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Bad Doberan Glücklich mit Job bei Stadtentsorgung Rostock
Mecklenburg Bad Doberan Glücklich mit Job bei Stadtentsorgung Rostock
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16:59 12.11.2018
Carsten Feilert (l.) und Helge Wilhelmy aus Rostock arbeiten jetzt bei der Rostocker Stadtentsorgung. Quelle: Doris Deutsch
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Rostock

Um 7 Uhr fahren Carsten Feilert und Helge Wilhelmy vom Hof der Rostocker Stadtentsorgung. In ihr Revier, die Rostocker Südstadt. Heute starten sie ihre Entsorgungstour in der Erich-Schlesinger-Straße. Feilert sitzt am Lenkrad des modernen Müllfahrzeuges, Wilhelmy steht auf dem Trittbrett. Sie sind ein Team, Fahrer und Lader. „Oft müssen wir aber beide los, um die schweren Tonnen nach vorn zu ziehen“, stellt der 41-jährige Fahrer klar.

163 Mitarbeiter zählt die Rostocker Stadtentsorgung. Seit ein, zwei Jahren gehören auch Wilhelmy und Feilert fest dazu. Zunächst waren die beiden über eine Zeitarbeitsfirma immer wieder als Lader im Entsorgungsunternehmen beschäftigt worden. „Bei Ausfällen durch Krankheit oder bei zusätzlichen Dienstaufgaben überbrücken wir den Personalbedarf mit Zeitarbeitern“, erklärt Personalchefin Nora Grunau. Einige hätten sich dabei einen Namen gemacht und würden immer wieder geholt, berichtet sie. So auch Carsten Feilert, der unter der Bedingung, den Führerschein zu machen, eine Festanstellung erhielt.

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„Das Arbeitsamt hat mir den Führerschein bezahlt und nun kann ich hier auch als Fahrer arbeiten“, erzählt der Rostocker. Von Beruf ist er Zimmermann, doch auf den Bau will er nicht zurück. Da stimmt ihm Wilhelmy, gelernter Maler und Lackierer zu. Er hat als Zeitarbeiter auf verschiedenen Baustellen gearbeitet. „Aber immer diese Springerei, mal hier, mal da“, erzählt der 38-Jährige. „Ich wollte gern ankommen, einen festen Job in einer Firma haben.“ Und Müllfahrer sei sogar ein Kindheitstraum gewesen.

Das Berufsbild habe sich stark gewandelt. Weg vom schmutzigen Müllmann und Aschefahrer hin zum Mitarbeiter in leuchtend oranger Kluft, die jeder Kollege in dreifacher Ausführung erhält und die wöchentlich auf Firmenkosten gesäubert wird. „Wir haben moderne Fahrzeuge“, betont Nora Grunau. Früher seien immer Kraftfahrer und Anschläger auf einem Auto unterwegs gewesen. „heute sollten schon beide fahren können“, erklärt Grunau.

Die Angestellten der Stadtentsorgung haben eine 35-Stundenwoche, familienfreundliche Arbeitszeiten von 7 bis 14.45 Uhr, zählt die Personalleiterin auf, die selbst seit 33 Jahren im Unternehmen tätig ist. „Und das Geld stimmt, kommt immer pünktlich“, fügt Wilhelmy an. Er sei froh über den festen Job bei der Stadtentsorgung. „Die Arbeit ist anstrengend, wir werden öfter mal von Autofahrern hinter uns beschimpft, wenn wir in den zugeparkten Straßen die Tonnen vorziehen“, berichtet Feilert, „da muss man einfach ruhig bleiben.“ „Wir sind glücklich über unsere Arbeit und unseren Arbeitgeber“, erklären die Männer.

„Der Arbeitsmarkt erlebt einen Aufschwung, von dem zunehmend auch langzeitarbeitslose Frauen und Männer profitieren“, betont Anke Diettrich, Leiterin der Rostocker Arbeitsagentur. Mehr als 3800 Langzeitarbeitslose konnten in den letzten drei Jahren in Beschäftigung auf den ersten Arbeitsmarkt gebracht werden. Dennoch gebe es in der Region Rostock branchenübergreifenden Fachkräftebedarf. „Aktuell haben wir 3254 gemeldete offene Arbeitsstellen“, sagt Diettrich. Im verarbeitenden Gewerbe gebe es 289, im Gastgewerbe 276, im Handel 249 und im Baugewerbe 248 offene Stellen.

Doris Deutsch

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