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Bad Doberan Neubukower Silo steht im Landeswettbewerb
Mecklenburg Bad Doberan Neubukower Silo steht im Landeswettbewerb
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13:53 03.08.2019
Architekt Norbert Kostka in seinem Neubukower Getreide-Speicher am Mühlentor. Aus diesen Teilen vor einer ehemaligen Trocknungsmaschine werden Stühle und ein Bett (l.). Quelle: Thomas Hoppe
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Neubukow

Als öffne das alte Gebäude nach jahrzehntelangem Tiefschlaf wieder seine Augen zu neuem Leben. Das Weiß der Augäpfel verkörpert dabei die Rahmen der modernen Fenster hinter rostigen Scheibeneinfassungen, die noch aus der Zeit der Errichtung dieses einstigen Neubukower Getreidesilos – in der Mitte der 1930er Jahre – stammen dürften.

Das alte Silo am Mühlentor hat neue Fenster. Quelle: Thomas Hoppe

Quasi wachgeküsst hat das Ganze der Architekt Norbert Kostka, der seit rund drei Jahren hier der Eigentümer ist. Er hat mittlerweile rund um die sechzehn Siloröhren aus Beton, die das Innere des Baus bestimmen, aufgeräumt, einige Ausstattungsstücke als Kunstwerke in Szene gesetzt und sein außergewöhnliches Projekt „4D_Lab_Oratorium“ auf den Weg gebracht.

Das soll das erste öffentliche Labor der Welt für die vierte Dimension werden, das einen festen Sitz hat. „Die Geometrie des Speichers erlaubt es, an dieser Stelle die begehbare Skulptur eines Hypercubes (vierdimensionale Form) zu realisieren“, erklärt der Endfünfziger, der bereits in dem Wasserturm des Kölner Sidolwerks ein ähnliches, heute preisgekröntes Raum-in-Raum-Projekt realisierte.

Projekt beim Contest „Kreative für MV“ dabei

Sein in der Schliemannstadt geplanter Wissens-, Bilder- und Skulpturenspeicher gehört zu zehn nominierten Projekten im „Landeswettbewerb für Raumpioniere“ in ländlichen Regionen „Kreative für MV – MV für Kreative“. Dort stellen sich der Jury zum Beispiel auch ein Pulower Vierseitenhof für sieben Künstler, die Dömitzer Ideen-Brauerei zur Aus- und Weiterbildung sowie ein Dorf-Prototyp, der helfen soll, das Leben auf dem Lande zu verjüngen.

Die öffentliche Jury-Sitzung und Präsentation aller zehn Projekte ist für den 20. August von 10 bis 18 Uhr im Schweriner Perzina-Haus (Wismarsche Straße 144) vorgesehen. Die drei „finalen Preisträger“ erhalten dann am 22. Oktober in der Landeshauptstadt 5000, 3000 oder 2000 Euro als Anschubfinanzierung für ihre Projekte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert diesen Wettbewerb in seinem Programm „Soziale Dorfentwicklung“.

Architekt Norbert Kostka: „Das ist hier Abenteuer pur“ Quelle: Thomas Hoppe

Nicht von ungefähr sieht Norbert Kostka deshalb sein Projekt auch als gute Ergänzung für die Konzepte vor Ort: „Der Verfall des technischen Denkmals könnte gestoppt werden. Neubukow ist der Geburtsort von Heinrich Schliemann, dem Entdecker von Troja. Mein 4D_Lab_Oratorium trägt vielleicht zu den Entdeckungen im Bereich der menschlichen Wahrnehmung bei und könnte die Touristenattraktionen ergänzen“, schreibt er unter anderem in seiner Präsentation.

Wie er ergänzt, hätte bereits die bisherige Zusammenarbeit mit Handwerkern eine „gewisse Bereitschaft zur Hilfestellung“ bei der baulichen Umsetzung seines Projekts gezeitigt und es seien Aufträge an örtliche Firmen des Maler-, Elektro- und Gerüstbaugewerbes gegangen – benötigt würden noch Werbe- und Digitalisierungsleistungen.

Die Fensterfront zum Mühlentor hinaus ist jetzt komplett erneuert, durch den Abbruch eines total maroden Daches entstand zudem ein kleiner Innenhof. „Das ist hier Abenteuer pur“, freut sich der Architekt und führt durch künftige kleine Gästezimmer von jeweils etwa 20 Quadratmetern Größe, zu denen man über die 100-stufige Treppe gelangen kann, die von der Speicherplattform bis zum Dachboden führt. Die ursprünglichen Gerätschaften sollen erhalten bleiben und sich teilweise sozusagen zu Designermöbeln wandeln. Der Kreative rückt Metallteile zurecht, die bald zu Stühlen werden sollen und erklärt die Entstehung eines Betts auf einem historischen Lamellenblock, der einst zu einer Trocknungsmaschine gehörte. Deren Chassis hat er entfernt und ist selbst davon immer noch beeindruckt, was da hervorkam: „Das ist doch ein Wahnsinnsbild, eine Skulptur ohnegleichen!“

Vier Gästezimmer hinter Glas

Diese vier Unterkünfte kommen hinter Glas – erhalten aber auch Vorhänge als Sichtschutz. So ist der Plan. Übernachten sollen hier später auch Besucher seiner Schule für Geometrische Symbolik, die parallel zum 4D-Lab im Gebäude eine Heimat finden soll: „Ich habe ein Netzwerk zu Interessenten, die dazu hier bestimmt ihre Workshops veranstalten wollen.“

Lesen Sie auch: In vierter Dimension unterwegs

https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Bad-Doberan/In-vierter-Dimension-unterwegs

Thomas Hoppe

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