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Bad Doberan Wasserspiel und Karussell für den Kamp
Mecklenburg Bad Doberan Wasserspiel und Karussell für den Kamp
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13:23 14.03.2019
Zwischen Weißem und Roten Pavillon auf dem Kamp soll ein Wasserspiel in den Boden gebaut werden. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Ein Wasserspiel, ein kleines Karussell und keine Trampelpfade mehr – so sehen die Pläne für die Umgestaltung des Kamps aus. Der zentrale Platz in Bad Doberan soll attraktiver werden und zum Aufenthalt einladen. Und auch der Palaisgarten gegenüber vor der Kreisverwaltung wird als Verbindung zwischen Klosterareal und Kamp aufgewertet. Der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus sowie der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt haben den Plänen zugestimmt. Diskutiert wurde über das Wasserspiel auf dem Kamp und eine Toilette.

„Der Kamp ist eine historische Anlage, die sich im letzten Jahrhundert kaum verändert hat“, sagt Planer Sebastian Fauck, Garten- und Landschaftsarchitekt aus dem Team der Rehwaldt-Landschaftsarchitekten. Er sei ein Ort besonderer Feste und Aktivitäten. So habe es einen Verkaufsladen gegeben, in dem Heilwasser verkauft wurde, erzählt er. Daraus sei die Idee entstanden, einen Brunnen zu konzipieren. So soll ein Fontänenspiel zwischen Rotem und Weißem Pavillon entstehen aus Motiven, die der Stadt zuzuordnen sind, erläutert Sebastian Fauck.

„Ich stimme dem nicht zu und habe Bedenken“, sagt Wirtschaftsausschussvorsitzende Monika Schneider (Linke). So etwas hätte es nie auf dem Kamp gegeben. Und: „Die Achse zwischen den Pavillons kann dann nicht für andere Nutzungen gebraucht werden. Ich halte diese Form von Wasserspiel an der Stelle für ungeeignet.“

Dem widerspricht Sebastian Fauck. Das Wasserspiel sei in den Boden eingelassen, könne abgestellt werden. „Es gibt keine Nutzungseinschränkung für die Fläche“. Volker Stark, Mitglied im Wirtschaftsausschuss: „Aus touristischer Sicht finde ich das Wasserspiel sehr gut, es zieht Leute an.“

Geordnete Wege und mobile Bühne

„Wir haben vor, ordnend ins Wegesystem einzugreifen. Es gibt viele Verbindungen, auf die man nicht verzichten kann, andere werden zurückgebaut“, erläutert Fauck weiter. Auch eine Bühne ist für den Kamp eingeplant. Sie werde mobil sein. „Die Überdachung lässt sich ausrollen, die Bühne besteht aus einem einfachen Stecksystem.“

An der Südspitze soll es ein Spielangebot geben. Hier befindet sich bereits das Schachbrett, das aufgewertet werden könnte, indem man Figuren aus der Stadtgeschichte nehme. So könnten die Bauern Schwäne sein und der Turm das Münster, schlägt Fauck vor.

Daneben soll ein besonderes Karussell stehen. „Ich habe in historischen Unterlagen gefunden, dass da mal ein Karussell war.“ Die Figuren konnten Esel oder Kühe sein. Damit würde ein Bezug zum Kamp hergestellt, der Viehweide war, bevor er zur Parkanlage umgestaltet wurde. Ein klassischer Spielplatz dürfe aus denkmalpflegerischer Sicht nicht gebaut werden.

Denkmal „Der Melker“ wird versetzt

„Wir brauchen unbedingt eine Spielfläche für Kleinkinder in der Nähe der Gastronomie“, sagt Monika Schneider mit Verweis auf den Weißen Pavillon. „Wir sind nicht in der Pflicht Gastronom zu beglücken“, antwortet Fauck. Das Wasserspiel sei ein Angebot für Kinder.

Das Denkmal „Der Melker“ soll um einige Meter versetzt werden. Quelle: Anja Levien

Die Bänke bleiben auf dem Weg stehen. Historische Banknischen habe es auf dem Kamp nie gegeben. Das Denkmal „Der Melker“, jetzt an der Südspitze, werde aufgrund der neuen Wegeführung leicht versetzt. Künftig soll es wieder möglich sein, den Kamp über die Südspitze zu betreten. Zudem sollen Blumen gepflanzt werden.

Wie viel die Umgestaltung kostet, steht noch nicht fest. „Die Kostenberechnung folgt noch“, sagt Fauck. Über die Städtebauförderung soll es einen Zuschuss geben. Der Antrag dafür werde jetzt erarbeitet, so Bauamtsleiter Norbert Sass. Ziel sei es, im Oktober mit der Maßnahme zu beginnen.

Öffentliche Toilette nicht geplant

„Ein Toilettenhäuschen fehlt mir. Wir haben hier Veranstaltungen und bieten jetzt noch mehr Spielmöglichkeiten an. Die Stadtverwaltung hat nicht immer geöffnet. Wenn wir den Platz aufwerten, kommen auch mehr Leute“, sagt Gerlinde Heimann. Sebastian Fauck verweist in diesem Zusammenhang auf die „nette Toilette“, bei der Kommunen sich mit Gastronomen einigen. „Das hat viele Synergieeffekte und so generieren sie auch keine Schandflecke“, sagt Fauck in Bezug auf öffentliche Toiletten, die mancherorts auch verwahrlosen. Norbert Sass ergänzt: „Weitere Hochbauten wird es auf dem Kamp nicht geben, sagt die Denkmalpflege.“

Klosterpforte im Palaisgarten wird sichtbarer

Weniger diskutiert wurden die Pläne für den Palaisgarten. Auch hier werden Wege geordnet, klare Abgrenzungen zum Rasen geschaffen. Die Klosterpforte als Verbindung zum Klosterareal soll besser sichtbar werden.

Der Palaisgarten in Bad Doberan soll aufgewertet werden. Quelle: Anja Levien

Neben den weißen Bänken soll es auch eine Sitzmöglichkeit für junge Leute geben – bunt und modern im Kontrast zum Denkmal, erläutert Planer Thomas Henschel vom gleichnamigen Landschaftsarchitekturbüro. Die Gesamtkosten betragen etwa 582517 Euro. Laut Norbert Sass werde die Umgestaltung zu 75 Prozent über das Efre-Förderprogramm finanziert. Der Antrag für das Landesförderinstitut werde gerade überarbeitet. Die Eigenmittel der Stadt müssen noch im Nachtragshaushalt genehmigt werden.

Anja Levien

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