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Bad Doberan 28. Pflügerwettbewerb: Mit 16 Treckern auf dem Acker
Mecklenburg Bad Doberan 28. Pflügerwettbewerb: Mit 16 Treckern auf dem Acker
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14:38 28.04.2019
Das Beetpflügen gehörte zu den Wettkampf-Disziplinen des 28. Pflügerwettbewerbs der Bauernverbände Bad Doberan und Bützow auf dem Gut Hohen Luckow. Quelle: Sabine Hügelland
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Hohen Luckow

Güstrower Jagdhornbläser eröffneten den 28. Pflügerwettbewerb des Bauernverbandes Bad Doberan und Bützow. Gastgeber war das Gut Hohen Luckow.

Die 16 Traktoren standen da schon vor ihren Parzellen auf dem Feld an der Ahornallee zwischen Groß Bölkow und Hohen Luckow. „Ich war nach zehn Jahren erstmals wieder dabei und wollte sehen, ob ich das noch kann“, sagte der 28-jährige Martin Engelke, Landboden Glasin, der beim Drehpflügen mitmachte.

„Traditionen werden in unserem Berufsstand groß geschrieben und nicht in Frage gestellt“, so der Landesbauernpräsident Detlef Kurreck. „Es geht ums Leistungsmessen, jedoch auch um das Treffen der Bauern untereinander in ungezwungener Atmosphäre“, sagte er.

Der 28. Pflügerwettbewerb fand auf einem Feld des Gutes Hohen Luckow statt. 16 Traktoren zeigten ihr Können im Beet-und Drehpflügen. Zehn Teilnehmer nahmen am Gespannpflügen nach alter traditioneller Weise mit Pferd und Handpflug teil.

Jeder Pflüger erhielt eine Parzelle zugeteilt. Die Schiedsrichter bewerteten im Beet- und Drehpflügen unter anderem, dass die Furchen gleich breit und tief und möglichst gerade waren. Außerdem ging es um die korrekte Wendung des Bodens und die richtige Krümelung. Der Hauptschiedsrichter Dr. Willi Ring nahm die Ergebnisse – wie schon seit 28 Jahren - kritisch unter die Lupe. Für ihn ging es gleich nach der Eröffnung auf einem Hublader, den Marco Baschek führte, in die Luft, damit er den Überblick über alle Teilnehmer erhielt. Die grüne Flagge in seiner Hand hieß: Losfahren.

Dr. Willi Ring, Hauptschiedsrichter: „Es ist doch eine schöne Sache den Leuten aus der Stadt heute zeigen zu können, wie wir arbeiten.“ Quelle: Sabine Hügelland

Beim Beetpflügen musste der Boden zur rechten Seite, dann zur Linken gepflügt werden, um eine Spaltfurche zu bilden, das Beet. Das Drehpflügen war noch komplizierter. Die Teilnehmer blieben immer in der gleichen Furche, arbeiteten trapezförmig und maßen oft nach, um die vorgegebene Form zu halten. „Man muss gut in Mathe sein“, so Dr. Willi Ring, der aus Hoben bei Wismar stammt.

Ein Auszubildender nahm beim Drehpflügen versehentlich die falsche Parzelle. „Alles halb so schlimm, muss er eben neu anfangen“, beschwichtigte Ring.

Den vielen PS starken Traktoren standen einfache Pferdestärken gegenüber, denn auch zehn Gespannpflügen mit Pferden traten an. So manch ein Tier mochte sich nicht an das Ziehen eines Pfluges durch relativ trockene Erde gewöhnen. „Das Pflügen habe ich noch vor 60 Jahren machen müssen“, sagte der Hauptschiedsrichter. Er gab vor Beginn genaueste Anweisungen: „Gerade Linien werden nicht so hoch bewertet. Jedoch muss das Pflugbild stimmen und glatt sowie sauber durchgepflügt sein.“

: Zehn Teilnehmer nahmen am Gespannpflügen nach alter traditioneller Weise mit Pferd und Handpflug teil. Quelle: Sabine Hügelland

Dass dies keine leichte Aufgabe war, davon konnten sich die Besucher überzeugen: „Es ist schwere körperliche Arbeit für Mensch und Tier“, sagte Martin Dahlmur. „Wir sind so ein Trupp und machen erstmals mit“, so Eugen Dierstorff vom Hof Rühn. „Und wurden angesprochen, ob wir das Pflügen nicht unterstützen wollen. Unsere Pferde haben wir trainiert, aber es geht ja eigentlich darum, überhaupt dabei zu sein“, sagte er.

Torsten Schönsee, Landwirt Kreis Parchim: „Ich würde mir wünschen, dass einmal die drei Besten von hier gegen die drei Besten von uns antreten.“ Quelle: Sabine Hügelland

„Ich wollte immer schon mal hier zuschauen“, sagte Torsten Schönsee aus dem Kreis Parchim. „Und würde mir wünschen, dass einmal die drei Besten von hier gegen die drei Besten von uns antreten.“ Er wäre mit dabei, denn Schönsee heimste sieben Mal den Hauptpreis im Pflügerwettbewerb ein und liegt allgemein immer weit vorn.

Natürlich konnten Besucher an diesem Tag auch Landtechnik und alte Traktoren besichtigen. „Ich stamme aus Schleswig-Holstein und bin heute nur hier, um die Traktoren zu zeigen“, sagte Jan Timm. „Der Wettbewerb ist mir wichtig“, so der Landwirt Günter Garbe aus Steffenshagen. „Hier sind um die 1000 Besucher, das ist toll“, sagte die Geschäftsführerin des Bauernverbandes Bad Doberan Susann Baltzer. „Die Arbeit und der Vorbereitungsstress haben sich gelohnt. Man freut sich dann immer, wenn das gut angenommen wird“, sagte sie. „Es ist doch eine schöne Sache den Leuten aus der Stadt heute zeigen zu können, wie wir arbeiten“, so Willi Ring.

Die Gewinner im Pflügerwettbewerb

Die ersten drei Plätze im Beetpflügen gewannen: Max Harloff, LWB Bernd Harloff aus Rostock, gefolgt von Heiko Hardt, Agrargenossenschaft „HellbachNeubukow e.G., und Maren Hansen, Landwirtschafts-GmbH Petschow, Lieblingshof. Das Drehpflügen gewann Christian Woronowicz, Landwirtschaftsbetrieb Ullrich Sefzat, aus Klein Stove, Joachim Eichstädt, Griepentrog KG und Torsten Hilbrecht, Agrar Union Poppendorf. Das Gespannpflügen gewann Erich Prüter aus Dummerstorf, gefolgt von Eugen Piersdorff und Carsten Süß.

Martin Engelke, Landwirt aus Glasin: „Ich war nach zehn Jahren erstmals wieder dabei und wollte sehen, ob ich das noch kann.“ Quelle: Sabine Hügelland
Susann Baltzer, Geschäftsführerin vom Bauernverband Bad Doberan: „Es sind um die 1000 Besucher gekommen, das ist toll.“ Quelle: Sabine Hügelland

Sabine Hügelland

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