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Bad Doberan Mit wachen Augen durch Berlin gestreift
Mecklenburg Bad Doberan Mit wachen Augen durch Berlin gestreift
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00:01 15.09.2017
„Berlin – Bilder einer Stadt“ heißt die aktuelle Ausstellung, die im Atelierhaus Rösler-Kröhnke gezeigt wird. Zu sehen sind Werke von Louise Rösler und des Berliners Klaus Roenspieß (Foto) – hier vor einigen seiner Bilder im Museum Atelierhaus Rösler-Kröhnke. Quelle: Foto: Sabine Hügelland
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Kühlungsborn

Eine Hommage an die Hauptstadt: „Berlin – Bilder einer Stadt“ nennt Anka Kröhnke ihre Ausstellung im Atelierhaus Rösler-Kröhnke. Zu sehen sind Werke von Louise Rösler (1907 – 1993) und dem Berliner Klaus Roenspieß (geb. 1935).

Werke zweier Berliner Künstler im Museum Atelierhaus Rösler-Kröhnke zu sehen

Gegensätzlicher könnten die Stadtbilder der beiden in Berlin geborenen Künstler nicht sein. Klaus Roenspieß Straßenlandschaften zeigen eine melancholische Sicht auf die Großstadt mit fast einfarbigen Gebäudemassen. Die dunkel gehaltenen Darstellungen sind dennoch faszinierend und wirken wie stille Nachtwanderungen. Die neuen Werke erscheinen lichter. Die Nachtschattenfarbe Violett tritt heller in den Vordergrund, und auch anderen Farben gibt er eine Chance. „Das war kein plötzlicher Prozess, er dauerte fast 30 Jahre“, sagt seine Lebenspartnerin und Künstlerin Monika Meiser. „Eigentlich ist er ein coloristischer Maler, dessen farbliche Darstellungen jedoch in der DDR-Zeit immer dunkler wurden.“ Das hätte nur indirekt etwas mit der Politik zu tun, jedoch: „Die Teilung der Stadt hat ihn bedrückt. Das hat mit dem eingeschränkten Spielraum gerade auch für Künstler zu tun“, sagt Monika Meiser. „Er ist ein Stadtflaneur, Berlin hat immer eine große Rolle für ihn gespielt.“ Ende der 80er-Jahre begann Roenspieß seine Bilder langsam aufzuhellen. „Seine Werke besitzen eine Festigkeit, eine Wärme“, so die Künstlerin. Er ist kein großer Freund von Konversationen, sagt sie. Er geht lieber ins Atelier als Interviews zu geben.

„Ich habe die Malereien meiner Mutter zum großen Teil aus den 80er-Jahren gewählt, so wie die Bilder von Klaus Roenspieß“, sagt Anka Kröhnke. „Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich beide Künstler das Thema umsetzen.“ Besonders begeistert zeigt sie sich von seinen Radierungen: „Normalerweise sind Radierungen mehr gestrichelt. Er jedoch schafft es malerische Tendenzen hineinzubringen. Einfach wunderbar.“ Diese Arbeiten sind in einem separatem Raum am großen Saal zu sehen.

Louise Rösler liebte das quirlige Leben in der Großstadt. Sie malte, was sie sah, und so wurde auch Banales, wie klobige Ampelanlagen nicht weggelassen, sondern in ihre Bilder integriert. „Sie hat nie etwas weggeschönt“, sagt die Tochter Anka Kröhnke. „Meine Mutter hat ihre Arbeiten nicht idealisiert oder idyllisch gemalt. Mit ihrer Technik, die Ölfarbe sehr mager aufzutragen, leuchten durch diese Transparenz die Farben besonders.“

Es sind einige Werke von Louise Rösler zu sehen, die Anka Kröhnke noch nie ausstellte. Louise Rösler nahm kurze Momente voller Licht und Farbe auf und verarbeitete sie zu rhythmisch bewegten Kompositionen. Die Bilder aus den frühen Jahren gleichen nur wenig den späteren die immer dynamischer werden, so als flaniere sie von purer Lebenslust getrieben und mit wachem Blick durch die Straßen von Berlin. Motive wie Straßenzüge, Parks, Hochhäuser, Cafés und Zirkus malte Louise Rösler immer wieder. Besondere Lichtmomente fing sie ein und sie überlegte, welche Perspektiven sie für ihre Motive auswählte, sodass triste Hochhäuser dem Betrachter plötzlich interessant erscheinen. Oft kamen zur Malerei auch Collagen hinzu mit Materialien wie Bonbonpapier, welches sie auf der Straße fand.

Der Kontrast der Bilder von Louise Rösler und Klaus Roenspieß, bildet das Spannungsfeld für die Ausstellung, die am 31. Dezember endet.

Museum Atierlierhaus Rösler-Kröhnke

Im Mai 2004 lud das Atelierhaus zur ersten Vernissage ein. Nach mühevoller Sanierung war es aus einem verfallenen Ausflugscafé entstanden. Seither gibt es mit zweimal jährlich wechselnden Ausstellungen Einblick in den vielseitigen Nachlass dreier Generationen der Künstlerfamilie Rösler-Kröhnke. Eine kunstgeschichtliche Zeitreise von 1900 bis heute.

Das Dach mit den drei roten Giebeln beherbergt nicht nur das Museum, hier arbeitet auch Anka Kröhnke.

Das Gebäude liegt in einem großen Garten am Rande des Wäldchens Kühlung mit Blick auf die Ostsee. Die Idee war, eine Farboase zu schaffen: Kunst im Haus, draußen der Garten.

Geöffnet: Freitag bis Sonntag 11 – 18 Uhr

Sabine Hügelland

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