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16:12 20.12.2018
Elke und Dieter Ruge sind bekannt für ihre Heimat- und Sportpflege sowie für ihre Jazzbegeisterung, die sie mit einem Besuch in New Orleans krönten: von Kröpelin in die bunte weite Welt. Quelle: privat
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Kröpelin/Schuby

Die Redaktion hat wieder Post vom Butenkröpeliner, wie der Mann sich immer nennt. Buten ist Niederdeutsch und bedeutet in etwa draußen. Dabei ist Kröpelin bei Dieter Ruge ganz tief drinnen, im Herzen und im Hirn. Nur dass er vor 70 Jahren seine Geburtsstadt verließ und in Schleswig an der Schlei ankam, lässt ihn draußen erscheinen.

„Wir kommen zwei Mal im Jahr nach Mecklenburg", betont er denn auch und schreibt: „Auf Heimat, Kultur, Sport, Kröpeliner Äpfel, Rederanker Honig und auf die Bad Doberaner OZ halten wir große Stücke – all das ist uns zur Heimatregion seit rund 30 Jahren eine feste Brücke“. In diesem Jahr sei es sogar zu einer „Begegnung der besonderen Art“ gekommen. Der Vorsitzende des Kröpeliner Sportvereins, Dieter Sartorius, hatte Dieter Ruge und dessen Frau Elke zum Erntedankfest Kröpeliner Äpfel und Obstsäfte überreicht. Aus Schuby, bei Schleswig, wo die beiden wohnen, gab es für den KSV einen Fußball: „So wurde auch 2018 Familien-, Stadt- und Sportgeschichte geschrieben“, kommentiert der Butenkröpeliner scheinbar etwas überschwänglich. Doch diese Einschätzung hat mit den ersten Kontakten zu Ruges Geburtsstadt nach der Wende zu tun: „Damals war es leicht über den Sport Brücken zu bauen. Wir sind 1990 gleich beim FC Hansa Rostock und beim Kröpeliner SV gewesen und haben den Sport unterstützt und auch danach all die Jahre den Kontakt gepflegt“, erinnert der langjährige ehrenamtliche Sportfunktionär aus Schleswig-Holstein. Damals war er Vorsitzender des VfB Schuby, auch des FC Schuby und im Fußballverband hatte er den Vorsitz des Kreisjugendausschusses inne. „Aber meine Anfänge waren alle in Kröpelin gelegt worden. Ich sage immer: im Kröpeliner Waldstadion“, betont der heute 82-Jährige dazu. Er hatte kurz nach dem Weltkrieg einen Lederfußball „mit Nippel, Blase und Lederschnürband“ geschenkt bekommen.

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Geboren worden war Dieter Ruge im November 1936 in der Bützower Straße 73. Und so gehörte er zu den Mitbegründern des FC Bützower Straße: „Der Jugendsport war ja noch nicht im Verein wieder organisiert“. Die Jungen spielten damals unter anderem gegen eine Auswahl der Rostocker Straße: „Ich glaube, es ging unentschieden aus. Aber immerhin spielten wir im Kröpeliner Waldstadion“, sagt der einstige Kicker am OZ-Telefon stolz und ergänzt: „Das war so eine Jugendgeschichte, aber mit ernstem Hintergrund. Es gab damals keinen Kalk und so haben wir mit Sägespänen den Platz sozusagen gekreidet“. Mit „ernstem Hintergrund“ meint er auch, dass er später dank seiner Erfahrungen zwei von drei Fußballplätzen in Schuby mit errichtet hätte: „Ich kannte ja schon den Sportplatzbau von Kröpelin her“.

Bereits im Jahr 1948 waren die Ruges nach Schleswig gezogen. Der Vater war aus russischer Gefangenschaft bei Moskau heimgekehrt und hatte im schleswig-holsteinischen Landesmuseum auf Schloss Gottorf eine Arbeitsstelle bekommen. Trotzdem blieb über Jahrzehnte Dieter Ruges Interesse an Kröpelin erhalten. „Einmal liegt das an meiner Liebe zur Geburtsstadt und zum anderen an der Freude über die ganze Region, auch Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan. Das kann man mit ein paar Worten zusammenfassen: das ist ein schönes Stück Deutschland“, erklärt der Heimatfreund und unterstreicht, dass er seine ganze Familie hierher gebracht hatte, alle im Molli gefahren seien und alle das Kröpeliner Waldstadion besucht hätten – „gegenüber von der Stadtholz-Gaststätte“. Selbst darüber, „dass die Lokalität hier wieder funktioniert“, freue er sich, sagt der Kröpelinfan. „Das ist ja auch ganz romantisch gelegen“, meint Dieter Ruge noch und erläutert, warum er mit seiner Frau stets zwei Mal im Jahr nach MV komme: „Einmal fahren wir zur Rapsblüte – das Goldgelb des Rapses und das Blau der Ostsee, das ist so schön“. Das zweite Mal kämen die Schubyer im Oktober zum bunten Indian Summer. Stets würden sie sich in der Kühlungsborner „Villa Ludwigsburg" ein Zimmer nehmen: „Das ist eine Perle. Da fühlen wir uns sehr sehr wohl“. Und wieder lassen die beiden andere an ihrer Freude teilhaben und spenden 30 Euro für die diesjährige Weihnachtsaktion der OZ. Mit lustigem Unterton übermittelt Dieter Ruge dann noch einen Weihnachtsgruß an Hansa, mit denen er nach wie vor mitfiebert: „Der FC Hansa soll sich mal an Ihrer Redaktion ein Beispiel nehmen. Die OZ schwankt nicht im Wind, aber der FC Hansa. Wer ist denn VfR Aalen?“ (Hansa spielte gegen die Elf gerade 1:1, d. R.)

Thomas Hoppe

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