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Bad Doberan Neues Wohngebiet in Bad Doberan hat viele Mängel
Mecklenburg Bad Doberan Neues Wohngebiet in Bad Doberan hat viele Mängel
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06:00 08.07.2019
Stadtteilrundgang im Ostseewohnpark in Bad Doberan: Bürgermeister Jochen Arenz (5.v.l.) und Bauhofchef Andreas Molkentin (4.v.r.) nehmen die Hinweise der Anwohner auf.
Stadtteilrundgang im Ostseewohnpark in Bad Doberan: Bürgermeister Jochen Arenz (5.v.l.) und Bauhofchef Andreas Molkentin (4.v.r.) nehmen die Hinweise der Anwohner auf. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Disteln auf dem Spielplatz, zugewachsene Beete, Regenwasser, das nicht abfließt – die Mängelliste der Anwohner des neuen Wohngebiets Ostseewohnpark in Bad Doberan ist lang. Beim Stadtteilrundgang mit Bürgermeister Jochen Arenz, Stadtvertretervorsteherin Katy Hoffmeister und Bauhofchef Andreas Molkentin machten die Bewohner ihren Unmut Luft. Dabei hat die Stadt den Stadtteil noch gar nicht übernommen. Verantwortlich für Erschließung und Pflege ist noch die Ostseewohnpark GmbH um Geschäftsführer Arno Gutzmer, eine hundertprozentige Tochterfirma der Stadt. Von dieser nahm kein Vertreter am Rundgang teil.

Seit 2016 entsteht in Bad Doberan zwischen Dammchaussee und Randstraße das neue Wohngebiet. Einige Anwohner leben hier seit zwei Jahren, andere sind dieses Jahr dazugekommen. Sie alle eint der Ärger über die Probleme im Ostseewohnpark.

Bürgermeister: „Das Areal ist verkommen.“

„Es sieht schlimm aus“, sagt Jochen Arenz. „Das Areal ist verkommen. Sie haben mit ihrem Kaufgeld die Erschließung bezahlt und damit ein Recht, dass es gepflegt wird.“ Die Stadt wird das neue Gebiet in naher Zukunft von der Ostseewohnpark GmbH übernehmen. „Doch ich will nicht so lange warten und jetzt handeln.“

Hauptproblem im neuen Wohngebiet: die Entwässerung. Rainer Pagels hat Bilder von seinem Grundstück im Johannes-Bärensprung-Weg mitgebracht, das nach Starkregen überflutet ist. „Das Regenwasser kann nicht ablaufen. Es soll eigentlich auf der Wiese versickern, aber das klappt nicht, weil da eine Tonschicht drunter ist“, erläutert Pagels. Auf Nachfrage sei ihm gesagt worden, die Tonschicht sei aufgelockert worden.

Das Wasser steht bis fünf Zentimeter unter der Haustür auf dem Grundstück von Familie Pagels im Johannes-Bärensprung-Weg. Quelle: Rainer Pagels

Seit über einem Jahr stehe er deshalb in Kontakt mit der Ostseewohnpark GmbH. „Es passiert nichts. Wir werden immer vertröstet.“ Die Hausbauer haben jetzt selbst Hand angelegt und einen Graben neben dem Fußweg ausgehoben, damit das Wasser abfließen kann. Das Problem sei damit nicht gelöst. Auch andere, der etwa 80 Rundgang-Teilnehmer, berichten von überfluteten Grundstücken unter anderem im Kühnemannweg.

„Es kann nicht sein, dass es keine Rückmeldung gibt und die Leute hier Gräben ziehen. Da muss mit dem Ostseewohnpark eine Lösung besprochen werden“, sagt Jochen Arenz. „Generell ist hier ein Schaden entstanden, den Sie nicht zu verantworten haben.“

Blumenbeete sind zugewachsen

Auch bei der Pflege der Grünflächen besteht Handlungsbedarf. Die angelegten Blumenbeete sind zugewachsen, Disteln haben sich ausgebreitet. „Das geht gar nicht“, sagt Anne-Kathrin Adolf, die seit August 2018 im Wohngebiet lebt. „Hier wurden Blumen angepflanzt, es wurde aber nicht gewässert. Das ist schade, das kostet alles Geld.“

Stadtteilrundgang im Ostseewohnpark in Bad Doberan: Das Blumenbeet ist nicht mehr zu erkennen. Quelle: Anja Levien

Auch auf dem Spielplatz haben sich die Disteln ausgebreitet. „Die Kinder können hier nicht barfuß laufen“, sagt Katrin Lentz. Die 35-Jährige hat zwei Kinder, lebt seit April 2018 im Wohngebiet. „Die Disteln müssen raus“, sagt auch Jochen Arenz. Mit Arno Gutzmer habe er bereits besprochen, dass sechs Mal im Jahr eine Gartenbaufirma das Wohngebiet pflegen solle.

Bänke und Fußballtore für den Spielplatz

Auf dem Spielplatz soll zudem im Herbst ein Baum gepflanzt werden, der künftig Schatten spendet, sowie Bänke aufgestellt werden. Fußballtore seien bestellt. Zudem soll im Wohngebiet noch ein Spielplatz für ältere Kinder gebaut werden.

Katrin Lentz regt an, die Anwohner mehr einzubeziehen. „Vielleicht können wir uns zusammenfinden und ein Ideentopf machen“, sagt sie.

Kreisverkehre schöner gestalten

Was die Grünpflege angeht, seien auch die Kreisverkehre mit den Schildern der Baufirmen kein schöner Anblick, so Carsten Hanke. „Wir könnten doch zum Beispiel ein Blumenfahrrad in den Kreisverkehr stellen“, schlägt der 58-Jährige vor. Die Idee notiert Andreas Molkentin. „Wir wollten die Kreisverkehre mit Blumen schön machen, das geht nicht, weil der Boden im Kreisverkehr großer Mist ist“, sagt Arenz. Die Firma Metallbau Ott habe ihn deshalb auch schon angesprochen und sei bereit, sich an der Gestaltung zu beteiligen.

Bei der Stadtteilbegehung wurden viele Probleme angesprochen

Stadt für Straßenpflege nicht verantwortlich

Weitere Themen, die angesprochen wurden, war die Geschwindigkeit im Wohngebiet, an die sich Autofahrer nicht hielten, die Beleuchtung, der Wunsch nach einer Kindertagesstätte und der Winterdienst sowie die Straßenreinigung. Arenz wies darauf hin, dass die Wege noch nicht an die Stadt übergeben worden seien und daher die Ostseewohnpark GmbH für diese verantwortlich sei.

Fazit vom Rundgang: „Ich bin enttäuscht, dass das Wohngebiet so verkommen ist und ungepflegt“, sagt Arenz. „Hier besteht dringend Handlungsbedarf.“ Die Anwohner erhielten in den kommenden Wochen eine Auswertung des Rundgangs mit Informationen, was gemacht werde.

Anja Levien