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Bad Doberan Millionen fürs Doberaner Kloster
Mecklenburg Bad Doberan Millionen fürs Doberaner Kloster
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18:55 27.06.2018
Das Wirtschaftsgebäude im Doberaner Kloster: Eine Sanierung der Ruine rückt jetzt näher. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Eine Sanierung des Wirtschaftsgebäudes im Doberaner Kloster rückt näher: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in seiner Sitzung am Mittwoch grünes Licht für eine entsprechende Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro gegeben. „Ich bin begeistert“, sagte Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos). „Da hat sich der jahrelange Kampf ja doch gelohnt.“ Allerdings gelte es jetzt, weitere Fördermittel beim Land einzuwerben, machte Semrau deutlich: „Dafür müssen noch Gespräche mit dem Landesdenkmalpfleger geführt werden – und das muss noch in diesem Jahr passieren.“

Etwa 7,5 Millionen Euro soll die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes nach Schätzungen kosten – dabei muss die Stadt Bad Doberan einen erheblichen Kofinanzierungsanteil aufbringen. „Das ist eine wunderbare Sache – ich freue mich, wenn im Wirtschaftsgebäude was passiert“, sagte auch Dr. Angelika Rosenfeld, Vorsitzende des Vereins Freunde und Förderer des Klosters Doberan – merkte aber auch an, dass es für das Vorhaben ein Nutzungskonzept geben müsse: „Welche Veranstaltungen sollen dort stattfinden? Wie oft? Wie ist die Verkehrsführung gedacht, was ist mit Parkplätzen?“ Es gebe viel zu bedenken, so Rosenfeld: „Da scheint mir noch nicht alles klar zu sein.“ Der Verein engagiert sich seit Jahren für das Wirtschaftsgebäude, sammelt unter dem Motto „Neues Dach für neues Leben“ Geld. 100 000 Euro sind so bereits zusammengekommen.

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„Ich freue mich, dass der Wiederaufbau des Wirtschaftsgebäudes mit der beschlossenen Förderung einen großen Schritt näher rückt“, sagte Eckhardt Rehberg, Vorsitzender der Landesgruppe MV der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Das Wirtschaftsgebäude ist wesentlicher Bestandteil der ersten Klosteranlage Mecklenburgs und damit Ursprung des christlichen Glaubens in unserem Land – das Ensemble mit dem Doberaner Münster ist ein kulturelles Aushängeschild und Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt.“

Meinte auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz: „Die jetzt gewährte Förderung zeigt einmal mehr, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen kommunaler Ebene und Bund eine Region voranbringen kann.“ Angesichts der überzeugenden Konzepte für einen Veranstaltungsort, eine Brauereimanufaktur, eine Klosterherberge und für Ausstellungsräume freue er sich sehr, dass die Klosteranlage mit fünf Millionen Euro von den Haushaltsmitteln des Bundes profitiere, erklärte Frank Junge (SPD): „Diese Größenordnung ist schon außergewöhnlich und zeigt, dass die historische Bedeutung und die Pläne für die zukünftige Nutzung überzeugen konnten.“

Dass die Sanierung schon im kommenden Jahr starten könnte – daran glaubt Thorsten Semrau indes noch nicht. „Bei dieser gewaltigen Investitionssumme müssen wir die Leistungen europaweit ausschreiben – das dürfte sicher noch eine ganze Zeit dauern.“

Plottke Lennart

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