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Bad Doberan Toilettengang in Kühlungsborn bald nur mit Strichcode?
Mecklenburg Bad Doberan Toilettengang in Kühlungsborn bald nur mit Strichcode?
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15:36 19.06.2019
Die Zimmervermittlung „Zimmer am Meer“ in Kühlungsborn nutzt sowohl das neue Meldesystem als auch neue Kurkarten. Anne Menzel, Assistentin der Geschäftsführung, zeigt einen der Bögen. Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

Noch ist die Kurkarte in Kühlungsborn ganz altmodisch aus Pappe. Aber schon bald soll sie mit Lesegeräten gescannt werden können und viele Vorteile für Urlauber bieten. Der erste Schritt zur elektrischen Kurkarte ist gemacht. „Wir führen gerade ein neues Meldescheinsystem ein, das wesentlich ergiebiger ist als das alte“, sagt Ulrich Langer, Chef der Tourismus, Freizeit und Kultur GmbH (TFK). „Etwa 260 Betriebe im Ort arbeiten bereits damit. Darunter sind auch viele Kleinvermieter“, sagt Juliane Weidner, sie betreut die Einführung des neuen Systems für die Stadt. „Wir haben uns eine Frist bis zum 30. September gesetzt.“ Bis dahin sollen alle umgestiegen sein. Die Rückmeldungen seien bisher positiv. „Wir sind offen für alle Anregungen, die Kommunikation ist sehr gut.“

Das neue System hat das Softwareunternehmen AVS entwickelt. Es ist auf Kundenkartensysteme spezialisiert und betreut nach eigenen Angaben fast 200 Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter sind auch Bad Doberan und Binz auf Rügen. „Deren Erfahrungen haben wir natürlich auch vorab erfragt.“ Wichtig war der Stadt Kühlungsborn, dass Schnittstellen zu vorhandenen Meldesystemen von Hotels und Zimmervermittlungen möglich sind, um diesen zusätzlichen Arbeitsaufwand zu sparen.

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In Echtzeit Gästedaten abrufen

Wohnungsverwalter Reiner Kukeit verwendet das Meldescheinsystem bereits. Der Unternehmer verwaltet knapp 300 Wohnungen und gibt die neuen Kurkarten an die Wohnungsvermieter aus. „Wir übergeben die Daten dann per Schnittstelle direkt an die Stadt“, sagt er. Die könne dann demografische Strukturen erkennen. „In Echtzeit, dafür ist das neue System da“, sagt auch der Tourismuschef. Bisher war das nur im Nachhinein oder durch Befragungen möglich. Das AVS-System gibt auch Auskunft darüber, wie lange ein Gast in Kühlungsborn geblieben ist, ob er in einem Hotel oder einer Ferienwohnung untergebracht war und wo er seine Unterkunft gebucht hat – beispielsweise direkt beim Vermieter oder über eine Zimmervermittlung. „Auch die Zahl der Kinder und Hunde wird erfasst“, sagt Juliane Weidner. Dadurch könnten mit der TFK gezielt Veranstaltungen und Programme geplant werden. „Und wir können kurzfristig sehen, wo es sich konzentriert.“ Wenn Kühlungsborn West ausgebucht sei, könne man interessierte Urlauber eher nach Ost verweisen. „Personenbezogene Daten verarbeiten wir nicht“, sagt Juliane Weidner.

Wer muss zahlen?

Kühlungsborn ist kurtaxpflichtig. Das bedeutet, dass alle Besucher sie zahlen müssen – auch Tagesgäste. Der Grund ist, dass auch sie die Infrastruktur nutzen, die damit finanziert wird. Dazu gehören beispielsweise die öffentlichen Toiletten. Kontrolliert wird allerdings meistens am Strand. Ausgenommen von der Gebühr sind Einheimische. Sie können eine kostenlose Jahreskarte beantragen, die auch für nahe Verwandte gilt. Am Strand akzeptieren die Kontrolleure aber notfalls auch einen Personalausweis.

Unternehmen müssen mitmachen

Wichtig ist aber, die Karte mit Leben zu füllen. „Es gibt jede Menge Ideen und Partner im Kopf.“ Spruchreif sei aber noch nichts. „Wir überlegen, was für den Gast interessant sein könnte und würden dann auf die Anbieter zugehen.“

Bus fahren, Eis essen und auf Toilette gehen?

Eine Idee dafür hat Reiner Kukeit. „Die kostenlose Nutzung der Toiletten sollte nur mit Kurkarte möglich sein.“ Dafür seien natürlich Lesegeräte an den WC-Häuschen erforderlich. Ein weiterer Vorschlag ist, mit der Karte Vergünstigungen beim Busfahren oder Fahrradverleih zu verbinden. Dafür ist jeweils ein geeigneter Scanner erforderlich. Und natürlich ein maschinenlesbarer Code auf der Karte. „Da sind wir noch in der Planungsphase“, sagt Dirk Lahser, Kämmerer der Stadt Kühlungsborn. Für die nötige Infrastruktur hat er pauschal 20 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Es sei aber überhaupt noch nicht abzuschätzen, was für Kosten für Hard- und Software auf die Stadt zukommen. „Wir müssen jetzt erstmal Angebote einholen – für Scanner und dergleichen.“ Wie groß der finanzielle Aufwand sei, hänge auch davon ab, was die Karte alles kann.

Cora Meyer

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