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Bad Doberan Molli prüft Ausbau der Strecke bis Rerik und Warnemünde
Mecklenburg Bad Doberan Molli prüft Ausbau der Strecke bis Rerik und Warnemünde
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19:46 28.06.2019
Der Molli hält in Kühlungsborn-Ost. Die Gesellschafter lassen prüfen, ob eine Streckenverlängerung bis nach Rerik und Warnemünde möglich ist. Quelle: Anja Levien
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Kühlungsborn

Eine Fahrt mit der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli nach Warnemünde oder Rerik könnte bald Realität werden. Die Gesellschafter der Schmalspurbahn, die zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn verkehrt, haben beschlossen, eine Streckenverlängerung zu prüfen. Darüber informierte Sebastian Constien (SPD), Landrat des Landkreises Rostock, am Freitag während der Eröffnung des umgebauten Bahnhofes in Kühlungsborn-Ost.

Laut Molli-Geschäftsführer Michael Mißlitz sollen in den kommenden Monaten das Verkehrspotenzial, eine mögliche Streckenführung und die Wirtschaftlichkeit ermittelt sowie ein Betriebskonzept erstellt werden.

Bilder von den schönsten Schmalspurbahnen in MV:

Bilder vom Rasenden Roland auf Rügen, dem Lütt Kaffeebrenner in Klütz, der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli und der Mecklenburgisch Pommerschen Schmalspurbahn

Erweiterung bis nach Rerik wurde schon mal geprüft

Die Erweiterung des Molli-Netzes ist immer mal wieder Thema, zuletzt im Wahlkampf zum Kreistag. Ein Fortsetzen der Gleise bis ins Ostseebad Rerik war laut Mißlitz bereits Mitte der 2000er aus technischer Sicht geprüft worden. „Es ist möglich“, sagt der Eisenbahnchef.

„Eine Streckenverlängerung ist aus touristischer Sicht sehr attraktiv“, sagt Landrat Constien. „Wir wollen jetzt sehen, ob wir im größeren Sinne investieren können und es auch wirtschaftlich attraktiv ist.“ Mit Blick auf die zu erschließenden Flächen werde es nicht einfach. Zwischen Rerik und Warnemünde gibt es mehrere Landschafts- und Naturschutzgebiete.

„Für uns hat das einen enormen Mehrwert und ist eine Aufwertung“, sagt Rüdiger Kozian (parteilos), Bürgermeister von Kühlungsborn. Das Ostseebad ist neben dem Landkreis Rostock und der Stadt Bad Doberan Gesellschafter der Bäderbahn. „Wir wissen, dass die Touristen gerne nach Rerik und Warnemünde möchten. Wenn sie da mit dem Zug hinkönnten, wäre das ideal.“

„Das wäre ein riesiger touristischer Gewinn“, sagt auch Jochen Arenz (parteilos), Bürgermeister von Bad Doberan. Werde das Streckennetz einer Schmalspurbahn weitergebaut, hätte das über die Grenzen hinaus Wirkung. Für den Doberaner Rathauschef sei es auch eine saisonverlängernde Maßnahme, wenn Gleise bis nach Warnemünde führten. Er verspricht sich davon mehr Gäste, die den Weg nach Bad Doberan finden.

Rostock unterstützt Anliegen

Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock unterstützt das Anliegen. „Ich habe zugesagt, dass sich Rostock in die folgenden Studien intensiv mit einbringt“, teilt Rostocks Senator für Bau und Umwelt Holger Matthäus mit. „Zum einen ist der Molli sicher eine Attraktion auch für Warnemünde. Es würden damit alle Seebäder touristisch äußerst attraktiv verbunden“, so Matthäus. „Zum anderen muss es aber auch eine schienengebundene Schnellverbindung mit E-Traktionen für Pendler oder Schülerverkehre geben.“ Das heißt laut Matthäus müsse es einen sinnvollen Wechsel von Dampf- und Alternativantrieben geben.

Für Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD) ist das Thema nicht neu, das werde seit 1989 diskutiert, immer wieder habe es Studien gegeben. „Wir haben Trassen freigehalten für den Fall des Falles“, sagt er. In Kühlungsborn sei hingegen im Blick darauf in den vergangenen Jahren sehr viel gebaut worden. „Wenn der Molli kommen würde, würden wir das gut finden“, sagt Gulbis.

Der Molli fährt seit 1886 zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. 1910 wurde die Strecken bis nach Kühlungsborn verlängert. Im Jahr fahren etwa 550 000 Fahrgäste mit der historischen Bahn.

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