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Bad Doberan Meister der spitzen Feder sagt jetzt „Tschüss“
Mecklenburg Bad Doberan Meister der spitzen Feder sagt jetzt „Tschüss“
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00:05 02.09.2017
Im kleinen Atelier stehen 24 große Bände, gefüllt mit den Karikaturen, die Walter Stoy seit 1990 für die OZ zeichnete. Quelle: Foto: Lutz Werner
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Kühlungsborn

1129 Karikaturen hat Walter Stoy für die OSTSEE-ZEITUNG gezeichnet. Die erste war am 27. Januar 1990 im Blatt. Jetzt hört der Meister der spitzen Feder auf. „Meine Kompetenz mit 75: Ich mache Schluss“, erklärt er kurz und bündig. Seinen 75. Geburtstag, an dem auch seine letzte Karikatur in der langen Reihe seit Januar 1990 erscheint, feiert er heute im Kreis seiner großen Familie.

Aber so ganz lassen kann Stoy das Zeichnen von Karikaturen nicht. In seinem Atelier-Stübchen im Obergeschoss eines Reihenhauses im Kühlungsborner Fulgengrund sind vier karikierte Köpfe der Kühlungsborner Bürgermeisterkandidaten schon in einem Regal aufgestellt, Nr. 5 ist im Entstehen. Und es hängt ein Zettel an der Wand – signalrot beschriftet: „Mittwoch: Abtrainieren“. Denn immer am Mittwoch hat Walter Stoy seine Karikaturen für die OZ gezeichnet, die von uns Redakteuren dann am Freitag ins Blatt gerückt wurden und Sonnabend erschienen sind.

„Da war auch ein wenig Druck dabei und auch etwas Sportliches: Du musst pünktlich liefern, Woche für Woche“, sagt Walter Stoy. Und wie ein Sportler kann auch er nicht von 100 auf Null zurückfahren – will er vielleicht auch gar nicht: „Daher wird Mittwoch abtrainiert“. Das Ergebnis des Abtrainierens sei jedoch jetzt eine Sache, die er nur für sich mache. Nicht ganz: Unter der signalroten Aufforderung zum Abtrainieren hängt ein Zettel mit noch zu erledigenden Aufgaben. „Kühlungsborner Köpfe“ steht ganz oben. Das könnte sogar ein Buch werden. Das Projekt treibt Walter Stoy schon lange um und jetzt wird er – befreit vom Druck, jede Woche liefern zu müssen – die Muße haben, es anzugehen. „Es sollen die karikierten Porträts von Kühlungsbornern entstehen, die irgendwie maßgeblich an der Entwicklung des Ortes mitgewirkt haben oder es noch tun“, sagt der ehemalige Kunstlehrer.

Karikaturen aus dem lokalen Umfeld heraus zu zeichnen, sei schon eine Herausforderung, blickt er zurück. „Merkel kann jeder, der einigermaßen zeichnerisch begabt ist. Und die ist auf ihrer Weltbühne und in ihrem Regierungsviertel in Berlin ganz weit weg“. Karikieren heiße immer „überzeichnen, übertreiben, überspitzen, um so in die Tiefe gehen zu können. Aber es muss im Lokalen für die Karikierten gerade noch hinnehmbar sein, auch sie sollen – wenn sie auch nur ein wenig Humor haben – darüber lachen können. Denn man trifft sich immer zweimal.“

Die Themen für die wöchentlichen Karikaturen „habt ihr Redakteure mit eurer Berichterstattung doch vorgegeben. Ich brauchte nur den Lokalteil der OZ aufmerksam lesen“. Allerdings sei es mit dem Zeichnen mal schnell, mal fast qualvoll langsam vorangegangen. „Das ist ungefähr so, als wenn ihr eure tägliche kleine Kolumne ,Guten Tag, liebe Leser!’ schreibt. Hat man eine pfiffige Idee, geht es ganz schnell, ist die Idee nicht ganz so gut, quält man sich.“ Wenn gar nichts ging – „aber das ist nicht so oft passiert“, versichert Walter Stoy – mussten eben das Wetter oder wieder mal der FC Hansa als Thema für die wöchentliche Karikatur herhalten.

Über seine Karikaturen wurde viel gesprochen, sie wurden immer wieder gelobt und auch Ausstellungen gab es. Stoy aber hat die Latte für sich immer sehr hoch gelegt. „Wenn ich so die 24 Bände mit den Karikaturen, die im Laufe der Jahre entstanden, durchblättere, muss ich sagen: Fünf von 100 sind wirklich gelungen.“

Wir OZ-Redakteure und die Leser sehen das anders. Wir haben uns über jede Karikatur gefreut. Vielen Dank, lieber Walter Stoy, für diese tolle Zeit mit Ihnen!

Lutz Werner

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