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Bad Doberan Landwirt reagiert auf Klage des BUND
Mecklenburg Bad Doberan

Landwirt reagiert auf Klage des BUND gegen Megaställe in Fienstorf

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16:37 17.01.2020
Jan-Hinrich Kühl betreibt einen Landwirtschaftsbetrieb mit Biogas-Anlage in Fienstorf und will hier auch vier Mastställe für Hähnchen errichten. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Fienstorf

Die Einreichung der Klage vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Pro Vita“ beim Verwaltungsgericht Schwerin gegen die Genehmigung einer großen Hähnchenmastanlage in Fienstorf kam für Landwirt Jan-Hinrich Kühl aus Broderstorf nicht überraschend. Der BUND hätte bis zum 13. Januar die Möglichkeit dazu gehabt. „Es hätte mich sehr verwundert, wenn die Klage früher eingereicht worden wäre“, reagiert Kühl, der in der Gemeinde Broderstorf vier Hallen mit Mastplätzen für 180 000 Tiere errichten und dort in mehreren Durchgängen bis zu 1,4 Millionen Hähnchen pro Jahr produzieren will.

Kühl: Sachlage seit 2011 bekannt – nichts Neues

Zumindest in seinem Fall wiederhole sich die Verfahrensweise, so Kühl. Denn bereits im Widerspruchsverfahren beim Staatlichen Amt für Umwelt und Landwirtschaft (Stalumm) gegen die Erteilung der Baugenehmigung habe sich der BUND 14 Monate Zeit gelassen für die Begründung des Widerspruchs, erklärt der Landwirt. „Warum benötigt man solange etwas zu begründen, obwohl schon seit 2011 die Sachlage bekannt ist und nichts Neues hinzugekommen ist“, fragt Kühl. Der Bau der Ställe war 2016 genehmigt worden. Danach gab es mehrere Widersprüche, auch vom BUND.

Im Dezember 2019 hatte das Stalumm nun den Widerspruch der Umweltschützer abgewiesen. Es würden „keine schädlichen Umwelteinwirkungen, sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen“ entstehen. Das sieht der BUND völlig anders. „Deshalb haben wir einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Schwerin gestellt“, sagt Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Für die Begründung dieser Klage hätten sie nun vier Wochen Zeit.

Hält der BUND eigene Gutachten zurück?

Für Kühl sind die hinsichtlich der schädlichen Umweltwirkungen angeführten Punkte nicht neu. „Sie wurden sehr intensiv von allen Seiten beleuchtet, was am Ende auch zur Genehmigung und letztendlich auch zur Abweisung des Widerspruchs geführt hat“, erklärt der Bauer und fragt sich, ob „der BUND vielleicht eigene Gutachten zurückhält, die erst während der Klage offengelegt werden“.

Auch der Abstand zur Wohnbebauung ist nach Ansicht des Landwirtes größer als 400 Meter. „Öftenhäven und Fienstorf liegen jeweils 800 Meter entfernt“, sagt Kühl, „das einzige Haus, das näher an den zukünftigen Ställen stehen wird, ist mein eigenes Haus.“ Von „Ortsrandlage“ zu sprechen, verkenne die tatsächliche Lage der zukünftigen Ställe. Zur Argumentation der Bürgerinitiative, dass die Hähnchen ihr ganzes kurzes Leben „auf ihren eigenen ‚Hinterlassenschaften‘ ohne Sitzstangen mit kupierten Schnäbeln“ sitzen müssten, erwidert der Bauer, das hier „die Hähnchenmast wohl mit der Legehennenhaltung verwechselt“ würde. Die Aussage, dass Antibiotika verfüttert würden, „ist eine reine Unterstellung.“ Zu den Einwänden der Gemeinde bemerkt Kühl, dass die Klage der Gemeinde in einem Mediationsverfahren mit der Genehmigungsbehörde, dem Stalumm, letztlich zu einer „gütlichen Einigung“ führte.

Von Doris Deutsch

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