Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Nienhäger sanieren Radweg jetzt selbst
Mecklenburg Bad Doberan Nienhäger sanieren Radweg jetzt selbst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:41 27.02.2019
Der Rad- und Wanderweg im Ostseebad Nienhagen wird jährlich von Tausenden Radlern genutzt. Jetzt soll die Trasse erneuert werden. Quelle: Frank Söllner
Anzeige
Nienhagen

Das Ostseebad Nienhagen nimmt eine Erneuerung des europäischen Rad- und Wanderweges E9 jetzt selbst in die Hand. „Der Hauptausschuss hat es in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt, Geld für weitere Genehmigungen und Planungen auszugeben“, sagte Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. „70 000 Euro haben wir dafür in den vergangenen Jahren schon ausgegeben – das soll jetzt alles ungültig sein, und wir müssten noch einmal 20 000 Euro bezahlen.“

„Seit 2004 beantragen wir Fördermittel – ich mag diese Zahl gar nicht mehr aussprechen.“ Uwe Kahl (CDU), Bürgermeister Nienhagen Quelle: Sabine Hügelland

2004 hatte Nienhagen erstmals Fördermittel für eine umfassende Sanierung des Rad- und Wanderweges beantragt. „Das ist jetzt unfassbare 15 Jahre her“, so Kahl. „Ich mag diese Zahl gar nicht mehr aussprechen.“ In der Folge waren weitere Anträge notwendig, weil sich die Förderbedingungen immer wieder geändert hatten: „Und als Krönung kamen 2018 wieder neue Richtlinien – das kann man niemandem mehr erklären.“

Im Sommer vergangenen Jahres sei die Radweg-Problematik an das Ministerium um Verkehrs- und Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) übergeben worden, sagte auch Wilhelm Chmiela (SPD): „Vielleicht passiert hier ja doch noch was – wenn das Ministerium auf uns zukommt und aktiv werden will, können wir ja wieder mit dabei sein.“

Mittlerweile seien die avisierten Baukosten für den Nienhäger Radweg auf bis zu 1,5 Millionen Euro gestiegen, rechnete Kahl vor: „Wenn wir viel Glück haben, würden wir eine 90-prozentige Förderung bekommen.“ Damit läge der Eigenanteil der Gemeinde zwischen 130 000 und 150 000 Euro: „Für das Geld können wir das auch locker selbst machen.“

Bereich ab Technopark Richtung Elmenhorst im Fokus

Nachdem eine Straßenbau-Firma bereits im vergangenen Jahr ein entsprechendes Angebot über rund 136 000 Euro abgegeben hatte, soll nun der besonders in Mitleidenschaft gezogene Abschnitt zwischen der Treppe am Technopark und der Ortsgrenze zu Elmenhorst erneuert werden. „Gerade der Weg aus dem Wald heraus am Feld vorbei wurde immer wieder von Wildschwein-Rotten durchwühlt und kaputt gemacht“, sagte Kahl. „Die ersten 200 Meter sind hier jetzt schon fertig.“

Wilhelm Chmiela (SPD), Gemeindevertreter Quelle: Lennart Plottke

Mittels recyceltem Naturstein soll der Bereich grundlegend ausgebessert und wieder richtig befahrbar gemacht werden. „Zwischen der Haupttreppe und dem Schulweg ist der Radweg noch weitestgehend in Ordnung“, so Kahl. „Dort sind nur einige kleinere Instandsetzungen notwendig.“ Wie es am westlichen Abschnitt weitergeht, müsse in Ruhe mit Forst und Umweltamt beraten werden: „Den Wald lassen wir bei der jetzigen Maßnahme erstmal außen vor.“

Was Nienhagens Bürgermeister vor allem auf die Palme bringt: „Es heißt immer, dass die Gemeinden für die Radwege zuständig sind – das kann nicht sein.“ Der Bereich an der Küste zwischen Nienhagen und Börgerende sehe seit Monaten aus wie nach einem Bombenangriff – „gemacht wird hier trotzdem nichts“. Der Europäische Rad- und Wanderweg werde jährlich von Tausenden Radlern genutzt, so Kahl: „Das ist doch ein absolut negatives Aushängeschild – wenn wir so weitermachen, geht der Tourismus weiter den Bach runter.“

Lennart Plottke

Bad Doberan Sicherheit Thema in Kühlungsborn - Bessere Polizeipräsenz im Ostseebad gefragt

Die Kühlungsborner Stadtvertretung berät am Donnerstagabend über eine CDU-Vorlage zur Verbesserung der Polizeipräsenz. Ein möglicher neuer Standort könnte die alte Adresse im Stadtteil Ost sein.

27.02.2019

Die Bad Doberaner Regionale Schule am Kamp konnte den Betrieb nur mit einer Notbesetzung aufrecht halten. Die Lehrer solidarisieren sich mit allen Angestellten im öffentlichen Dienst.

27.02.2019

Das Amt Bad Doberan-Land sieht sich im Zuge geplanter Gemeindefusionen scharfer Kritik ausgesetzt. Rico Jakobeit, Vorsitzender des Personalrates, wehrt sich gegen die Angriffe.

27.02.2019