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Politik Bürgermeister lehnt Kita-Gebühren ab – und sorgt für Eklat
Mecklenburg Bad Doberan Politik Bürgermeister lehnt Kita-Gebühren ab – und sorgt für Eklat
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12:04 22.02.2016
Die Kita „Wichtelstube“ in Rethwisch: Geht es nach Bürgermeister Horst Hagemeister, sollte der Aufenthalt für die Jüngsten hier kostenfrei sein. Quelle: Lennart Plottke
Rethwisch

Eigentlich sollte es nur ein routinemäßiger Verwaltungsakt sein: Die Gemeindevertreter von Börgerende-Rethwisch gaben auf ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich grünes Licht für eine 50-prozentige Beteiligung an den Gesamtplatzkosten der Kita „Wichtelstube“. Allerdings votierten auch zwei Abgeordnete dagegen – und zwar ausgerechnet Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos) sowie sein Stellvertreter Klaus Bergmann (UW).

„Offenbar hat Deutschland ja genügend Geld für ausländische Kinder“, erklärte Hagemeister seine ablehnende Haltung. „Deshalb möchte ich, dass sich das Land und der Kreis für einen kostenfreien Kita-Aufenthalt stark machen.“ Dies könne auch ein Anreiz für junge Leute sein, wieder mehr Kinder zu bekommen, meint Hagemeister: „Dann müssten wir den Begriff ,demografischer Wandel' gar nicht mehr in den Mund nehmen.“

Eine Aussage, über die Helfried Roubicek (FDP) nur den Kopf schütteln kann: „Ich finde diese zum Teil doch recht extremen Äußerungen schon grenzwertig“, machte der Gemeindevertreter deutlich. „Auch mit Blick auf die aktuelle Lage der Kommunen.“ Er sehe überhaupt keinen Grund, von der jahrelang bewährten Praxis abzuweichen, so lange die Zuschüsse in einer vernünftigen, vertretbaren Größenordnung gewährt werden, so Roubicek: „Und das ist doch hier der Fall – wir können die Eltern nicht komplett aus der Verantwortung entlassen.“

Im Übrigen gehe es in dieser Frage auch nicht um persönliche Auffassungen, sondern um Mittel der Gemeinde.

Bereits im vergangenen Jahr sorgte Hagemeister für einen Eklat, als er sagte: „Ich will in meiner Gemeinde keine Flüchtlinge haben.“



Lennart Plottke