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Bad Doberan Er braut das wohl seltenste Bier in Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan Er braut das wohl seltenste Bier in Kühlungsborn
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08:52 26.07.2019
In der Küche seiner Wohnung steht der Braukessel von Zoltan Szabo. Hier entsteht das „Ostseebräu“. Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

Gebraut in der heimischen Küche: Zoltan Szabo aus Kühlungsborn stellt sein eigenes Bier her. „Das Ostseebräu ist nicht käuflich und sehr selten“, sagt er. Pro Brauvorgang füllt er etwa 40 Halbe-Liter-Flaschen. Die verschenkt er dann an Freunde und Bekannte oder verlost sie auf seiner Facebook-Seite. Aber auch Kostproben unter Fans sind geplant.

Leidenschaft in Kiel geweckt

„Ich braue das Bier, weil es mir Freude bereitet und ich mit den Bierkreationen ebenso anderen Bierliebhabern und Liebhabern der Ostsee eine Freude bereiten kann.“

Vor drei Jahren packte ihn die Leidenschaft für das Getränk. Auf einem kleinen Craft-Beer-Fest in Kiel sei ihm die geschmackliche Bandbreite des Biers bewusst geworden. „Da hatte ich das erste Mal die Lust verspürt, ein eigenes Bier zu brauen.“ Der Marketingmanager probierte einige hausgebraute Biere, besuchte Craft-Beer-Messen und besichtigte verschiedene kleine Brauereien. „Anfang 2019 entschied ich mich dazu, das Projekt Bier brauen endlich in die Tat umzusetzen. Seitdem habe ich bereits einige positive Erfahrungen gesammelt.“

Selbst gemacht

Für Einsteiger gibt es im Internet Rezepte, wie Bier im Kochtopf auf dem heimischen Herd zubereitet werden kann. Eine professioneller Braukessel für den Hausgebrauch kostet mehrere Hundert Euro. Wer größere Mengen Bier produzieren will, muss das zunächst beim zuständigen Hauptzollamt anmelden. Hobbybrauer wie Zoltan Szabo dürfen dann bis zu 200 Liter Bier im Jahr herstellen. Weitere Informationen gibt es auf www.hopfenhelden.de

Kreativ trotz Reinheitsgebot

Bierbrauen sei ein kreativer Prozess, wenn man keine Standardmischungen brauen will, sagt Zoltan Szabo. „Man muss sich immer wieder aufs Neue überlegen, welche Zutaten die ideale Mischung ergeben und den gewünschten Geschmack erzeugen.“ Ihm sei dabei wichtig, nach dem deutschen Reinheitsgebot zu brauen. In der Craft-Beer-Szene gibt es natürlich auch Brauer, die meinen, Kirschblüten und andere Zutaten in das Bier mischen zu wollen. „Aber dann ist es nach meiner Auffassung kein Bier im eigentlichen Sinn mehr.“

Und auch ohne solche Zusätze gebe es eine große Bandbreite an Geschmäckern. „Die existierenden Malz- und Hopfensorten sind derart vielfältig, dass diese in der richtigen Kombination viele verschiedene Geschmäcker ermöglichen“, sagt der Hobbybrauer. Ein weiterer Vorteil des Ostseebräu: „ Man weiß immer genau, was drin steckt.“ Im Gegensatz zum „Massenbier“ großer Brauereien könne er bei seinem eigenen Bier sicherstellen, dass keine Zusatzstoffe drinstecken. „Das ungefilterte Bier hat zudem wichtige, gesunde Nährstoffe.“

Hygiene ist wichtig

Der Brauvorgang selbst sei relativ simpel, sagt Zoltan Szabo. „Man nimmt einen geeigneten Maischekessel, erhitzt das Wasser, gibt das geschrotete Malz dazu und kocht es.“ Wichtig sei dabei das permanente Rühren und die optimale Temperatur zu den verschiedenen Kochzeitpunkten. „Weil Wasser verdampft, muss welches nachgefüllt werden. Später gibt man die gewünschten Hopfensorten dazu, je nach Geschmack mehr oder weniger davon. Wenn der Sud abgekühlt ist, kommt die Hefe hinzu. „Und dann heißt es warten. Es dauert einige Wochen, bis die Hefekulturen aus dem Malzzucker bei der Gärung Alkohol erzeugen. Das geschieht in einem speziellen, luftdicht verschlossenen Gärfass. Anschließend muss das Bier reifen. „Die Reifung erfolgt dann entweder in Flaschen oder im Fass“, sagt der Bierexperte.

Sehr wichtig und aufwendig sei die Hygiene. Verunreinigungen während des Brauvorgangs, insbesondere während der Gärung können den Geschmack negativ verfälschen. „Die Reinigung des Maischekessels nach dem Brauvorgang ist am aufwendigsten – aber unumgänglich, wenn man dauerhaft Freude daran haben will.“ Ein Brauvorgang inklusive Reinigung dauert etwa sechs Stunden, die anschließende Gärung ungefähr vier Wochen.

Bier nicht zu kaufen

In Restaurants gibt es das Ostseebräu vorerst nicht zu kaufen. „Die Produktion, der Vertrieb und eine Gründung hätten sich angesichts geringer Margen und des hohen Aufwands in der Logistik eher nicht gelohnt“, sagt Zoltan Szabo. „Daher habe ich mich entschieden, das Bierbrauen weiterhin als Hobby zu betreiben und damit Freunden, Bekannten und Facebook-Fans gelegentlich eine Freude zu bereiten. Aber man soll niemals nie sagen“, sagt er. „Vielleicht ergibt sich in einigen Jahren die Gelegenheit, das Ostseebräu mit weiteren Biersorten in Kühlungsborn an den Mann zu bringen.

Derzeit braut er nur ein mildes Pils. Geplant sind für die Zukunft aber ein Pale Ale, ein Weizen- und ein Bockbier.

Cora Meyer

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