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Bad Doberan Atlas-Musiker planen für 2019
Mecklenburg Bad Doberan Atlas-Musiker planen für 2019
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13:13 14.01.2019
„Atlas Revival Projekt“ – das sind: Lutz Lemcke, Hartmut Götting, Harry Kronwald, Robert Frahm und Reinhard Dankert. Quelle: privat
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Kühlungsborn

28 Auftritte – die Musiker nennen es „Muggen“ – im vergangenen Jahr. Meistens vor voller Hütte – wie gleich sieben Mal im Restaurant „Vielmeer“ im Kühlungsborner Hafen oder in den Konzertgärten des Ostseebades. Oft führte die Tour auch nach Börgerende und auch für Events in Zingst und Göhren auf Rügen wurden die Musiker gebucht. Hinter der Band „Atlas Revival Projekt“ liegt das erfolgreichste Jahr seit der „Wiedervereinigung“ im November 2011.

„Auftritte der Band bei uns kommen immer sehr gut beim Publikum an. Die Urlauber mögen diesen breiten, tanzbaren Mix aus allen möglichen populären Richtungen und für die Kühlungsborner hängen oft Erinnerungen an die heute fast schon legendären Partys in den 80er-Jahren im ,Balaton’ und anderen damals angesagten Tanzbars dran“, erklärt „Vielmeer“-Gastronom Peter Weide.

Peter Weide (Restaurant „Vielmeer“): „Auftritte der Band kommen beim Publikum immer sehr gut an.“ Quelle: Archiv

„Atlas Revival Projekt“ – das sind: Reinhard Dankert (Gitarre, Gesang), Harry Kronwald (Keyboard, Gitarre, Gesang), Robert Frahm (Gesang, Percussion), Hartmut Götting (Schlagzeug) und Lutz Lemcke (Bass, Gesang). Zu Hause sind sie zwischen Rostock und Alt Bukow. Zwischen 57 und 70 Jahre alt sind die Musiker mittlerweile, und für Frahm, Dankert und Kronwald ist das 50-jährige Bühnen-Jubiläum greifbar. Was sie aber eher anspornt, sich auch noch im reiferen Musiker-Alter weiterzuentwickeln.

Reinhard Dankert hatte die Band-Kollegen und ihre Frauen am vergangenen Sonnabend zu sich nach Klein Nienhagen zu einem „Neujahrsempfang“ eingeladen. Eigentlich war es mehr ein Familientreffen. „Über Projekte für 2019 reden, gemeinsam lecker essen und dann entspannt bei ein paar Drinks zusammensitzen“, beschreibt Dankert den „Neujahrsempfang“.

Rund 60 Titel hat die Band bisher im Repertoire: Oldies, Rock, Pop, Schlager, Country, Neue Deutsche Welle. Meistens Stücke, die richtig abgehen, tanzbar sind und zum Mitsingen animieren. Das reicht von CCR, den Stones, Status Quo, Dire Straits – um nur einige Rock-Legenden zu nennen – bis hin zu Wolfgang Petry und Matthias Reim. Auch ein paar eigene Titel sind dabei. „Das sind gut fünf Stunden Musik. Die brauchst du schon an einem langen Abend, der manchmal bis weit in die Nacht reicht“, sagt Harry Kronwald. 2019 soll der eine oder andere Titel dazukommen. Und ein kleiner Block mit populären Ostrock-Stücken. Denn auf ihrer Liste finden sich bisher nur der Karat-Hit „Über sieben Brücken“, Michael Barakowski’s „Zeit, die nie vergeht“ und „Kling, Klang“ von Keimzeit. „Mit Erscheinungsjahr 1993 eigentlich kein Ostrock mehr“, so Dankert.

Ostrock sei vor Publikum, das feiern und tanzen will, schwierig rüber zu bekommen, weiß Dankert. „Komplizierte Musik, die oft fast schon hohe Kunst ist, häufig beinahe philosophische Texte.“ Aber wer sucht, der findet. Renft’s „Gänselieschen“ und City’s „Am Fenster“ mit dem „Wahnsinns-Rhythmus und dem wahrscheinlich längsten Geigen-Solo der Welt können auch einen voll besetzten Konzertgarten zum Beben bringen“, wagt Schlagzeuger Hartmut Götting eine Prognose.

Das Erfolgsrezept der Musiker, die jetzt seit fast vier Jahrzehnten unter dem Label „Atlas“ daherkommen: „Wir spielen populäre Titel, die unser Publikum viele Jahre begleitet haben, mit eigener Interpretation so authentisch wie möglich nach. Musikalische Experimente sind nicht unser Ding“, so Dankert.

Die Gruppe „Atlas“ in den 1980er Jahren – hier bei einem Auftritt in der Tanzbar „Balaton“. Quelle: privat

Die Gruppe „Atlas“ gründete sich im Oktober 1980 und wurde durch Auftritte im „Teepott“ in Warnemünde“ sowie in den Kühlungsborner Tanzbars „Balaton“ und „Hafenbräu“ sowie in den vielen FDGB-Ferienheimen schnell populär. Dort, wo einst das „Hafenbräu“ war, steht heute das „Ostsee-Brauhaus“. 1984 kam die Einstufung in die „Sonderklasse“ – „das war das höchste Niveau, das Amateur-Bands in der DDR erreichen konnten“, erinnert sich Harry Kronwald.

Dann kam die Wende. Die bisherigen Spielstätten machten meistens dicht, große Disco-Paläste kamen in Mode und „wir und viele andere Ost-Bands waren plötzlich nicht mehr gefragt“, erinnert sich Robert Frahm. Dazu kam der Zwang, sich beruflich neu orientieren zu müssen. Mit der Musik war es erst einmal vorbei. Aus dem Kühlungsborner Gastronomen Frahm wurde beispielsweise ein erfolgreicher Auto-Verkäufer und aus dem Schiffselektronik-Ingenieur Dankert ab 1994 ein Landtagsabgeordneter der SPD und später der Datenschutzbeauftragte des Landes MV.

Im November 2011 führte Robert Frahm die Band für einen Auftritt im Kühlungsborner „Brauhaus“ wieder zusammen. „Im ,Hafenbräu’ war 30 Jahre zuvor einer unserer ersten Auftritte. Das wollten wir mit einem schönen Abend feiern“, so Frahm. Der Auftritt wurde ein voller Erfolg und „wir hatten plötzlich wieder Lust, zusammen Musik zu machen“, erinnert sich Frahm. Ab diesem Zeitpunkt unter dem neuen Namen „Atlas Revival Projekt“. Von der ursprünglichen Gruppe „Atlas“ sind noch Dankert, Kronwald und Frahm dabei.

Lutz Werner

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