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Bad Doberan Pferdekoppel mit Historie
Mecklenburg Bad Doberan Pferdekoppel mit Historie
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17:50 13.06.2019
Michaela Zerbel zeigt auf der Pferdekoppel auf den Hügel, wo einst das Gutshaus stand. Quelle: Anke Kisters
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Miekenhagen

Mehrere hundert Meter durch idyllische und ruhige Landschaft endet der Weg am alten Gut. Anita Schulz erinnert sich an die prägnanten Merkmale des abgerissenen Gutshauses: „Das Haus war wunderschön mit Walmdach. Das Kamingartenzimmer war später eine Verkaufsstelle. Im angrenzenden Gartensaal gab es einen Ofen, ganz weiß mit Ornamenten. Die Öfen wurden später alle abgerissen. Es gab zu diesem Haus auch eine Heizung, die metallisch war. Die Metalle mussten abgeliefert werden. Die Öfen dagegen waren nur zur Zierde. Der Ofenbauer wurde bestellt und baute sie ab.“

Auf dem Grundstück wohnt heute die Familie Zerbel, die es in einem heruntergekommenen Zustand kaufte und sanierte. Michaela Zerbel, Tanzpädagogin in Satow, erzählt: „Als wir hierher kamen, fanden wir nur einen Haufen Steine vor. Alles war voller Stroh. Mein Mann und ich wollten unbedingt auf dem Land wohnen. Wir fingen mit nichts an und kauften Teile des Grundstücks nach und nach. Wir lieben diese Natur. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt nur einen Hund. Heute ist es ein Paradies für unsere Tiere, ja beinahe unser kleiner Zoo, der mit der Familie hier wohnt und sich wohlfühlt“.

Ein Leben in Freiheit und Freizügigkeit

Dazu gehören mittlerweile mehrere Pferde, Bienen, Hunde, Katzen, Hühner und vieles andere, alles unter einem Dach auf einem sehr schönen und naturmäßig erhaltenen Grundbesitz. Das ist auch ein Grund, warum Michaela Zerbel gern hierbleiben möchte. Sie ist sich sicher: „Mit den vielen Tieren in der Gesamtheit wird es schwierig, woanders hinzugehen. Ich liebe diese Freizügigkeit. Hier wird fast nie gemäht, und wenn ich Lust habe, zäune ich einen Teil ein – und der Gaul schaut mir in die Küchentür. Ich möchte sagen, wir sind völlig frei in dem, was wir tun, es stört niemanden. Wo hat man das schon. Ich hätte auch keine Lust, meine Pferde auf einen Reiterhof zu stellen, wo jeder mal hinfassen kann. Das kann auf diesen circa 50 000 Quadratmetern, wovon alleine der Park circa 40 000 Quadratmeter einnimmt, nicht so schnell passieren“.

Familie Zerbel bewohnt die alte umgebaute Stellmacherei des ehemaligen Gutes, von dem heute leider nichts mehr zu sehen ist, außer der Wiese, auf dem es stand. Die jetzige Pferdekoppel beherbergt ein Stück Land mit Hügel, auf dem sich das Gutshaus befand, das bereits zu Zeiten der ehemaligen DDR komplett abgerissen wurde. Michaela Zerbel erinnert sich weiter: „Hier fuhr kein Bus. Wenn die Kinder manchmal später Schulschluss hatten, mussten wir überlegen, wie sie nach Hause kommen“. Schritt für Schritt entstand durch harte Arbeit für die Familie eine Infrastruktur in ihrer eigenen Idylle inmitten von Wald und Tieren, abseits von jeglichem Trubel. Für ihre Pferde nutzt Michaela Zerbel auch das Grundstück eines weiteren Dorfbewohners, mit dem sie, wie sie sagt, eine ähnliche Lebensauffassung verbindet.

Großer Zusammenhalt unter Nachbarn

Manchmal bringt sie ihre Pferde zum Grasen auf sein Grundstück, wo die Tiere sehr viel Auslauf haben und sich austoben können. Dieser Nachbar, mehrere Hundert Meter entfernt, ist Peter Gebauer, der Besitzer eines Tiny-Hauses. Er gibt ein Anekdötchen zum Zusammensein in Miekenhagen zum Besten: „Als die Stute von Michaela Zerbel ein Fohlen zur Welt brachte, saßen wir nur wenige Meter vom Geschehen entfernt und konnten zuschauen, ohne die Stute zu stören. Es war Vollmond und wir stießen auf dem Gehöft der Zerbels auf die Geburt des Fohlens an, die wir alle hautnah miterlebten. Wie und wo kann ein Beisammensein schöner sein.“

Lesen Sie zur Dorfserie auch:
Moderne inmitten belassener Natur

Zurück zu den Wurzeln

Anke Kisters

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