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Bad Doberan Streuobstwiesen für Nienhagen
Mecklenburg Bad Doberan Streuobstwiesen für Nienhagen
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16:49 21.05.2019
Die Nienhäger Johanna Ferretti (v.l.), Thomas Engelhardt, Brigitte Lange, Karin Roeske, Martina Schröter, Martin Staemmler und Elke Funke gründen den Verein für Natur- und Umweltschutz im Ostseebad Nienhagen. Sie wollen Streuobstwiesen anlegen. Quelle: Sabine Hügelland
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Nienhagen

 Mehr Obstbäume und mehr Blühwiesen sollen das Ostseebad Nienhagen bereichern. Dafür gründet sich am 5. Juni der Verein für Natur- und Umweltschutz im Ostseebad Nienhagen (NUN). Interessenten können der Gründungsversammlung, die um 19 Uhr beginnt, beiwohnen.

„Wir laden dazu ein, uns anzuschließen, ob nun als Mitglied oder nur als Unterstützer“, sagt Brigitte Lange. Sie war diejenige, die auf der Bürgerversammlung zur Vorstellung der Gemeindeentwicklungskonzeption im Oktober 2017 den Vorschlag machte, eine Streuobstwiese im Ostseebad Nienhagen zu errichten. Spontan schlossen sich ihr acht Einwohner an.

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Die Nienhägerin ist Diplom-Chemikerin und arbeitete im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in der Wasserwirtschaft, wo sie Umweltverträglichkeitsprüfungen durchführte. „Dazu gehörte auch, das ich mich unter anderem mit Flora und Fauna befasste.“ Brigitte Lange verfügt somit über das fachliche Hintergrundwissen und sie besitzt eine leidenschaftliche Beziehung zu Mutter Natur.

Amelie Heidberg wird ebenfalls Mitglied: „Aufgrund meines Geografiestudiums liegen mir eine nachhaltige Entwicklung und eine schonende Nutzung der Flächen unserer Gemeinde sehr am Herzen.“ Des Weiteren werden dem Verein angehören Martin Staemmler, Maritta Hensel-Staemmler, Dr. Thomas Engelhardt, Elke Funke, Karin Roeske, Johanna Ferretti und Martina Schröter.

Gemeinde stimmt Konzept zu

Eineinhalb Jahre dauerte es, bis die Gemeinde grünes Licht gab und auch das Konzept stimmte. „Die Gemeindevertretung nahm am 25. April in diesem Jahr unser Konzept an“, sagt Brigitte Lange. Darin enthalten sind Standorte, Umfang, Finanzierung, Bewirtschaftung und Vorteile für die Gemeinde.

Mit um die 50 Bäume auf zusammen einem Hektar Land wird ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz geleistet. Davon profitiert Nienhagen, weil der Ort damit an Attraktivität gewinnt. Das produzierte Obst und die Obstprodukte sollen einmal der Allgemeinheit zugutekommen.

Auf solchen bisher unbepflanzten Ecken wie im Wohngebiet An den Weiden entstehen Streuobstwiesen in Nienhagen. Quelle: Sabine Hügelland

Fünf Flächen stehen nun dem zukünftigen Verein zur Verfügung: drei An den Weiden und jeweils eine an der Villa Aranca und in der Kleingartenanlage. „Wir möchten vorwiegend alte Obstbaumsorten pflanzen, da diese Artenvielfalt ausstirbt. Ein Apfelbaum beherbergt zum Beispiel 1000 Tierarten, wie 40 Vogelarten und diverse Insekten“, so die 61-Jährige. „Wir wollen auch dem Rückgang von Bienenpopulationen entgegenwirken.“

Patenschaft für Bäume übernehmen

Zwischen den Obstbäumen sind Blühwiesen angedacht, denn viele Kräuter locken Insekten an, die Baumschädlinge fernhalten, und das Aufstellen von Hinweisschildern und Bänken ist geplant. Nienhäger erhalten die Möglichkeit, Bäume zu kaufen als Geburts-, Hochzeits- und Gedenkbäume oder auch nur um einen Baum zu besitzen und Obst ernten zu können.

Tipps von der Obstarche Reddelich

Bereits im Vorfeld ließen sich Brigitte Lange und die anderen Mitstreiter bei den Mitgliedern der Reddelicher Obstarche beraten und arbeiteten auch mit. „Die beiden Männer von uns absolvierten dort einen zweitägigen Lehrgang zum Thema Obstbaumschnitt“, sagt sie. „Wir stehen weiterhin im Kontakt mit der Obstarche und haben den Wunsch, dass ein Obstlehrpfad uns einmal verbindet. Denn schließlich befinden sich entlang des Radweges von Rethwisch nach Doberan auch Obstbäume“, ist eine Überlegung von Brigitte Lange.

Wenn Einzelbaumfällungen in Nienhagen vorgenommen werden und keine Ersatzpflanzungen möglich sind, wie es der Baumschutzkompensationserlass vorgibt, können die Zahlungen an den Verein getätigt werden, der dann die Bäume anpflanzt. „Die Gemeinde unterstützt uns mit technischen Geräten vom Bauhof und es wird ein Mähmanagement mit dem Bauhof geben, dass nur ein schmaler Lauf-Streifen gemäht wird.“

Angedacht sind auch Aktionen, wie das Bauen von Insektenhotels mit Schülern und Kita-Kindern. „Und ein Vereinsleben soll sich entwickeln. Unter anderem sind öffentliche Feierlichkeiten planbar“, sagt sie. „Jetzt suchen wir nur noch einen Grafiker, der mit uns ein Logo entwickelt.“

Für weitere Informationen steht Brigitte Lange bereit: 03820381584

Sabine Hügelland

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