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Politik Hilfe für Flüchtlinge: Nienhagen will Pensionen anbieten
Mecklenburg Bad Doberan Politik Hilfe für Flüchtlinge: Nienhagen will Pensionen anbieten
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00:00 07.10.2015
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Nienhagen

2050 Flüchtlinge wurden im Landkreis Rostock bislang untergebracht — und bis zum Jahresende werden etwa weitere 1250 Menschen erwartet. „Zu Beginn des Jahres haben wir mit insgesamt 800 Flüchtlingen gerechnet“, macht Landrat Sebastian Constien (SPD) deutlich. „Da sind wir in den vergangenen Wochen alle ein bisschen überrollt worden.“ Aktuell kämen wöchentlich rund 250 Asylsuchende im Landkreis an, so Constien.

Derzeit stehen hier für die Flüchtlinge fünf Gemeinschaftseinrichtungen, gut 400 Wohnungen und vier Notunterkünfte zur Verfügung — unter anderem auch in Bad Doberan und Kägsdorf.

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Um alternative Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, nimmt der Landkreis jetzt verstärkt auch die Gemeinden in die Pflicht. Bei einem Treffen zwischen Constien und einigen Bürgermeistern der Region seien hierfür nun auch Pensionen ins Gespräch gebracht worden, erklärt Uwe Kahl (CDU), Gemeindeoberhaupt im Ostseebad Nienhagen.

„Auch wir bleiben von der Flüchtlingsproblematik nicht verschont“, sagt Kahl und macht deutlich: „Der Landrat kann selbstverständlich auch unserer Gemeinde Flüchtlinge zuweisen.“ Deshalb appelliert Kahl an die hiesigen Pensions- und Ferienwohnungsbesitzer: „Eine Pension aus unserem Ort hat sich schon bei der entsprechenden Koordinierungsgruppe des Landkreises gemeldet — ich möchte weitere Einwohner anregen, das ebenfalls zu tun.“

Ein Vorteil: „In den Pensionen und Ferienwohnungen sind bereits komplette Ausstattungen vorhanden“, erklärt Kahl. Besteck, Geschirr, Bettwäsche — „darum müssten sich die Helfer nicht mehr kümmern“.

Landrat Constien habe angeboten, die Menschen vor Ort über konkrete Maßnahmen zu informieren, um Verständnis zu werben und aufzuklären, sagt Nienhagens Bürgermeister.

Um die Hilfe auch im Ostseebad geordnet zu koordinieren, will sich der Sozialausschuss auf seiner Sitzung am kommenden Dienstag mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigen, kündigt der Vorsitzende Peter Zemelka an. Los geht es im Nienhäger Freizeitzentrum um 19 Uhr.



Lennart Plottke