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Bad Doberan Maxi-Golf: Einlochen leicht gemacht
Mecklenburg Bad Doberan Maxi-Golf: Einlochen leicht gemacht
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07:16 26.08.2015
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Wittenbeck

Der Ball ist mini — wie sich das beim Golf gehört: 46 Gramm leicht und 43 Millimeter oder ein bisschen mehr im Durchmesser. Das Loch, in das er hinein soll, ist — für Golfplatz-Verhältnisse — XXL: 38 Zentimeter von Rand zu Rand. Normal wären 25,4 Zentimeter. Im Ostsee-Golf-Resort Wittenbeck gibt es seit ein paar Tagen eine Maxi-Golfanlage. „Die erste im Norden Deutschlands“, wie Resort-Manager Werner Gallas stolz erklärt.

Gespielt wird wie beim „klassischen“ Golfen mit Golf-Schläger und originalen Bällen auf Bahnen. Wer den Ball mit den wenigsten Schlägen ins Loch befördert, ist der Beste. „Aber es gibt ein paar entscheidende Unterschiede“, erklärt Werner Gallas. Denn Maxi-Golf sei vor allem ein Angebot an Leute, „die auf einer kompakten, überschaubaren Anlage einfach mal mit Ball und Schläger Spaß haben möchten und sich nicht mit der Etikette und den für Außenstehende komplizierten Regeln auf Turnier-Plätzen belasten möchten.“

„Noch nicht“, fügt Gallas hintersinnig schmunzelnd hinzu. Natürlich sei die neue Anlage auch gebaut worden, „um Hemmschwellen gegenüber dem vermeintlich elitären Sport abzubauen, der in anderen Ländern seit Jahrzehnten Volkssport ist“. Denn wer einmal seinen Spaß beim Maxi-Golf hatte, „wird vielleicht schnell den Wunsch haben, unseren schönen Sport auch nach seinen Regeln und vielleicht sogar wettkampfmäßig auf den beiden großen Plätzen auszuüben. Und wenn nicht: Ein Freizeitangebot, vor allem an die Urlauber, das viel Spaß bringt, ist Maxi-Golf allemal“, so Gallas.

Wie beim echten Golf sind Steine, Bäume und Sandbunker Hindernisse, die es erfolgreich zu überwinden gilt. Dazu kommen Schikanen wie Einengungen und Röhren. Neun Bahnen mit ganz unterschiedlichen Anforderungen und Längen zwischen 21 und 54 Metern bilden den Wittenbecker Parcours. Spieler oder Teams, die sich dabei im Wettkampf messen möchten, absolvieren die neun Bahnen zwei Mal. Am Ende werden sie rund 1000 Meter zurückgelegt haben, auf dem großen 18-Loch-Turnierplatz sind es an die acht oder neun Kilometer.

Aber warum sind die Löcher, in die der Ball hineingespielt wird, eigentlich so groß? „Um bei Anfängern, die vielleicht das erste Mal einen Golf-Schläger in der Hand haben, keine Enttäuschung aufkommen zu lassen. Vier, fünf Meter vor dem kleinen Loch auf der richtigen Golfbahn den Ball hineinbefördern: Das sieht so einfach aus, ist es aber nicht. Deshalb gibt es die Maxi-Löcher“, erklärt Gallas.

Die sogenannte Platzreife, die man in einem Lehrgang erwirbt, um auf 18-Loch-Plätzen spielen zu dürfen und ein Handicap brauche man auf dem Spaß-Platz natürlich nicht. Schläger und Bälle werden zur Verfügung gestellt. Das Vergnügen ist für kleines Geld zu haben: Fünf Euro bezahlen Erwachsene, für Kinder bis 14 Jahren sind drei Euro zu berappen.

Die Maxi-Golfanlage ist der zweite Versuch, im Wittenbecker Golf-Resort mit einem populären Angebot bisherige Nicht-Golfer an den Sport heranzuführen. Mit der Gofu-Anlage, auf der nach vereinfachten Golf-Regeln ein Fußball über Hindernis-Bahnen mit den Füßen gespielt wurde, hatte Gallas heftigen Ärger bekommen. Der Gofu-Platz musste geschlossen werden, nachdem das Oberverwaltungsgericht Greifswald im März dieses Jahres entschieden hatte, dass Golf-Fußball nichts mit Golf zu tun hat und somit nicht in die genehmigte Nutzung für das Golf-Resort passt. Zuvor hatten sich Anwohner über den Gofu-Lärm beschwert, daraus wurde ein Rechtsstreit.

„Wir hoffen jetzt, mit dieser populären Form von Golf, die gerade aus den USA herüberschwappt, mehr Erfolg zu haben“, so Gallas.

Kontakt: ☎ 038293/ 41 00 90 oder info@golf-resort-wittenbeck.de



Lutz Werner