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Bad Doberan Alles in Butter bei der Müllentsorgung?
Mecklenburg Bad Doberan Alles in Butter bei der Müllentsorgung?
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06:00 07.08.2019
Neubukows Wertstoffhof befindet sich im Gewerbegebiet Berghausen und ist auch samstags geöffnet. Quelle: Thomas Hoppe
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Moitin

 Da hatte jemand eine beschädigte Büchse Dachlack in der Prärie der Gemeinde Carinerland entsorgt und die Gemeindearbeiter Armin Stubbe und Eckhard Meyer entdeckten das belastende Material: „Manche Leute schmeißen alles weg!“

Beim Wertstoffhof des Landkreises in Neubukow wurde der Dachlack aber nicht abgenommen, weil dort teer- und bitumenhaltige Stoffe grundsätzlich passé sind. Dafür gab es dort den Tipp, es in Parkentin bei der Baustoffrecyclingfirma abzugeben. Also legten die beiden Gemeindearbeiter während einer Dienstfahrt nach Rostock in Parkentin einen Zwischenstopp ein: „Doch da wurde ich nur angeguckt, wie ich mit der 10-Liter-Büchse ankam, und erhielt den Bescheid: ,Die nehmen wir hier nicht, das dürfen wir nicht’“, berichtet Armin Stubbe, der dann dem Parkentiner Ratschlag folgte und die Büchse zum regionalen Müllentsorger Veolia nach Bad Doberan ins Gewerbegebiet fuhr. Allerdings soll es auch hier geheißen haben: „Nein, das nehmen wir nicht ab.“„Das hat natürlich unseren Ehrgeiz angestachelt – irgendwo muss man doch den alten Dachlack legal loswerden können“, sagt Armin Stubbe rückblickend und erwähnt die nächste Adresse, die den Gemeindearbeitern genannt wurde: „Umweltservice Nord“ von Veolia in Rostock Hinrichsdorf.

Armin Stubbe Quelle: Thomas Hoppe

„In Hinrichsdorf hat er dann zu mir gesagt, ,wir hätten es auch bei Ihnen abgeholt’. Aber da möchte ich nicht wissen, wie teuer das geworden wäre“, erläutert Armin Stubbe und rechnet kurz vor, dass sie allein für die Passage des Rostocker Warnowtunnels hin und zurück jeweils vier Euro zahlten und in Hinrichsdorf für die Lack-Abnahme circa fünf Euro: „Und dann waren wir die ganze Zeit unterwegs.“

Das könne es aber wohl doch nicht sein, meinen dazu die Gemeindearbeiter, und Eckhard Meyer erinnert daran, dass das Schadstoffmobil, das früher zweimal Jahr im Kreis seine Runde drehte, fast alles problem- und kostenlos mitgenommen hätte. „Da wurde auch gleich vor Ort alles sortiert – das geht also auf kleinem Raum zu machen und auch sicher“, betont Eckhard Meyer.

Armin Stubbe steuert noch ein Beispiel für schwierige Entsorgung in Sachen Sandwichplatten bei: „Das sind metallbeschichtete Hallenbauplatten mit einer inneren Isolierung aus Pur-Schaum(Polyurethan)“. „Die werden Sie im Guten nicht los!“ Verbundstoffe würden im Landkreis nicht angenommen: „Aber wenn die Leute keine Möglichkeit haben, Sachen zu entsorgen, die industriell hergestellt und schließlich verkauft werden, dann...“

1200-Liter-Gemeindecontainer ist schnell voll

Nach vielen Telefonaten sei er die Platten letztlich bei einer Großentsorger-Firma in Krassow bei Wismar eigentlich unproblematisch, „natürlich gegen ein Entgelt“, losgeworden. Extra für den Restmüll von Gemeindearbeiten und Umwelttagen gibt es in Moitin noch einen 1200-Liter-Container, der trotz aller vorherigen Aussortierungen durch die Gemeindearbeiter stets relativ schnell voll sein soll. Seine Leerung würde die Gemeinde jeweils über 100 Euro kosten, heißt es. Im Jahr kämen da ein paar tausend Euro zusammen, sagt Eckhard Meyer.

In Carinerlnad gefunden: Farbreste gelten als Baustellenabfall und sind im Centbereich kostenpflichtig. Quelle: Thomas Hoppe

In diesem Gemeinde-Container landete auch die Rückenlehne von einer hinteren Autobank, die Umweltsünder im Wald entsorgt hatten. Auf dem Wertstoffhof hatte dieses Teil keine Chance – weil Autoteile dort eben grundsätzlich nicht abgenommen werden. „Wenn ich eine Couch hingebracht hätte, wäre es genau dasselbe gewesen: Polster, Drahtgeflecht.“ Und Geld verdiene die Gemeinde ja auch nicht, etwa mit Autoreparaturen, wie die Unternehmen aus dieser Branche.

„Mit solchen illegal entsorgten Autoteilen, die wir aus dem Wald holen, müssen wir dann noch von Pontius zu Pilatus fahren, um sie abgenommen zu bekommen“, ergänzt Eckhard Meyer ärgerlich.

Nicht nur die beiden Gemeindearbeiter vermuten, dass die Zahl der unsachgemäßen Entsorgungen in der Region wieder zunimmt – aktuelle Umwelttage ließen diese Schluss zu. Doch beim Landkreis wird das ganz anders gesehen: „Das trifft nicht zu, eine Zunahme ist nicht zu verzeichnen – auch Gefahrstoffe sind kein Thema“, erklärt dazu Landkreissprecher Michael Fengler. Er reagiert auch auf die kritische Anmerkung der Gemeindearbeiter, dass 15 Minuten vor der angegebenen Schließungszeit der Werthöfe die Annahme endet. „Warum wird nicht einfach 17.30 oder 17.45 Uhr offiziell geschlossen und der Mitarbeiter kümmert sich dann die restlichen Minuten bis 18 Uhr um die nötigen Arbeiten?“, fragt Armin Stubbe.

„Kundenbetreuung dauert im Schnitt 15 Minuten“

Michael Fengler antwortet: „Die Kundenbetreuung dauert im Schnitt 15 Minuten, dazu gehört die Erfassung der Art und Menge sowie die Entladung und Einsortierung der Abfälle. In der Regel wird danach kassiert. Das Wertstoffhofpersonal verlässt nicht vor 18 Uhr den Hof. Werden diese Arbeiten auf nach 18 Uhr verlegt, verlangen zu spät kommende Kunden, dass auch ihre Abfälle noch angenommen werden. Nach dem der letzte Kunde den Hof verlassen hat, müssen die Kasse abgerechnet, der Hof begangen, alle Container gesichert und die Zugänge verschlossen werden. Eine Verlängerung der Annahme- und Bearbeitungszeiten ist mit einer Kostenerhöhung verbunden.“

Wertstoffhöfe samstags offen

„Die Wertstoffhöfe ermöglichen die flächendeckende und leichte Entsorgung von Abfällen im gesamten Landkreis. Sie sind auch am Sonnabend geöffnet. Wertstoffe, die beim Haus-, Garten- oder Grundstücksputz am Freitagnachmittag und Sonnabendvormittag anfallen, können so auch nach der samstäglichen Mittagszeit abgegeben werden. Viele Kunden verbinden die Fahrt zum Einkaufen oder zum Tanken mit einer Tour zum Wertstoffhof, um dort angefallenen Abfall und Wertstoffe zu entsorgen“, teilte Landkreissprecher Michael Fengler auf Anfrage mit.

Geöffnet haben die Wertstoffhöfe sonnabends von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Montags sind sie geschlossen, dienstags bis freitags sind sie von 12 bis 18 Uhr, in Güstrow und Bad Doberan zusätzlich von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Annahmeschluss ist 15 Minuten vor dem Ende der Öffnungszeit.

Nicht angenommen werden: Asbest und asbesthaltige Abfälle, Bitumen und teerhaltige Abfälle, mineralfaserhaltige Stoffe, wie zum Beispiel Steinwolle, Baustyropor, HBCD-haltiges Wärmedämmmaterial, Kraftfahzeugteile einschließlich Betriebsmittel

Von Thomas Hoppe

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