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Bad Doberan Rerik stoppt Ferienwohnungen im Ortskern
Mecklenburg Bad Doberan Rerik stoppt Ferienwohnungen im Ortskern
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16:27 22.07.2019
Im Ortskern des Ostseebades Rerik sollen Ferienwohnungen, Dauerwohnen, Einzelhandel und Gastronomie gemischt sein. Quelle: Manfred Sander
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Rerik

Jetzt ist Schluss: In einem Teil des Ortskerns von Rerik dürfen keine Ferienwohnungen mehr entstehen. Das legt ein neuer Bebauungsplan fest. „Bisher hat es den nur für einzelne Teile des Zentrums gegeben, nicht für den gesamten Ortskern“, sagt Bürgermeister Wolfgang Gulbis. Die Gemeinde hätte aktiv werden müssen, weil der Charakter des Bereichs in Gefahr geraten war. Dieser war laut Bestimmung ursprünglich als Mischgebiet zwischen Wohn- und Ferienhäusern gedacht. Dabei habe es jedoch Probleme gegeben.

Ferienwohnungen gefährden Ortskern

Bisher waren Ferienwohnungen und Ferienhäuser immer wieder zugelassen worden. Deshalb sei inzwischen zu befürchten, das sie den gesamten Ortskern einnehmen könnten. Deshalb zieht das Ostseebad nun die Notbremse.

Die Stadtvertretung hatte bereits 2015 einen Bebauungsplan aufgestellt, um zu erreichen, dass es eine gesunde Mischung aus Dauerwohnen, Ferienvermietung und touristischer Infrastruktur im Ortskern gibt. Davon waren laut Gesetz allerdings bestehende Ferienwohnungen ausgeschlossen. Erst im Jahr 2017 wurde die Baunutzungsverordnung geändert. Damals wurde der Begriff „Ferienwohnung“ erstmals im Baurecht definiert. Die Initiative dazu hatte das Land Mecklenburg-Vorpommern gegeben. In der Folge mussten zahlreiche Städte und Gemeinden ihre Bebauungspläne überprüfen. Dazu gehörte unter anderem das nahe Kühlungsborn.

Bereits bestehende Ferienwohnungen sollen in Rerik erhalten bleiben. „Zulässig ist ein Anteil von 10 bis 20 Prozent Ferienwohnungen an der Bebauung“, sagt der Bürgermeister. Den habe man bereits erfüllt. „Jedenfalls wenn man mal davon ausgeht, dass die Wohnungen, die aus DDR-Zeiten stammen, alle legal errichtet wurden.“

Anwohner fühlten sich gestört

Vor allem im Stadtzentrum sind Ferienwohnungen umstritten. Die Reriker, die hier dauerhaft wohnen, hätten gesagt, es ginge nicht mehr. „Sie fühlten sich gestört, wenn Feriengäste abends um zehn noch den Grill anmachen“, sagt Bürgermeister Gulbis. Das sei natürlich verständlich. „Aber wer Urlaub hat, bleibt nun mal länger auf.“ Diesen Konflikt wolle man verhindern, indem Ferienwohnungen künftig nur noch abseits der Dauerwohngebiete zugelassen werden. „Es gab eine Einwohnerversammlung nach der anderen“, sagt Wolfgang Gulbis. Schließlich habe man sich mit der Gemeinde geeinigt.

Statt im Zentrum sollen neue Ferienwohnungen in Sondergebieten entstehen. „Die gibt es rund um Rerik bereits“, sagt der Bürgermeister. Einen Konflikt zwischen Vermietern und Anwohnern gebe es durch den neuen B-Plan nicht. „Der Bebauungsplan war zwei Jahre in der Diskussion. Für 98 Prozent der Einwohner ist er in Ordnung.“

Erben wollen Wohnungen oft nicht nutzen

In der letzten Zeit waren immer mehr Wohnhäuser in Unterkünfte für Feriengäste umgewandelt worden. „Das ist die Erbengeneration“, sagt Wolfgang Gulbis. Die bisherigen Eigentümer hinterließen die Gebäude ihren Nachkommen – die sie in der Regel meistbietend über einen Makler verkauften. „Und das werden dann meistens Ferienwohnungen.“ Für den Reriker, der etwas für seine Familie sucht, seien die Preise hingegen unerschwinglich. Deshalb soll Ziel des Bebauungsplanes sein, zu verhindern, dass Dauerwohnungen aus dem Ortskern verdrängt werden. Das gilt unter anderem auch für Einzelhandel, Betriebe, Restaurants, sportliche und soziale Einrichtungen. Diese Mischung sei „prägend für die Touristisch geprägten Orte an der Ostseeküste“, heißt es im Entwurf des Bebauungsplanes. Sie müsse erhalten bleiben.

Kontrolle ist schwierig

Sollte doch einmal eine neue Ferienwohnung zugelassen werden dürfen, so wolle man dies im Rathaus öffentlich bekanntgeben. „Und dann entscheidet vermutlich das Los.“

Es sei allerdings schwierig, den Anteil der Ferienwohnungen genau zu kontrollieren. „Dazu müssten wir ein Kataster über den Bestand führen. Und das ist derzeit personell nicht möglich.“

Der Entwurf für den Bebauungsplan liegt noch bis zum 13. August öffentlich aus.

Cora Meyer

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