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Bad Doberan Kummersprechstunde kommt an
Mecklenburg Bad Doberan Kummersprechstunde kommt an
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17:53 28.02.2018
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Rerik

Die Stadtvertreter des Ostseebades Rerik haben in ihrer vergangenen Sitzung den Seniorenbeirat neu bestätigt für die nächsten zwei Jahre. Aufgabe des ehrenamtlichen Gremiums, dem vier Frauen und zwei Männer angehören, ist es, die Interessen der älteren Generation in der Kommune und darüberhinaus zu vertreten, sich für die Belange der Senioren einzusetzen.

Ingrid Rambow (80) leitet den Seniorenbeirat in Rerik seit 15 Jahren und arbeitet seit 13 Jahren im Kreisseniorenbeirat mit. Quelle: Rolf Barkhorn

Seniorenarbeit kein Selbstläufer

In der Ostseekommune wird diese Form der sozialen Arbeit schon seit Jahren erfolgreich praktiziert, in diesem Jahr gibt es den Beirat schon 15 Jahre. „Unser Bürgermeister, Wolfgang Gulbis, hat schon angekündigt, dass die Gemeinde das Jubiläum am Jahresende im Rahmen des Ehrenamtstages angemessen würdigen wird“, sagt Ingrid Rambow. Die 80-Jährige ist von Anfang an dabei und hat den Seniorenbeirat mit gegründet. Seit 15 Jahren leitet sie ihn als Vorsitzende.

Man bekommt etwas zurück

„Seniorenarbeit ist ehrenamtliche Arbeit, bei der man immer auch etwas zurückbekommt“, weiß Ingrid Rambow. Dankbarkeit von den älteren Menschen und Anerkennung in der Gesellschaft sind der Lohn. Aber ein Selbstläufer sei diese Aufgabe keineswegs. „Und manchmal ist es auch nicht einfach, die Menschen dazu zu bringen, unsere Unterstützung auch anzunehmen oder uns um Hilfe zu bitten.“Dabei ist der Einfluss, den der Beirat der Senioren als beratendes Gremium der Kommune hat, gar nicht so gering.

In Amt, Kreis und Land gut vernetzt

Ingrid Rambow und ihre Mitstreiter sind in der Kommune, im Amt und im Landkreis gut vernetzt. Ingrid Rambow ist als stellvertretende Vorsitzende auch noch im Kreisseniorenbeirat aktiv und hat gute Kontakte bis in die Landeshauptstadt. „Durch die Mitarbeit auf Kreisebene erhalte ich viele gute Anregungen für unsere ehrenamtliche Arbeit“, sagt die Seniorin.Als besonders wertvoll schätzt sie die gute Zusammenarbeit vor Ort mit dem Bürgermeister, der Kurverwaltung, der Freien Schule und der Amtsverwaltung ein: „So lassen sich kleine Probleme, die an uns herangetragen werden, manchmal auf kurzem Dienstweg ganz schnell lösen.“Regelmäßig, einmal im Monat, lädt der Seniorenbeirat zur Kummersprechstunde ins Rathaus ein. „Die wird auch gut angenommen, hier kommen die älteren Bürger aus dem Stadtgebiet und den Ortsteilen mit ihren Sorgen zu uns“, berichtet Ingrid Rambow. Der Zustand von Gehwegen und Bürgersteigen spielte da oft eine Rolle. Auch hier konnten Mängel meistens schnell behoben werden.Konzerte, Shows oder Filmabende bietet der Seniorenbeirat nicht an. Das sei nicht notwendig, da von der Kurverwaltung ein gutes Kulturprogramm geboten werde. Auch auf durchorganisierte Seniorentage wird im Ostseebad Rerik bewusst verzichtet. „Dazu sind wir als Gemeinde zu klein.“

Mit anderen kooperieren

Umso wichtiger sei es deshalb, mit anderen zu kooperieren. So gehörte eine von den Seniorenbeiräten Bad Doberan und Rerik gemeinsam organisierte Veranstaltung im vergangenen Jahr zu den Höhepunkten. „Die Veranstaltung unter dem Motto ’Mobilität im Alter’ mit einem Gastreferenten aus Hamburg fand in Bad Doberan statt. Das war sehr interessant und informativ“, erinnert sich die Rerikerin.Zur Mobilität zählt aktuell auch der Umgang mit Computer und Internet. Zusammen mit der Freien Schule Rerik soll wieder ein Projekt gestartet werden, bei dem Schüler den Senioren helfen, sich im Internet zurechtzufinden. Auch zum Schutz vor Kriminalität soll es eine Veranstaltung geben.Zum Arbeitsplan des Reriker Seniorenbeirates für 2018 gehört unter anderem die Mitwirkung im gerontopychiatrischen Netzwerk, das sich mit „Pflege und Demenz“ befasst.

Barkhorn Rolf