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Bad Doberan Langjährige Mitarbeiterinnen des Weißen Rings in Bad Doberan geehrt
Mecklenburg Bad Doberan Langjährige Mitarbeiterinnen des Weißen Rings in Bad Doberan geehrt
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18:32 20.11.2019
Rosemarie Berg (l. mit Blumen) und Anne-Dore Weber (r. mit Blumen) wurden für ihre Arbeit beim Weißen Ring geehrt. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Wer Opfer einer Straftat geworden ist, braucht nicht selten Unterstützung. Der Weiße Ring bietet unter anderem eine Schulter zum Anlehnen, gute Zuhörer und wertvolle Hilfe bei Behördengängen bis hin zur Begleitung vor Gericht. Rosemarie Berg und Anne-Dore Weber engagierten sich lange für den Weißen Ring. Nun geben sie ihr Ehrenamt ab.

„Die beiden übernahmen viele Fälle, die andere ablehnten und nahmen sich immer Zeit“, sagte der Außenstellenleiter des Weißen Rings Bad Doberan, Uwe Coors, während der Verabschiedung der Ehrenamtlerinnen im Kornhaus. „Es ist mir wichtig, Danke zu sagen. Und ich kann sie nicht genug loben. Wenn ich Frau Berg als Mutter des Weißen Rings Bad Doberan bezeichne, dann ist Frau Weber die Schwester. Beide arbeiteten zusammen und haben das toll gemeistert.“ Er überreichte ihnen ein Gruppenfoto sowie Blumensträuße.

Von der Landesvorsitzenden Uta-Maria Kuder gab es ebenfalls Blumen. „Beide sind sehr tolle, anpackende und tatkräftige Frauen, die uns sehr fehlen werden“, so Uta-Maria Kuder.

Außenstelle in Bad Doberan aufgebaut

Rosemarie Berg wurde als radelnder Engel stadtbekannt. Sie baute den Weißen Ring in Bad Doberan auf, leitete die Außenstelle von 2000 bis 2016 und warb neue Mitarbeiter. Anne-Dore Weber stand ihr ab 2006 zur Seite. „Ich muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Doch es fällt mir wirklich schwer“, sagte Anne-Dore Weber. Die 79-Jährige arbeitete früher in der Bauleitung und wurde 2005 Mitglied des Weißen Rings. „Großes Einfühlungsvermögen muss man für das Ehrenamt schon mitbringen“, sagte sie. „Ich hatte ein paar Fälle, die mir besonders an die Nieren gingen“, so die Kühlungsbornerin.

Für die Helfer sei es wichtig, selbst stark zu bleiben und nicht zu sehr mitzuleiden. Denn es nütze niemandem, wenn die Helfer selbst Hilfe brauchen. „Eine Frau, der wir eine Mutter-Kind-Kur vermitteln konnten, war darüber sehr glücklich. Anderen helfen wir finanziell, mit Rechtsbeistand, gehen mit ihnen zu Institutionen“, beschrieb Weber die Tätigkeit. „Es war ein schönes Gefühl, helfen zu können.“

Viele Hilfesuchende sind Opfer häuslicher Gewalt

„Bis nach Tessin – auch schon mal Ribnitz-Dammgarten, wenn die Rostocker Unterstützung brauchten – reichte unser Einsatzgebiet“, erzählte Rosemarie Berg. Sie arbeitete früher als Krankenschwester im Krankenhaus in Malchin. „Dort erfuhr ich auch vom Weißen Ring und begann 1997 mit meinem Ehrenamt“, erinnerte sie sich zurück. „Frau Weber fuhr mich oft mit dem Auto zu den Opfern. So waren wir zu zweit vor Ort. Opfer von Diebstahl, Stalking, sexueller oder häuslicher Gewalt, das sind die häufigsten Taten, denen die Opfer unterliegen“, so Rosemarie Berg.

„In MV gehören 200 Menschen dem Ehrenamt im Weißen Ring an. Im gesamten Bundesgebiet sind es 2900. Das ist wirklich viel. Sie erhalten eine Grund- und weitere Fortbildungen, um gut beraten zu können“, erklärte Uta-Maria Kuder. Es gibt für sie jedoch keine Aufwandsentschädigungen. „Viel Zeit zum Zuhören müssen die Mitarbeiter mitbringen.“

2020 neue Kampagne für mehr Bekanntheit

80 Prozent der Hilfesuchenden sind Frauen. „Männer machen viel mit sich aus und sagen, sie brauchen keine Hilfe“, sagte sie. Die ehemalige, langjährige Justizministerin der Landesregierung MV wurde 2018 zur Landesvorsitzenden des Weißen Rings gewählt.

„Im kommenden Jahr werden wir eine Kampagne starten, um in den neuen Bundesländern den Weißen Ring noch bekannter zu machen.“ Der Weiße Ring benötige immer Unterstützer, ob nun finanziell oder als Mitarbeiter. Wer sich engagieren möchte, der kann sich unter Tel. 01 51 / 55 16 46 29 in Bad Doberan melden.

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Von Sabine Hügelland

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