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Bad Doberan Neugestaltung Kamp: Doberaner Stadtvertreter lehnen Planungen ab
Mecklenburg Bad Doberan Neugestaltung Kamp: Doberaner Stadtvertreter lehnen Planungen ab
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06:00 31.08.2019
Über die Südspitze des Kamps ist im Ausschuss viel diskutiert worden. Unter anderem, wo der Eingang nach der Neugestaltung sein soll. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Seit 2017 wird die Neugestaltung des Kamps in Bad Doberan unter Einbeziehung von Ausschüssen und Bürgern geplant. Doch geht es nach der neu gewählten Stadtvertretung, ist der vorliegende Entwurf für Wege, Beleuchtung und Spielanlagen auf der Parkanlage längst noch nicht umsetzbar. Die Ausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wirtschaft und Tourismus haben dem Planer und der Verwaltung auf ihrer gemeinsamen Sitzung klargemacht: Der vorliegende Entwurf findet so keine mehrheitliche Zustimmung.

Bei einer gemeinsamen Begehung des Kamps am 15. August mit Vertretern aller Fraktionen war die Neugestaltung vorgestellt, die Anmerkungen und Wünsche der Stadtvertreter in einem Protokoll festgehalten worden, das in der Ausschusssitzung dann mit Planer Sebastian Fauck, Garten- und Landschaftsarchitekt aus dem Team der Rehwaldt-Landschaftsarchitekten, besprochen wurde. Dabei ging es vor allem um die Spielfläche und die Wege.

Kritik an Spielfläche im Süden

„Die Planung sieht eine Einrichtung von Spielmöglichkeiten vor, die auf der Südspitze geplant sind. Können wir über die Lage noch mal sprechen“, fragte Marcus Fourmont (Bürgermeisterliste Jochen Arenz). Bei der Begehung sei der Ort als dunkler Punkt empfunden worden. „Es wäre toll, wenn es eine Sichtbeziehung zum Weißen Pavillon gibt.“

Sebastian Fauck wies darauf hin, dass es sich beim Kamp um ein Gartendenkmal handle und mit der Denkmalbehörde abgestimmt wurde, was denkbar sei. Für eine Spielfläche mit bodennahen Angeboten komme der Bereich im Süden infrage. „Die Standorterörterung mit der Denkmalpflege brachte ein eindeutiges Ergebnis“, so Fauck. „Es ist schwierig, alle Wünsche zu erfüllen. Der südliche Bereich ist der Kompromiss. Es ist derzeit ein ‚Unort‘, den wir aufwerten wollen.“ Hier könnte beispielsweise ein kleines Karussell mit Tieren entstehen.

Um diese Fläche auf dem südlichen Kamp in Bad Doberan drehte sich die Diskussion. Der Standort ist laut einer Mehrheit der Stadtvertreter als Spielfläche ungeeignet. Quelle: Anja Levien

Mit der Antwort gaben sich die Ausschussmitglieder nicht zufrieden. „Unser Wunsch ist, dort keine Spielanlage zu haben“, machte Bastian Strahlmann (Für Doberan) klar. Marko Hader (Für Doberan) ergänzte, der Bereich sei wie eine Kreuzung, hinzukomme der Verkehrslärm, niemand würde sich hier aufhalten. Eine Spielfläche nahe der Pavillons habe eine andere Aufenthaltsqualität. Sebastian Fauck wies darauf hin, dass es Aufgabe der Planer sei, eine genehmigungsfähige Planung vorzulegen.

Daraufhin schaltete sich Bürgermeister Jochen Arenz (parteilos) ein. „Ich erwarte als Bürgermeister, dass Sie die Vorschläge einarbeiten, dass Sie versuchen, die Wünsche umzusetzen und mit der Denkmalbehörde abstimmen“, sagte er an Sebastian Fauck gewandt. Der Kamp sei ein Ort zum Leben, das Wohnzimmer für die Doberaner.

Carsten Großmann (Aktiv für Mensch und Umwelt) wies daraufhin, dass der Kamp sich oft an die Zustände angepasst habe. „Es ist ein lebendiger Platz.“

Spagat zwischen Nutzung und Erhalt

Sabine Krahn-Schulze, Bad Doberanerin und Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Rostock, merkte an, dass es immer ein Spagat zwischen zeitgemäßer Nutzung und den Erhalt der Originalsubstanz sei. „Das Planungsbüro hat sehr genaue Arbeit geleistet.“

Ausschuss, Verwalter und Planer einigten sich darauf, dass die Punkte aufgenommen und geprüft werden. „Ich habe vollstes Verständnis, wenn neue Ideen kommen. Das werden wir prüfen und abstimmen.“

Änderungswünsche der Stadtvertreter

Unter anderem ging es den Ausschussmitgliedern um die Wege an der Südspitze. Sie bevorzugen einen seitlichen Eingang von der Straße Am Kamp aus und einen Rundweg um das Denkmal „Der Melker“, der nicht versetzt werden soll. Der Planer hatte den Eingang direkt an der Spitze vorgesehen.

Laut aktueller Planung soll der Weg zwischen den Pavillons Richtung Kreisverwaltung verschwinden. Die Ausschussmitglieder wünschen sich, dass er erhalten bleibt. Quelle: Anja Levien

Zudem soll der Weg zwischen den beiden Pavillons Richtung Palaisgarten, anders als in der Planung vorgesehen, nicht gestrichen werden. Für die mobile Bühne wünschen sich die Stadtvertreter keine Zeltlösung, sondern eher einen stabilen Bau. Auch über die Beleuchtung des Kamps soll noch mal gesprochen werden.

Von Anja Levien

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