Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Neubukow richtet zweites Ökokonto ein
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow richtet zweites Ökokonto ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 18.02.2019
Das einstige Ackerland vorm Panzower Wald bei Neubukow wurde zu Dauergrünland umgewandelt. Mit diesem Ökokonto konnte die Stadt bis 2018 bereits 370 000 Euro einnehmen. Quelle: Anja Levien
Neubukow

Die Stadt Neubukow möchte Investoren weiterhin eine Ausgleichsmöglichkeit für Eingriffe in die Natur anbieten und richtet ein zweites Ökokonto ein. Heißt: Unternehmen, die durch Bauvorhaben beispielsweise Flächen versiegeln oder in die Natur eingreifen, können Ökopunkte der Stadt Neubukow kaufen und gleichen den Eingriff in die Umwelt somit aus. Bis 2018 hat Neubukow so 370 000 Euro eingenommen.

Hinter der Nummer „LRO 040“ verbirgt sich Flachland, welches der Stadt Geld eingebracht hat. Die Nummer steht für Neubukows erstes Ökokonto und bezieht sich auf 27 Hektar Fläche vor dem Panzower Wald am Panzower Weg. Hier wurde Ackerland in Dauergrünland umgewandelt. Seit 2016 werden hier Ökopunkte verkauft. „Diese Maßnahme haben wir fast erfolgreich abgeschlossen“, sagt Bürgermeister Roland Dethloff (parteilos). Fast alle Ökopunkte sind verkauft. „Vorrangig haben Windkraftunternehmen Ökopunkte gekauft, die für ihre Maßnahmen entsprechenden Naturschutzausgleich benötigen“, so Dethloff. Aber auch Bauvorhaben im landwirtschaftlichen Bereich seien durch das Ökokonto Neubukows realisiert worden. „Für den Ergänzungsbau der Kunsthalle Rostock wurden Ökopunkte verkauft, um das Vorhaben zu ermöglichen.“

1,1 Hektar als Kompensationsmaßnahme

Jetzt möchte die Stadt eine zweite Fläche mit einem Ökokonto verbinden. Hinter dem Klärwerk am Keneser Tor sollen 1,1 Hektar als Streuobstwiese entstehen. „Die Zustimmungserklärung der Unteren Naturschutzbehörde liegt vor“, sagt Dethloff. „Wir planen die Umsetzung in diesem Jahr, sodass wir zum Ende des Jahres mit dem Verkauf der Ökopunkte beginnen können.“ 75 000 Punkte könnten verkauft werden. Bisher habe ein Punkt drei Euro plus Mehrwertsteuer gekostet. Möglicherweise werde geprüft, ob der Preis an den üblichen Marktwert angeglichen werde.

Was genau auf der Streuobstwiese gepflanzt wird, stehe noch nicht fest. „Wir haben ältere Baum- und Fruchtsorten vorgesehen“, sagt der Bürgermeister.

Mit dem Ökokonto ist die Fläche am Klärwerk künftig für Bauvorhaben gesperrt. Den Betrieb des Klärwerkes würde das nicht beeinträchtigen. Sollte dieses erweitert werden müssen, gebe es noch andere Grundstücke dafür, so Dethloff, der auch Verbandsvorsteher des Zweckverbands Kühlung ist.

Einnahmen im Haushalt verrechnet

Die Einnahmen aus dem Ökokonto fließen in den Haushalt mit rein. Eine konkrete Auflistung, wo das Geld investiert wird, gebe es nicht. Da die Stadt Neubukow keine Straßenausbaubeiträge erhebe, seien damit aber unter anderem die Straßensanierungen mitfinanziert worden.

Die Flächen und Maßnahmen, die für Ökokonten in Betracht kommen, müssen die Voraussetzungen einer sogenannten qualifizierten Kompensationsmaßnahme erfüllen, teilt das Umweltamt des Landkreises Rostock mit. Die Voraussetzungen sind in den „Hinweisen zur Eingriffsregelung Mecklenburg-Vorpommern“ festgeschrieben. Mit der Naturschutzbehörde wird ein Pflegeplan für die Fläche geschrieben. „Dieser ist Voraussetzung für die Zustimmung der Ökokontomaßnahme“, teilt das Amt weiter mit. Nach der Zustimmung werde die Maßnahme durch die Gemeinde realisiert und nach Fertigstellung durch die Naturschutzbehörde abgenommen. Ist die Umsetzung anerkannt, kann mit den Ökopunkten gehandelt werden.

„Die Streuobstwiese ist für einen Zeitraum von 25 Jahren gemäß Pflegeplan zu unterhalten.“ Eine anderweitige Nutzung danach, als Bauland oder Ähnliches, sei dauerhaft ausgeschlossen.

Weitere Ökokonten in der Region gibt es laut einer Übersichtskarte des Landesamtes für Landwirtschaft, Umweltschutz und Geologie derzeit bei Wittenbeck, wo Ackerland in Dauergrünwald umgewandelt wird, in Wichmannsdorf, wo aus einem Fichtenwald ein naturnaher Waldrand werden soll, sowie in Ravensberg, wo eine Sportplatzfläche an der Straße „Zum Mühlenberg“ in eine Streuobstwiese umgewandelt wird.

Anja Levien

Großbrand in Groß Bölkow bei Ziesendorf (Kreis Rostock): Ein Feuer hat am Sonntag ein Bauernhaus zerstört. Während des Einsatzes musste die angrenzende L13 voll gesperrt werden.

17.02.2019

Etwa 1400 Menschen waren am Samstag zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Doberaner Karnevalklubs DKK88 in die Mehrzweckhalle gekommen.

17.02.2019

Vereine und Verbände präsentieren sich am 23. Februar auf einer Messe in Bad Doberan (Landkreis Rostock). Mit dabei sind unter anderem die Volkssolidarität und der Weiße Ring.

17.02.2019