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Bad Doberan Neue Gesichter in der Stadtvertretung von Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan Neue Gesichter in der Stadtvertretung von Kühlungsborn
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10:02 28.05.2019
Nicht nur über die Stadtvertretung und den Landtag wurde abgestimmt: Die Wahlhelfer Wolfgang Schmidt (l.) und Heinz Scheidler kippen die Urne mit den Stimmzetteln zur Europawahl auf den Tisch im Schulzentrum Kühlungsborn.  Quelle: Anja Levien
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Kühlungsborn

In die Stadtvertretung von Kühlungsborn ist Bewegung gekommen. Während CDU und SPD jeweils einen Sitz verloren haben, haben die Wählergruppen hinzugewonnen.

Die Kühlungsborner Liste konnte 8,5 Prozent der Stimmen holen und einen Sitz dazugewinnen. Neben Christian Mothes wird jetzt auch Norman Ruß die Entwicklung der Stadt mitbestimmen.

Ihre Sitze behalten dürfen bei den Linken mit 7,9 Prozent Klaus Gerhardt und Frank Langguth. Auch Gerd Susemihl und Hans-Joachim Ollhoff sind wiedergewählt. Knapp 7,7 Prozent der Stimmen erhielt der HGV-Tourismus. Uwe Wiek bleibt als Vertreter der Grünen in der Stadtvertretung. Die Partei erhielt 6,7 Prozent der Stimmen.

18 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme der CDU. Mit 655 von 2245 Kreuzen konnte Lars Zacher die Wähler von sich überzeugen. Ebenso wurden Andreas Bartelmann und Stefan Sorge wiedergewählt. Neu für die CDU zieht Stephan Krauleidis in die Stadtvertretung ein. Die Christdemokraten bleiben damit stärkste Kraft in dem Gremium.

Platz zwei belegte die UWG. Sie konnte einen Sitz hinzugewinnen und kommt bei 12,7 Prozent der Stimmen auf drei Sitze, die mit Christiane Fink, Marita Karl und Annelie Schmidt nur Frauen besetzen.

Initiative Zukunft steigt mit zwei Sitzen ein

„Wir hoffen, dass wir jetzt ein bisschen was mit bewegen können.“ Peter Menzel, Initiative Zukunft Quelle: Lutz Werner

Zum ersten Mal überhaupt in dem Gremium vertreten ist die AfD mit Peter Kempe (7,2 Prozent). Die Initiative Zukunft erreichte aus dem Stand gleich zwei Mandate und 10,7 Prozent der Stimmen.

„Das ist ein schönes Ergebnis für uns“, sagt Peter Menzel. „Wir hoffen, dass wir jetzt auch ein bisschen was mit bewegen können, wir haben ja viel versprochen.“ Vielen Wählern sei es wichtig gewesen, ihre Stimme keiner der großen Volksparteien zu geben. Das sei ein deutschlandweiter Effekt. Erfreulich sei auch, dass mit Joachim Neumann ein Neuling in der Kommunalpolitik gleich so gut abgeschnitten habe. 158 Kühlungsborner votierten für ihn.

„Wir freuen uns, dass wir den Wählern eine Stimme geben konnten. Schließlich haben sie sich bewusst für uns entschieden.“ Peter Menzel glaubt, dass einige der Kühlungsborner in der Initiative Zukunft auch eine Alternative zur AfD gesehen hätten. „Da gehören wir nicht hin“, sagt er. Peter Menzel sieht seine Partei stattdessen nah an den Sozialdemokraten. „Wir ähneln uns in vielem mit den Programmen von SPD und Grünen.“

SPD verliert starken Kandidaten

„Wir müssen an der Kommunikation arbeiten, was bei den Leuten ankommt.“ Corinna Hülsmann SPD Quelle: Lutz Werner

Die SPD musste auf Kreis- und Europa-Ebene herbe Verluste hinnehmen. „Das hat bei uns aber weniger eine Rolle gespielt“, sagt Corinna Hülsmann. Entscheidend für den Verlust eines Sitzes in der Stadtvertretung sei vielmehr gewesen, dass Knut Wiek nicht mehr angetreten sei. „Er war ein politisches Schwergewicht und hat immer viele Stimmen gezogen.“ Stattdessen sitzen nun Corinna Hülsmann und der ehemalige Vize-Landrat Wolfgang Kraatz erstmals in dem Gremium.

„Natürlich sind wir nicht zufrieden“, sagt die neue Vorsitzende. In Anbetracht der Zahlen vom Vorjahr sei es sehr unwahrscheinlich gewesen, dass die Sozialdemokraten ihre drei Sitze halten könnten. „Ich hatte befürchtet, es wird nur einer und hatte auf zwei gehofft. Ich denke, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Für die neue Vorsitzende ist das das Ergebnis eines Umbaus innerhalb der Partei. „Diesen Weg gehen wir weiter. „Wir müssen allerdings an der Kommunikation arbeiten, dass es bei den Leuten ankommt.“

Einzelbewerber hätten zwei Sitze zugestanden

„Ich denke, die Leute schätzen, dass ich an kein Wahlprogramm gebunden bin.“ Uwe Ziesig Einzelbewerber Quelle: Privat

Einer der 20 Sitze im Stadtparlament bleibt künftig unbesetzt. Einzelbewerber Uwe Ziesig erhielt 1184 Stimmen und könnte damit zwei Sitze besetzen. In der vergangenen Legislaturperiode waren es sogar drei. „Es gab eine starke Konkurrenz, neue Wählergruppen“, sagt der Ordnungsamtschef im Amt Doberan-Land. Ihm sei deshalb klar gewesen, dass er keine drei Sitze mehr holen würde. Mit 1184 Stimmen entfielen auf ihn die meisten aller Kandidaten. „Ich denke, die Leute schätzten auch, dass ich unparteiisch bin und an kein Wahlprogramm gebunden bin.“

Die FDP schaffte es, wie bereits in der vergangenen Legislaturperiode, nicht ins Gremium.

Cora Meyer

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