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Bad Doberan Gemeinschaft leben, Fremde willkommen heißen
Mecklenburg Bad Doberan Gemeinschaft leben, Fremde willkommen heißen
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13:21 19.12.2018
Sophi Opitz (3. von rechts) ludt mit Familie und Freunden zum lebendigen Adventskalender nach Bad Doberan ein. Die Halbschwedin beging das Lichterfest Lucia mit Fremden und Freunden. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Viele Paar Schuhe stehen im Eingang, die Gäste kommen barfuß in die geräumigen Küche. Um die 60 waren es, die gemeinsam das Lichterfest Lucia begingen. Seit sieben Jahren gibt es den lebendigen Adventskalender in Doberan und drum herum, der ursprünglich aus der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde hervorging. Jeden Abend um 18 Uhr öffnet jemand seine Wohnungstür für Fremde, Freunde und Bekannte.

Auch Sophie Opitz und ihr Mann Lutz Graichen aus Doberan luden ein. Sie feierten das Lichterfest, das unter anderem in Schweden, Dänemark und Norwegen begangen wird. Sophie Opitz ist Halbschwedin und sang mit Kindern und Freunden schwedische Lieder und sie trugen Gedichte vor. Die Gastgeberin erklärte der großen Gästeschar woher das Lichterfest stammt, denn erst in den letzten hundert Jahren entwickelte sich das Fest zu einem Brauch. 1927 wurde erstmals eine Lucia gewählt und das Fest in Schweden offiziell anerkannt. Eine weiß gekleidet Lucia prozessiert mit einer Lichterkrone auf dem Kopf und einem Gefolge. Sie bringen das Licht und vertreiben damit das Böse.

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„Stille Nacht“ in Schwedisch und Deutsch

Am Schluss ihrer Darbietung sangen alle im Raum gemeinsam in Schwedisch und Deutsch „Stille Nacht“. Seit drei Jahren ist Sophia Opitz beim lebendigen Adventskalender dabei. „Diese Idee finde ich einfach großartig“, sagte sie. „Es ist sonst eine ungemütliche Zeit, draußen ist es dunkel und kalt. Es kommen immer gemischte Leute, aus der Kirche und andere. Jeder ist willkommen. Pastor Jax ist dabei, auch Freunde und Arbeitskollegen von uns.“

„Der lebendige Adventskalender ist in vielen Städten verbreitet und geht bei uns bis nach Hohenfelde und Heiligendamm“, sagte Pastor Albrecht Jax der mit seiner Familie dort war. „Die Idee der Kirche dahinter ist, Gemeinschaft zu leben, Fremde einzuladen, christliche Traditionen weiterzugeben, und vor allem einmal inne zu halten und sich Zeit zu nehmen“, so der Pastor. „Der lebendige Adventskalender ist und soll eine heilsame Unterbrechung sein. Es ist auch für mich schön. Ich weiß um 18 Uhr öffnet sich wieder eine Tür. Ich freue mich jedes Jahr darauf“, so Albrecht Jax.

Aufruf für Gastgeber im Sommer

„Es entsteht ein Netzwerk, das sich über Doberan strickt und Menschen, die sich kennen sowie Fremde miteinander verbindet.“ Das ist der Zauber der Weihnachtszeit. „Das sich Menschen begegnen und ein Miteinander leben“, sagt er. „Es geht auch darum, andere am Advent teilhaben zu lassen und mit ihnen eine schöne Zeit zu teilen“, sagte eine der drei Organisatorinnen Katrin Poppner. Die anderen beiden sind Korinna Lembke und Steffi Molkenthin. „Jeden Tag geht ein neues Türchen auf und wir freuen uns, wenn neue Teilnehmer dazu kommen“, sagte sie. „So bleiben die Türchen auch spannend. Im Sommer beginnen wir mit den ersten Aufruf“, sagte Katrin Poppner.

„Das schöne ist, man lernt so ganz unterschiedliche Menschen dabei kennen. Trifft Freunde wieder und begeht die Adventszeit gemeinsam mit Singen, Gedichte lesen und anderem.“ So baute ein Gastgeber eine große Pyramide in seinem Garten auf. „Der Adventskalender findet regen Zulauf. Die Gastgeber sind begeistert und zufrieden. Wir möchten das auch im kommenden Jahr fortsetzen“, sagte Korinna Lembke. „Schön ist, dass einige immer wieder mitmachen wie die Familien Opitz und Foumont. Wir werden uns im Nachhinein noch bei allen bedanken.“

Sabine Hügelland

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