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Bad Doberan Neues Luxus-Viertel in Kühlungsborn soll endlich gebaut werden
Mecklenburg Bad Doberan Neues Luxus-Viertel in Kühlungsborn soll endlich gebaut werden
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10:48 16.08.2019
Nicht nur bei Urlaubern beliebt: Im Ostseebad Kühlungsborn werden jetzt an der Waldstraße exklusive Wohn-Grundstücke verkauft. Quelle: Rolf Barkhorn
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Kühlungsborn

Nach Jahrzehnten des Stillstands soll jetzt an der Kühlungsborner Waldstraße ein neues, exklusives Wohngebiet entstehen. Insgesamt 18 neue Grundstücke stehen zum Verkauf. Das „Millionenviertel“ nennt Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos) das Gebiet zwischen Ostsee und Rieden. Die Grundstücke sollen nach Angaben des Vermarkters „Sotheby’s International Realty“ zwischen 1700 und 2300 Quadratmeter groß sein. Kostenpunkt: ab 832 500 Euro aufwärts.

In der Waldstraße in Kühlungsborn entstehen große Mehrfamilienhäuser. Quelle: Cora Meyer

Insgesamt 28 luxuriöse Stadtvillen kündigt Sotheby’s auf seiner Internetseite an. „Und wenn sich jemand so ein teures Grundstück kauft, dann stellt er ja kein billiges Haus drauf“, sagt der Bürgermeister. Das seien Summen, die kaum jemand aufbringen könne. „In der Preisklasse ist die Zielgruppe natürlich reduziert“, sagt Anita Gärtner, geschäftsführende Gesellschafterin von Sotheby’s Realty. „Aber wir sind sehr zufrieden mit der Nachfrage – mehr als 60 Prozent der Grundstücke sind bereits verkauft.“

Sie rechne damit, dass es wohl noch zwei bis drei Jahre dauern könne, bis alle Grundstücke vergeben sind. Bürgermeister Kozian dauert das zu lange: „So kriegen wir das nie fertig“, sagt er und schlägt vor: „Die Grundstücke müssen kleiner werden.“ Dann würden sie auch günstiger und ließen sich leichter verkaufen. Anita Gärtner sieht da keine Probleme. Natürlich sei die erste Reihe, die an den Wald und den Strand angrenzt, die beliebteste – und deshalb schon vergeben: „Nach innen wird es etwas günstiger.“ Nach wie vor kämen aber Interessenten aus ganz Deutschland und der Schweiz. „So etwas wie dieses Objekt, zum Dauerwohnen und in dieser Lage, ist einmalig“, ist Gärtner überzeugt.

45 Ferienwohnungen entstehen

Die geplanten Villen der Weststrand-Residenzen sind Eigentumswohnungen. „Maximal zwei Wohneinheiten dürfen auf die Grundstücke dort gebaut werden“, sagt Anita Gärtner. Die müssten die Besitzer selbst bewohnen. Direkt nebenan jedoch entsteht der „Dünenpark“, eine Anlage mit 45 Ferienwohnungen, die Sotheby’s Realty ebenfalls vermarktet. Das Vorhaben war bereits im September 2015 Thema in den Ausschüssen der Verwaltung. Im Oktober 2017 bekam der Investor die Baugenehmigung für damals noch 60 Ferienwohnungen und eine Tiefgarage. Die wollte er nach Angaben von Bauamtsleiterin Peggy Westphal anschließend noch durch Parkplätze ersetzen. Im Gegenzug sollte es dann nur noch 45 Ferienwohnungen geben.

„Ob das heute noch so genehmigt worden wäre, bezweifle ich. Denn wir brauchen keine Ferienwohnungen – davon haben wir genug.“ Rüdiger Kozian Bürgermeister Kühlungsborn Quelle: Lutz Werner

Die Stadtvertreterversammlung hatte nach Angaben der Bauamtsleiterin den Kompromiss vorgeschlagen, die Tiefgarage beizubehalten, die Zahl der Wohnungen aber trotzdem zu verringern. Das Vorhaben sei im März dieses Jahres genehmigt worden, die Bauarbeiten haben begonnen. Allerdings: „Zu dieser Baugenehmigung gibt es einen Drittwiderspruch von einem Nachbarn“, macht Westphal deutlich.

„Ob das heute noch so genehmigt worden wäre, bezweifle ich“, sagt Bürgermeister Kozian. „Denn wir brauchen keine Ferienwohnungen – davon haben wir genug.“ Stattdessen fehlten normale, bezahlbare Wohnungen: „Aber wir haben das damals so beschlossen – und das Rad der Zeit kann man nicht mehr zurückdrehen.“

Bau von Wohnpark in Ost beginnt

Ebenfalls begonnen haben die Bauarbeiten eines Wohnparks in der Neuen Reihe in Kühlungsborn Ost. Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen, zwei Doppelhäuser und ein Reihenhaus sollen auf der Brache entstehen. Die Stadt hatte zunächst Widerspruch gegen den Bau eingelegt. Nach Angaben des Bürgermeisters soll der Bauherr, die Tatenberger Immobilien GmbH (TIG), bei der Höhe der geplanten Gebäude getrickst haben, um ein zusätzliches Geschoss einzuziehen. Den Widerspruch hatte die Stadt jedoch im März zurückgezogen.

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