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Kühlungsborn Zoff um Windschutz am Haffplatz
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Zoff um Windschutz am Haffplatz
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00:00 05.02.2016
Sicher, es wurde ein Fehler gemacht. Aber die Lösung der Sache sollte nicht ein Abriss sein.“Christoph Dudeck (CDU), Stadtvertreter
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Rerik

Ulrike Wagner und Thomas Uderstadt werden weiter für die kleine Umfassungsmauer aus Natursteinen mit dem aufgesetzten Windschutz aus Glas kämpfen. Die Umfriedung schützt den kleinen Spiel- und Sitzplatz vor ihrem Eis-Kiosk am Rand des Haffplatzes — gegenüber der Seebrücke — vor Wind, Flugsand und Überflutung, wenn es stark regnet. „Die Abriss-Verfügung der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Rostock akzeptieren wir nicht“, sagt Ulrike Wagner kämpferisch.

Die Abriss-Verfügung wurde vom Landkreis im Juli 2014 erstmals angedroht und schließlich, so Ulrike Wagner, im April 2015 ausgesprochen. Jetzt wird es für das Paar allerdings langsam eng. Denn vor gut zwei Wochen wies das Verwaltungsgericht Schwerin den Widerspruch von Ulrike Wagner und Thomas Uderstadt gegen die Abriss-Anordnung zurück. Rechtsgültig ist der Spruch jedoch noch nicht, weil Rüdiger Kroll, der Rechtsanwalt von Wagner und Uderstadt, fristgemäß in letzter Instanz vor das Oberverwaltungsgericht Greifswald ziehen wird.

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Rückblick: Die beiden Betreiber des Eiskiosks „Eisparadies“ hatten im Frühjahr 2014 die Natursteinmauer mit Pflanzrinne und aufgesetztem Windschutz aus Glas gebaut. Weil die niedrigen Palisadenpfähle, die vorher den Platz einfriedeten, durchgerottet waren „und der Neubau einer Palisadenreihe keinen Schutz gegen Flugsand und Überflutung bei Starkregen geboten hätte“, so Uderstadt.

Das Wasser kam immer wieder von der öffentlichen Straße vor dem Haus, die zum Wustrower Hals führt. Wagner und Uderstadt machten allerdings einen folgenschweren Fehler.

„Wir gingen davon aus, dass zaunartige Bauwerke von etwa 1,60 bis 1,70 Meter Höhe genehmigungsfrei sind“, sagt Uderstadt. Sie legten los und investierten einige Tausend Euro. Was sie nicht bedacht hatten: Diese Genehmigungsfreiheit gilt nicht, wenn ein Bebauungsplan ausdrücklich eine andere Regelung vorschreibt. Was in diesem Fall zutrifft. Im B-Plan Nr. 5 der Stadt Rerik für das Gebiet Haffküste wird festgelegt, dass an öffentlichen Straßen als Einfriedungen Laubholzhecken mit einer Höhe bis zu 1,20 Meter oder hölzerne Lattenzäune oder Zaunfelder in Höhe von maximal einem Meter zulässig sind. Es kam zu einer Anzeige beim für Rerik zuständigen Amt Neubukow-Salzhaff und der Ärger ging los. Vor allem Ulrike Wagner ist fassungslos. „Wir haben doch hier etwas wirklich Hochwertiges gebaut, das den Platz schützt und aufwertet. Das sagen uns nicht nur Gäste, sondern auch viele Reriker“, erklärt sie.

Im Bauausschuss der Stadtvertretung wird das anders gesehen. „Der B-Plan gibt so eine Umfriedung einfach nicht her. Und es ist nicht so, dass die Abriss-Verfügung wie der Blitz aus heiterem Himmel kam. Frau Wagner und Herr Uderstadt haben einen sehr frühen Baustopp des Landkreises ignoriert und sind nicht auf unsere Gesprächsangebote eingegangen. Wir gehen hier nicht rigoros vor“, sagt Vorsitzender Thomas Hähnel (SPD). Und sein Vize, Stadtarchitekt Holger Bernitt, stellt klar: „Wenn wir das zulassen, öffnen wir Wildwuchs, den wir auf dem Haffplatz überhaupt nicht wollen, Tür und Tor.“ Es gibt aber auch andere Stimmen, wie die von CDU-Stadtvertreter Christoph Dudeck: „Sicher, hier wurde ein Fehler gemacht. Aber wir müssen nicht gleich mit der Brechstange vorgehen und den Abriss durchsetzen. Es wurde ein sinnvolles Angebot vor allem für Gäste mit kleinen Kindern geschaffen. Ähnliches gibt es auch woanders im Ort. Wir sollten nach einer Lösung suchen, die nicht der Abriss ist.“

So oder ähnlich will auch Anwalt Rüdiger Kroll vor dem Oberverwaltungsgericht argumentieren. „Streng formal gesehen, haben meine Mandanten einen Fehler gemacht. Sie hätten sich erst über den B-Plan informieren und dann um eine Ausnahmegenehmigung nachsuchen müssen. Aber irgendwie ist doch hier mit der Abriss-Verfügung die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt. Zudem etwas sehr Sinnvolles und nichts Hässliches gebaut wurde“, sagt Kroll.

Sein verblüffend einfacher Vorschlag: Man pflanze vor Natursteinsockel und Glaswand eine Hecke schnell und dicht wachsender Rosen — wie Kartoffelrosen — und „die Anforderungen des B-Plans sind erfüllt, weil die Hecke das, was dahinter steht, völlig verdeckt“.



Lutz Werner

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