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Bad Doberan Parkentin: Kita-Träger will Klarheit
Mecklenburg Bad Doberan Parkentin: Kita-Träger will Klarheit
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06:00 04.06.2019
Für die Parkentiner Kita „Wichtelhausen“ steht ein neuer Träger bereit. Jetzt stehen Verhandlungen mit dem Landkreis Rostock an. Quelle: Lennart Plottke
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Parkentin/Bad Doberan

Weil sich die Arbeiterwohlfahrt und der Haus-Eigentümer der Kita „Wichtelhausen“ in Parkentin nicht auf eine Trägerschaft einigen konnten, soll jetzt in Bad Doberan eine Ausweich-Möglichkeit geschaffen werden. Gemeinsam mit dem Landkreis Rostock plant die Awo eine neue Kita am Doberaner Kellerswald. Hier sollen die Räumlichkeiten des früheren Internates genutzt und umgebaut werden – geplant ist, im zweiten Geschoss möglichst bis zum Spätsommer eine Kita mit 45 Plätzen einzurichten.

Doch wirklich glücklich mit dieser Lösung scheinen nicht alle Eltern zu sein. Eine Mutter (Name ist der Redaktion bekannt) erklärt etwa, dass die Kinder innerhalb weniger Monate viermal die Einrichtung wechseln müssten – mit neuen Kindern, teilweise anderen Erziehern, anderen Räumen und anderen Abläufen. Hinzu komme, dass der Weg zur Kita für einige Eltern eine enorme Herausforderung sei. So läge die Kita nicht auf dem Weg zum Arbeitsort, das Verkehrsaufkommen in Bad Doberan sei zu den üblichen Zeiten enorm hoch.

Einige Eltern wollen in Parkentiner Kita bleiben

„Seitens der Eltern wurde versucht, den Mitarbeitern im Jugendamt klarzumachen, dass die schnellstmögliche Eröffnung der Kita ,Wichtelhausen’ äußerste Priorität haben sollte, da die Gemeinde Kita-Plätze braucht und es nicht sein kann, dass den Eltern und Kindern ein Platz in Bad Doberan aufgezwungen wird“, meint die betroffene Mutter. „Es wurde gebeten, das Verfahren als Eilverfahren zu betrachten und die Verwaltungsmühlen schneller arbeiten zu lassen.“

„Das Angebot, mit den Kindern nach Bad Doberan zu wechseln, wurde von den meisten der betroffenen Eltern positiv aufgenommen.“ Michael Fengler, Sprecher Landkreis Rostock Quelle: Margit Wild

Allerdings sei ihr vom Landkreis mitgeteilt worden, „dass der Antrag seitens der GGP als ein ganz normales Verfahren durchgezogen wird, ohne eine gewisse Priorität darin zu sehen. Begründung: Das Jugendamt kann sich nicht unter Druck setzen lassen, da alle Kinder einen Betreuungsplatz haben.“

Auch andere Eltern würden gern in der Parkentiner Kita bleiben und hofften, dass die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) als neuer Träger schnellstmöglich die erforderliche Erlaubnis erhalte, eventuell notwendige Umbauarbeiten zügig durchzuführen – damit die Kita möglichst schon im Sommer wieder öffnen könne.

Das sieht naturgemäß auch der neue Träger so: „Am 5. März beantragten wir zum Weiterbetrieb der Kindertagesstätte ,Wichtelhausen’ in Parkentin eine begleitende Entgeltverhandlung“, heißt es in einer E-Mail an den Landkreis, die der OZ vorliegt. „Seitens des Landrats und des Jugendamtes wurde mehrfach öffentlich betont, wie wichtig und notwendig ein Weiterbetrieb der Kindertagesstätte sei.“

Potenzieller Träger fordert Verhandlungstermin ein

Es sei daher aus Sicht der GGP unverständlich und auch unverantwortlich, warum es bis dato keinen Terminvorschlag gegeben habe, heißt es aus der Geschäftsführung. In diesem Zusammenhang wird eine „zeitnahe Terminkette“ angemahnt, „die zielführend absichert, dass der Weiterbetrieb der Kindertagesstätte ab 1. August 2019 gesichert ist – das heißt, dass der Abschluss der Verhandlungen bis 21. Juni 2019 erfolgen sollte, da das bereitstehende Personal eine Mindestkündigungsfrist von einem Monat hat“.

Der Landkreis habe die Pflicht, den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung umzusetzen, sagt Sprecher Michael Fengler: „Die Verhandlungen des Gebäudeeigentümers der Kita ,Wichtelhausen’ mit potenziellen Mietern haben lange Zeit in Anspruch genommen – zwischenzeitlich hat die Gemeinde die Übergangsräumlichkeiten in Parkentin gekündigt.“

Aus diesem Grund habe das Jugendamt mit der Arbeiterwohlfahrt, die als Träger bereits die Kinder aus der geschlossenen Kita übernommen hatte, nach einer neuen Lösung gesucht, um die Betreuung weiterhin abzusichern, so Fengler: „Diese bot sich in der Gemeinde leider nicht – und das Angebot, mit den Kindern nach Bad Doberan zu wechseln, wurde von den meisten der betroffenen Eltern positiv aufgenommen.“ Mit dieser Lösung würden in der Münsterstadt zugleich weitere Betreuungsplätze für Kinder aus der Stadt entstehen.

Sobald alle notwendigen Unterlagen vorlägen und geprüft seien, werde der Landkreis Rostock mit dem möglichen neuen Träger der Kita „Wichtelhausen“ in Parkentin in die Entgeltverhandlungen eintreten, erklärt Fengler. Termin: offen.

Mehr zum Thema: Kita-Kinder ziehen nach Bad Doberan

Lennart Plottke

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