Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Mit GPS auf der Suche nach Artefakten
Mecklenburg Bad Doberan Mit GPS auf der Suche nach Artefakten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:10 31.01.2017
Die jüngste Zusammenkunft der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger in Bad Doberan wurde auch von Mario Jörn, Gabriele Hafner, Jürgen Reich und Volker Häußler (v.l.) zum Gedankenaustausch genutzt. Quelle: Foto: Sabine Hügelland
Anzeige
Bad Doberan

Sie haben jede Menge zu tun: Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger kontrollieren Baustellen, pflegen Denkmale, sind bei Notbergungen und Flurbegehungen im Einsatz. Sie dienen als Vermittler von Fund-Hinweisen und sind in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv.

Bodendenkmalpfleger treffen sich in Bad Doberan / Wildschweine beschädigen Grabhügel

Im Amt Bad Doberan-Land kamen jetzt etwa 80 ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger und Interessenten des Landkreises Rostock sowie der Hansestadt Rostock zusammen. Über die Arbeit der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Rostock im vergangenen Jahr sprach der Kreisbodendenkmalpfleger Alexander Schacht: „Wir sind bestrebt, den Bauherren das Leben nicht allzu schwer zu machen“, betonte er. Durch Schaffung neuer Wohngebiete wie in Bad Doberan und Kühlungsborn wurden Siedlungsplätze entdeckt. Das bedeute eine langfristige und gute Planung des Bauanlaufes.

Nachhaltig sei auch die Einführung der GPS-Messung gewesen, so Schacht: „Sie ermöglicht weitaus präzisere Erfassungen als früher.“ Seit einiger Zeit werden nun auch Bodendenkmale auf alten Plänen neu vermessen, wobei sich Abweichungen von 20 Metern, wie in der Gemeinde Gelbensande, ergaben. Der Kreisbodendenkmalpfleger machte auch auf die Probleme mit Doberans Hügelgräbern aufmerksam, die befahren wurden: „Wir müssen Beschilderungen aufstellen und den Durchgangsverkehr einschränken.“ In Steinhagen hinterließen Wildschweine Löcher in mehreren Grabhügeln. Auch dort gilt es nun, die Schäden zu beseitigen.

Bei gemeinsamen Begehungen am Grünen Weg in Kühlungsborn konnten unter anderem Artefakte wie Dolchgriffe, Schaber, Beilfragmente und Keramikscherben gesichert werden. Einen besonderen Fund konnte der Dezernent im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Dr. Lars Saalow, ankündigen: Seit den 1980er Jahren ist der spätslawische Siedlungsplatz in Blengow am Salzhaff bekannt. Während mehrerer Begehungen 2011 und 2012 mittels Metallsuchgeräten und GPS-Technik entdeckten die Bodendenkmalpfleger damals ein wertvolles Reliquien- Kreuz mit christlichem Motiv aus dem 11./12. Jahrhundert. Wegen der Restaurierung und einer Forschungsarbeit wurde das Kreuz, von dem nur die Vorderseite gefunden wurde, erst jetzt der Öffentlichkeit präsentiert.

Rund 200 offiziell anerkannte ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger gibt es in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen viele Helfer ohne Zertifizierung. Ehrenamtliche und interessierte ehrenamtliche Mitglieder der Kreisarbeitsgruppe Ur- und Frühgeschichte erbrachten im vergangenen Jahr mehr als 6000 Arbeitsstunden – darunter auch der Reriker Museumsleiter Thomas Köhler, Jürgen Krakor, Sprecher der Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum (Ipal), sowie die Konditorin Gabriela Hafner aus Alt Karin. „Dabei zu sein ist für mich wichtiger als die Funde“, machte die 55-jährige Hafner deutlich.

Für ein Landesmuseum haben sich inzwischen 10 500 Interessenten mit ihrer Unterschrift ausgesprochen, wie Jürgen Krakor im Namen der Ipal-Initiative bekanntgab. Der ehemalige Kreisbodendenkmalpfleger und Kühlungsborner Volker Häußler sammelte hierbei mit Helfern die meisten Stimmen.

Sabine Hügelland

Die Fahrgemeinschafts-Initiative und Mitfahrzentrale „Wir fahren zusammen!" vom Kröpeliner Verein „De Drom" steht im Mittelpunkt der Bachelor-Abschlussarbeit der Greifswalder Geografiestudentin Wiebke Löbsin.

24.03.2019

Täglich holen sich Jung und Alt aus Bad Doberan und Umgebung 500 sogenannte Medieneinheiten aus der Bibliothek. Viele Schüler bessern hier ihr Wissen für den Unterricht auf.

04.06.2018

Zwei Mitarbeiter des Forstamtes untersuchen in diesen Tagen den Wald auf seinen Gesundheitszustand. Die Inventurergebnisse bilden dann die Grundlage für den Waldzustandsbericht.

01.01.1998