wanderschaft.

„Es sind schon recht heftige Cartoons dabei.“

„Es sind schon recht heftige Cartoons dabei. Da verschlägt es mir fast die Sprache“, sagte Erika Jendrzey die mit ihrem Mann Joachim gerade ihren Urlaub im Ostseebad verbringt. „Aber Humor ist wichtig und Christian Habicht, den kennen wir. Der Karikaturist ist sehr beliebt bei uns in Thüringen.“ Für die Kühlungsbornerin Elisabeth Schlaak, die eine treue Besucherin der Kunsthalle ist, sind die Bilder mit ihren teilweise sehr extremen Darstellungen zwar etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch aber interessant: „Das ist eine andere Generation“, sagte sie. „Ich muss mich nur wundern über die Wortbedeutungen“, so die 90-Jährige.

Kunsthallenchef Franz Norbert Kröger und seine Mitarbeiterinnen Monita Janowski und Tina Sandmann sind selbst Freunde der Cartoonausstellung, in der viel gelacht wird. Quelle: Sabine Hügelland

„Es ist die schönste Zeit in der Kunsthalle“, sagte Franz Norbert Kröger. „Das Publikum ist gut gelaunt und es kommen fast so viele nur zu dieser Ausstellung, wie sonst im ganzen Jahr. Die Ausstellung spricht alle Schichten an“, so Kröger. Die Hemmschwelle für Menschen, die sich sonst nicht in die Kunsthalle trauen, sei niedriger. Jedes Jahr freuen sich auch seine Mitarbeiterinnen Monita Janowski und Tina Sandmann und er selbst auf die Cartoons: „Ich lasse es mir nicht nehmen, den Freitag vor der Eröffnung ausgiebig die Bilder anzuschauen“, so der Kunsthallen-Chef. „Die Gäste gehen gut gelaunt und fröhlich wieder raus, und wenn jemand besonders laut lacht, dann weiß man meist, vor welchem Bild er steht“, sagte er. „Die Musik passte hervorragend zur Ausstellung“, so Urlauberin Petra Sanders aus Niedersachsen. Der Pianist Holger Mantey spielte und begleitete sich selbst auf dem Klangkörper Rav Drum und mit anderen „Instrumenten“, wie Brettern mit Noppen.

„Die Ausstellung ist für uns auch in finanzieller Hinsicht wichtig“, so Kröger. „Ich bin dankbar für die Unterstützung von Stadt, Land, Kreis und anderen Einrichtungen.“ Gelacht werden kann noch bis zum 10. März 2019, dann wechselt die Ausstellung. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 12 bis 17 Uhr.

Sabine Hügelland

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