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Bad Doberan Mit Karre und Schaufel: Reitverein Parkentin bereitet Sommerturnier vor
Mecklenburg Bad Doberan Mit Karre und Schaufel: Reitverein Parkentin bereitet Sommerturnier vor
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17:19 28.02.2019
Ringo Wollin ist Mitglied beim Parkentiner Reitverein und war im letzten Jahr Sieger in der M-Klasse. Quelle: Hagen Albrecht
Parkentin

„Es geht um die bestmögliche Präsentation des Pferdes, um Ästhetik, um die Symbiose von Tier und Reiter“, sagt Anne-Kathrin Kruse und versucht damit, ihre Faszination für den Dressursport in Worte zu fassen. Die 30-Jährige ist nun im dritten Jahr die Vorstandsvorsitzende des Parkentiner Reitvereins, der sich jetzt schon mitten in den Vorbereitungen für das große Reitturnier im August befindet.

Noch erscheint der Platz in Parkentin etwas kahl. Doch jedes Wochenende arbeiten die Mitglieder daran, den Platz in einen guten Zustand zu bringen. Quelle: Moritz Naumann

„Seit der dritten Klasse bin ich regelmäßig hier und trainiere mit Pferden“, sagt die Veranstaltungskauffrau, die seit sieben Jahren im Grand Hotel Heiligendamm arbeitet. Nebenher leitet sie gemeinsam mit sechs weiteren Vorstandsmitgliedern die Geschicke des Reitvereins Parkentin. „Das ist eine große Aufgabe, aber auch ein Herzensprojekt“, sagt sie, während sie über das Trainingsareal an der Bartenshäger Straße läuft. „Zurzeit ist das alles noch ziemlich kahl hier, aber wir bereiten im Moment auch schon alles für das diesjährige Turnier vor“, sagt Kruse.

750 Läufe an einem Wochenende

Am 24. und 25. August verwandelt sich der Platz nämlich in ein Eldorado für Pferdesportfreunde. Vereine aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kommen dann nach Parkentin, um sich in drei Disziplinen zu messen: Dressur- und Springreiten sowie in der Cross-County-Future-Disziplin (CCF). „Das CCF ist eine einsteigerfreundliche kombinierte Wertung aus Dressur und Springen, in der es darum geht, eine lange Strecke mit natürlichen Hindernissen wie Baumstämmen oder kleinen Tümpeln möglichst schnell hinter sich zu bringen“, erklärt Kruse. Der Unterschied zum Springreiten sei, dass die Hürden nicht so hoch sind.

In der Regel gäbe es an dem Turnierwochenende etwa 750 Läufe: „Jedes Pferd darf maximal drei Mal starten.“ Teilnehmen können Reiter aus allen Klassen, nur die höchste Stufe – die S-Klasse – könne man nicht bedienen: „Wir sind ein Dorfturnier, und unser Platz hat nicht die Qualität, die die höchste Klasse benötigt.“ Seit Oktober vergangenen Jahres wird etwa das Turnier-Viereck (der Platz, auf dem die Dressurwettkämpfe stattfinden) neu gemacht. „Der Boden war dort sehr lehmig, und die Pferde hatten keinen guten Halt.“

Mit Spaten und Schubkarre

Das Turnier-Viereck auf der Parkentiner Reitanlage Quelle: Moritz Naumann

Solch eine Sanierung sei ein großes Unterfangen für einen kleinen Reitverein. So habe man erst mal den 800 Quadratmeter großen Platz um 1,50 Meter ausheben und eine Drainage legen müssen. „Wir haben zu Schaufel und Spaten gegriffen und einiges selbst gemacht. Viele Leute denken deshalb, wir wären verrückt. Denn jedes Wochenende arbeiten die Vereinsmitglieder daran, dass der Platz rechtzeitig fertig wird – nur für dieses eine Wochenende im Jahr“, sagt Kruse und lacht. Ortsansässige Firmen haben darüber hinaus auch mit einem Radlader ausgeholfen, da der Aufwand sonst zu groß geworden wäre. Das Unterfangen wurde im Vorhinein auf etwa 7500 Euro taxiert. Wie viel es am Ende wirklich sei, müsse man laut Kruse dann noch einmal resümieren.

Solch eine Summe zu stemmen sei schwierig, denn der Verein finanziert sich lediglich über Mitgliedsbeiträge und Sponsoren. Pro Jahr koste die Mitgliedschaft 60 Euro. „Das reicht nicht, um solche Aktionen wie den Platzumbau zu finanzieren“, sagt Kruse. Unterstützung bekommt der Verein vom Hauptsponsor Ospa und der Stäbelower Entwicklungsgesellschaft GmbH & Co. KG. Auch fehle es an einem vereinseigenen Pferd. Die Trainings mit den Jugendlichen finden derzeit immer nach Absprache mit den Inhabern der Tiere statt.

700 Kilo zähmen

Anne-Kathrin Kruse ist die Vorsitzende des Parkentiner Reitvereins. Bis zum alljährlichen Turnier im August gäbe es noch viel zu tun. Quelle: Moritz Naumann

Sie selbst nehme nicht mehr an Wettkämpfen teil, sagt Ann-Kathrin Kruse: „Mein Job findet immer am Wochenende statt, und die Turniere halt auch.“ Trotzdem lässt sie es sich nicht nehmen, ihr Pferd Djim Bob, das sie sich mit einer Freundin teilt, regelmäßig zu satteln. „Bei gutem Wetter reite ich mindestens drei Mal die Woche aus. Nach einem harten Tag und einer Stunde in der Natur ist der Kopf frei und mir geht es gut“, so Kruse. Was den besonderen Reiz des Reitens ausmacht? „Man sitzt auf einem 700-Kilo-Tier, dass einem ähnlich vertraut wie ein Hund. Man zähmt eine wahre Naturgewalt – das ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

Der Reitverein Parkentin

Der Reitverein wurde im Jahr 1990 gegründet. Seit 1991 ist der Verein Mitglied des Landessportbundes. Das Areal, auf dem Training und Turniere stattfinden, teilt man sich mit dem örtlichen Fußballverein SV Parkentin. In langer Tradition richtet man nationale Turniere mit Dressur- und Springprüfungen bis zur Klasse M aus. Derzeit besteht der Verein aus etwa 60 Mitgliedern, die sich etwa 20 Pferde teilen. „Wir freuen uns immer über interessierten Nachwuchs“, sagt Ann-Kathrin Kruse. Info: www.reitverein-parkentin.jimdo.com

Moritz Naumann

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