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Bad Doberan Grundwasser nach Dieselunfall bedroht
Mecklenburg Bad Doberan Grundwasser nach Dieselunfall bedroht
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17:00 30.08.2019
Zwischen Hinter Bollhagen und Wittenbeck ist Diesel aus einem Lastwagen ausgelaufen. Der Zweckverband muss den verschmutzten Boden entfernen. In unmittelbarer Nähe befinden sich mehrere Brunnen. Quelle: FOTO: Cora Meyer
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Wittenbeck

Eine unbekannte Menge Diesel kontaminiert den Boden an der L 12 zwischen Hinter Bollhagen und Wittenbeck. Deshalb muss der Zweckverband Kühlung dort in der kommenden Woche weiteren Boden ausheben. Betroffen ist eine Fläche von schätzungsweise mehr als 100 Quadratmetern.

Nahe des Abzweiges nach Steffenshagen war ein Gärrestetransporter havariert. Dabei sei nach Polizeiangaben eine unbekannte Menge Diesel ausgelaufen. Der Unfall ereignete sich bereits vor zwei Wochen. „Der Fahrer des Transporters war gegen 14 Uhr auf der Landesstraße 12 in Richtung Wittenbeck unterwegs gewesen“, sagte Polizeisprecherin Kristin Hartfil. Im Bereich des Abzweiges nach Steffenshagen kam der 22-Jährige nach links von der Fahrbahn ab. Dabei habe sich das Gespann aufgeschaukelt und sei schließlich umgekippt. Die genaue Unfallursache ist unklar. „Der Bereich war lange gesperrt, weil die Bergung erst in den späten Abendstunden möglich war.“

Wasserbehörde wurde sofort informiert

Ein Mitarbeiter des Zweckverbandes war zufällig an der Unfallstelle vorbeigefahren, sagt Frank Lehmann, Geschäftsführer des ZVK. Der habe dann seine Kollegen informiert. „Unmittelbar nachdem die Straße wieder frei war, haben wir mit dem Aushub begonnen.“ Die Leitstelle hatte nach Angaben des Landkreissprechers Michael Fengler außerdem – wie in solchen Fällen üblich – die Untere Wasserbehörde informiert.

„Wir haben da schon eine ganze Menge Boden ausgekoffert“, sagt Frank Lehmann, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kühlung. „Es hat sich aber herausgestellt, dass das nicht ausreichend war.“

„Durch die Auswertung der Bodenproben wurde festgestellt, dass weiterer Boden auszuheben ist.“ Michael Fengler, Sprecher Landkreis Rostock Quelle: Landkreis

Unfallstelle liegt in der Nähe von Brunnen

Um die Straße zu stabilisieren, sei die Baugrube nach Angaben des Kreissprechers zunächst provisorisch verfüllt worden. Zudem habe man die Schadensstelle mit einer Plane abgedeckt, um den Eintrag von Niederschlägen zu verhindern. „In dieser Woche hatte der Wetterbericht Regen vorausgesagt“, sagt Frank Lehmann. Aus Sicherheitsgründen habe der ZVK auch alle fünf Brunnen in der näheren Umgebung abgestellt. „Wir wollen möglichst wenig Bewegung im Grundwasser“, sagt der Geschäftsführer. Denn zu allem Unglück sei der Unfall auch noch an der einem Brunnen am nächsten gelegenen Stelle passiert.

Der Aushub des kontaminierten Bodens werde seinen Angaben zufolge von Fachleuten eines speziellen Ingenieurbüros begleitet. „Dabei werden Proben genommen, anhand derer uns die Experten dann sagen können, ob es genug ist oder ob weiterer Boden ausgehoben werden muss.“ Diesel sei aber auch für den Laien relativ gut zu erkennen und zu riechen.

Bodenaushub soll kommende Woche fortgesetzt werden

„Anfang nächster Woche soll es laut Wettervorhersage keinen Niederschlag mehr geben“, sagt der ZVK-Geschäftsführer. Dann könnten die Plane entfernt werden und die Arbeiten weitergehen.

Vermutlich werden diese etwa zwei bis drei Tage dauern, sagt Frank Lehmann. Die verunreinigte Stelle soll dann halbseitig gesperrt werden. Die Wasserversorgung der umliegenden Haushalte ist seinen Angaben zufolge nicht gefährdet.

„Die Trinkwasserversorgung ist nicht in Gefahr.“ Frank Lehmann, Geschäftsführer ZVK Quelle: Cora Meyer

Im gesamten Landkreis musste die Untere Wasserbehörde in diesem Jahr bereits drei Mal wegen Kraftstoffaustritten einschreiten, teilte der Sprecher Michael Fengler mit. Aber: „Einen Vorfall in dieser Größenordnung gab es bislang in der Geschichte des Zweckverbandes Kühlung noch nicht.“

Der Fahrer des Transporters muss nun mit einem Verwarn- oder einem Bußgeld rechnen. Auch das Umweltamt wurde nach Angaben von Polizeisprecherin Kristin Hartfil hinzugezogen.

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Von Cora Meyer

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