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Bad Doberan Nienhagen speckt Strand-Projekt ab
Mecklenburg Bad Doberan Nienhagen speckt Strand-Projekt ab
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15:35 26.04.2019
An Nienhagens Küste soll jetzt nur noch der Abschnitt zwischen Hauptstrand und Schulweg verbreitert werden. Quelle: Rolf Barkhorn
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Nienhagen

Zu viele Auflagen, zu teuer – zu unrealistisch: Die hochgesteckten Pläne für einen Wasserwanderrastplatz am Nienhäger Strand sind endgültig vom Tisch. „Die Gemeinde nimmt von diesem Vorhaben Abstand“, erklärte Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. „Das hat vor allem naturschutz- und umweltrechtliche Gründe.“ Immerhin: Teil zwei des ambitionierten Projektes soll dennoch in die Tat umgesetzt werden. „Es gab mehrere Gespräche mit dem Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium“, so Kahl. „Dabei haben wir positive Signale bekommen, dass eine Strandverbreiterung auch ohne Wasserwanderrastplatz förderfähig ist.“

Seit gut drei Jahren wurde im Ostseebad über einen Wasserwanderrastplatz mit 80 Liegeplätzen sowie Bootsverleih und Surfschule diskutiert – viel mehr als jede Menge Studien und theoretische Pläne gab es bislang aber nicht. Das Problem: Nienhagen ist bei dem Millionenprojekt auf finanzielle Unterstützung angewiesen – noch in diesem Jahr müsste ein entsprechender Antrag gestellt werden, um die Chance auf eine 90-prozentige Förderung zu wahren. Dabei waren die avisierten Kosten in den vergangenen Monaten noch einmal von zehn auf bis zu 15 Millionen Euro explodiert.

Viele Nienhäger waren von Beginn an skeptisch

„Wir hatten uns an dem Projekt festgebissen und mussten irgendwann einsehen, dass es am Ende doch nicht realistisch ist“, sagte Michael Flügel, Vorsitzender im Nienhäger Bauausschuss. „In der Debatte wurde auch deutlich, dass bei Weitem nicht alle Bürger hinter dem Vorhaben stehen.“ Deshalb habe man bei einem Treffen mit den Ministerien signalisiert, auf den Wasserwanderrastplatz zu verzichten – und umso mehr an einer Strandverbreiterung festzuhalten, so Flügel: „Dafür brauchen wir neue Buhnen-Reihen, die wir aber allein nicht bezahlen können.“

„Wir hatten uns an dem Projekt festgebissen und mussten irgendwann einsehen, dass es am Ende doch nicht realistisch ist.“ Michael Flügel, Vorsitzender Bauausschuss Quelle: Lennart Plottke

Das Ostseebad müsse jetzt darstellen, wie zumindest ein Viertel des ursprünglichen Projektes realisiert werden kann: „Voraussetzung für ein positives Votum des Landesförderinstituts: Das Vorhaben muss rentabel und zum Nutzen der Gemeinde sein.“ In diesem Zusammenhang könne man unter anderem das bereits vorhandene Gutachten zu Sedimentablagerungen nutzen, erklärte Flügel: „Wenigstens das war nicht umsonst – auch, wenn wir gefühlt schon drei Jahre verloren haben .“

Zunächst brauche es im ersten Schritt einen Beschluss der Gemeindevertretung: „Dann könnte es ganz schnell gehen – und wir würden doch noch in der aktuellen Förderperiode bleiben.“

Förderantrag bleibt in seinen Grundzügen bestehen

Um keine weitere Zeit zu verlieren, bleibe der ursprüngliche Antrag in seinen Grundzügen bestehen, machte Uwe Kahl deutlich: „Wir streichen nur das Wort Wasserwanderrastplatz, damit wir nicht noch mehr Zeit verlieren.“ Ein Vorgehen, über das er sich nur wundern könne, sagte Wolfgang Lange (BIG): „Hier kommt eine Millionen-Investition zur Abstimmung auf den Tisch, ohne darüber im Vorfeld in den Ausschüssen zu sprechen – das geht so nicht.“ Das sei so nicht ganz richtig, entgegnete Kahl: „Wir haben über das Thema sehr wohl vor einer Woche im Hauptausschuss diskutiert und waren uns letztlich über die weitere Verfahrensweise einig.“

Zumindest mit Blick auf den gestrichenen Wasserwanderrastplatz, erklärte Sandra Mehlhorn (BIG): „Allerdings war da nicht von zehn neuen Buhnenreihen, Aufspülungen oder neuen Strandabgängen die Rede – genau diese Punkte sind jetzt aber in der vorliegenden Beschlussvorlage aufgeführt.“ In dem Papier werde lediglich der längst bekannte Sachverhalt dargestellt, erklärte Peter Zemelka (CDU): „Im eigentlichen Beschluss ist davon doch überhaupt keine Rede mehr.“

Er sei ohnehin davon überzeugt, dass eine Strandaufspülung gar keinen Sinn mache, sagte Wilhelm Chmiela (SPD): „Aber wir müssen dem Ministerium im Förderantrag schon einige konkrete Vorhaben anbieten – da können wir doch nicht alles rausstreichen.“ Das sah letztlich auch die Mehrheit der Gemeindevertreter so – und brachte den abgespeckten Beschluss zur Strandverbreiterung auf den Weg.

Lennart Plottke

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