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Bad Doberan Anwohner beklagen massiven Güllegestank
Mecklenburg Bad Doberan Anwohner beklagen massiven Güllegestank
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19:00 31.10.2019
Schweinemastanlage in Neubukow Quelle: Thomas Hoppe
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Neubukow

Die Neubukower, vor allem jene, die im östlichen Teil der Stadt wohnen, haben die Nase voll. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. In der Bürgerversammlung, zu der Bürgermeister Roland Dethloff (parteilos) am Donnerstag in der vergangenen Woche die Einwohner ins Gerätehaus der freiwilligen Feuerwehr eingeladen hatte, machten einige der Anwesenden am Abend ihrem Ärger Luft: „Es stinkt so stark nach Gülle, dass man kein Fenster öffnen kann“, beschrieb eine Neubukowerin und gab an, dass die vermehrten Geruchsbelästigungen vor allem abends nach 21 Uhr auftreten würden. Auch den mutmaßlichen Verursacher des unerträglichen Gestankes benannte sie: „Das kommt ganz klar von der Schweinemastanlage. Da gibt es gar keinen Zweifel“, sagte die Frau und andere bestätigten das mit Zwischenrufen.

Dethloff: Betroffene sollten Protokolle schreiben

Roland Dethloff, für den das Problem nicht neu ist und an den immer wieder Beschwerden über Jauchegestank von Bürgern herangetragen werden, hatte ebenfalls keine Zweifel, dass die Schweinemastanlage im Südosten der Stadt dafür verantwortlich ist. „Ich wohne selbst nicht so weit davon weg und kenne das“, meinte er. Der Bürgermeister verwies aber auch darauf, dass die Stadtverwaltung den Schweinemastbetrieb weder kontrollieren noch ihm Auflagen erteilen kann. „Dafür ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg in Rostock zuständig. Diese Behörde führt auch regelmäßig Kontrollmessungen vor Ort durch. Aber soweit ich informiert bin, waren die Ergebnisse bisher im zulässigen Bereich. Das kann natürlich daran liegen, dass die Messungen gerade dann stattfanden, als keine so intensive Geruchsbelästigung vorlag.“ Deshalb sei es wichtig, dass jeder, der sich belästigt fühlt, dies dann auch protokolliert. „Pauschale Beschwerden ohne genau festzuhalten und zu dokumentieren, wann genau die Belästigung auftrat, aus welcher Richtung der Wind wehte und wie intensiv der Geruch empfunden wurde, würden nichts bringen. Nur anzuzeigen, dass es stinkt, reicht nicht. Die Behörde braucht nachvollziehbare Fakten. Ohne solche Fakten würde kein Gericht einen Betreiber dazu verurteilen, den angezeigten Mangel abzustellen“, begründete Dethloff.

Betreiber profitiert von Bestandsschutz

Er erklärte auch, dass die Behörde eine solche Anlage, wie sie zurzeit in Neubukow betrieben wird, aktuell wohl nicht mehr genehmigen würde. Aber die Betreiberfirma, die diese Anlage, die noch aus DDR-Zeiten stammt, nach drei Jahren Stillstand vom Vorgänger übernahm und wieder in Betrieb setzte, profitiere vom Bestandsschutz. „Die drei Jahre Stilllegung reichten nicht für ein neues Genehmigungsverfahren, das sicher mit einer ganzen Reihe von Auflagen verbunden gewesen wäre“, so Dethloff.

Darauf meldete sich eine Einwohnerin und berichtete, dass sie seit längerer Zeit genau Protokoll über den Güllegestank führe und dies auch ans Amt weiterleite. „Bisher hat dieser Aufwand aber nichts gebracht“, so die Neubukowerin. Ein anderer Betroffener sprang ihr bei und sagte: „Doch, das ist richtig, was Sie machen. Nur tun das offenbar zu wenige. Die meisten meckern nur und sind aber selbst zu bequem, sich die Arbeit zu machen und die Fakten festzuhalten. Dazu gehörte ich bisher auch. Aber wenn wir etwas erreichen wollen, dann hilft nur Druck. Wir werden alle Protokolle ausfüllen müssen und sie dem Amt schicken. Ohne diesen massiven Druck ändert sich gar nichts.“

Betreiberin: Keine Beanstandung bei Kontrollen

Für Birgit Hinners-Krogmann, die Inhaberin der Pro Schwein GmbH und Betreiberin der Schweinemastställe in Neubukow sowie im Ortsteil Spriehusen, sind die Vorhaltungen der Anwohner eine „sehr einseitig und durch Vorurteile geprägte Diskussion“. Sie bestätigt auch, dass seitens des StALUMM Messungen durchgeführt wurden. „Die Kontrollen durch das Amt waren ohne Beanstandung“, erklärte sie. Wenn es dann doch vorkomme, dass es nach Gülle rieche, wehe der Wind ungünstig. Birgit Hinners-Krogramm berichtet zudem, dass die Anlage im vergangenen Jahr modernisiert wurde, auch eine neue Belüftung sei installiert worden. Davon habe sich auch Bürgermeister Dethloff bei einem Vororttermin persönlich überzeugen können. Außerdem betont sie, dass es den Tieren im Stall gut gehe und ihr Betrieb sich am Tierwohl-Label beteilige. Eine Zahl, wie viele Tiere sie in beiden Neubukower Anlagen insgesamt hält, wollte sie gegenüber der OZ jedoch nicht nennen.

Von Rolf Barkhorn

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