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Bad Doberan Schnökern, schnacken, schnabulieren
Mecklenburg Bad Doberan Schnökern, schnacken, schnabulieren
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12:40 10.06.2019
Haustürflohmarkt bei Angela Möbius mit Carola Stammann und Erika Hoffmann (v.l.). Quelle: Thomas Hoppe
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Neubukow

„Oh, meine Fahne kommt aber richtig gut“, freut sich Kerstin Neumann aus Kröpelin an der Reriker Straße von Neubukow. Vor ihrem Elternhaus hat an diesem Sonnabend ein erster Haustürflohmarkt geöffnet – so, wie an vierzehn anderen Ständen in der Schliemannstadt.

Die buntkarierte Neumann-Flagge lockt die nächsten Kunden an: zum Schnökern, Schnacken, Schnabulieren. Es gibt alles Mögliche, auch eine komplette Motorradkombi mit Helm, eine unbenutzte E-Zigarette, Nippes, Bekleidung und Porzellan... An einer Zwiebelmusterdose bleibt ein älterer Herr aus der Nachbarschaft hängen: „Da gibt es bestimmt bei ,Bares für Rares’ noch was“, denkt der kluge Mann voraus. Gerade sollen Urlauber hier gewesen sein, die auf ihrem Rückweg nach Hause noch einen starken Kaffee und frischen Sägespänekuchen genossen. Die zweite Tochter des Hauses verrät derweil, dass sie nicht gedacht hätte, dass das alles so gut angenommen würde: „Die Leute sind hier wirklich unterwegs“.

„Ich hätte nicht gedacht, dass das alles so gut angenommen wird“

„Eine gute Idee – nicht auf dem Marktplatz, sondern lass’ sie doch durch die Stadt laufen“, meint Hausherrin Karin Neumann zu diesem außergewöhnlichen Handelstag. Den bunten Plan mit den temporären Verkaufsständen gibt sie mit auf den Weg.

Zwei Anlaufpunkte in der Kröpeliner Straße machen bereits von Weitem durch bunte Luftballons auf sich aufmerksam. Die wirken hin und wieder sogar verkehrsberuhigend, wenn Urlauber fix aus dem Auto erfassen wollen, was hier abgeht. Während bei Softeis-Mai zum Beispiel auch drei verkleinerte chinesische Terrakotta-Soldaten über zwei alte Segelclipper wachen, findet sich gegenüber bei Matthias Siegl allerhand zum Angeln. Mittendrin wechselt gerade für fünf Euro eine FDJ-Bluse die Besitzer, ein 16-jähriger Enkel aus dem Umland soll „ganz verrückt nach DDR-Zeug“ sein, heißt es.

Martin Mai: „Das ist ja auch für die Hanse-Tour Sonnenschein, die Standgebühren gehen an die Kinder.“ Quelle: Thomas Hoppe

Martin Mai beteiligt sich gern an diesem Marktgeschehen: „Das ist ja auch für die Hanse-Tour Sonnenschein, die Standgebühren gehen an die Kinder“, betont der Mann, der in der Stadt zudem für sein jahrelanges Engagement bei „Weihnachten im Schuhkarton“ bekannt ist. Man schenke sich beim ihn zum Fest nichts gegenseitig, sondern helfe lieber anderen.

„Kinder retten die Welt“ steht auf der Visitenkarte von Sabine Rahming ein paar Häuser weiter. Auch sie verweist auf die Hanse-Tour, die am 22. Juni in Neubukow Station machen wird und darauf, dass sie Leuten gern was Gute tue.

Ihr besonderes Angebot ist ein Nahrungsergänzungspulver, das ordentlich Traubenzucker enthält. Die süßen Extras werden in der Amtsstraße vor dem Haus der Familie Blödorn sogar ausgerufen: „Frische Süßigkeiten für einen Euro!“ Die junge Verkäuferin hat sie nach Ostern von einer Türkei-Reise mit ihren Eltern mitgebracht. Nachbarin Frau Brüsehaver hat dafür neben praktischem Geschirr und einer Kaffeemaschine auch einen Smoothie-Maker rausgestellt.

„Frisches Kunsthandwerk“ lässt sich in der Keneser Straße finden. Hier gibt es kleine mit Fischernetzteilen von Hiddensee umspannte Schmuckkränze, die Strandgutteilchen tragen, mit Bernstein gekrönte Donnerkeile, aus Goldregenholz geschliffene Halskettenanhänger und Metallfische. Alles geschaffen von Dirk Lübcke.

„Wir lernten welche kennen, die schon seit fünf Jahren hier wohnen“

Auch die beiden Initiatoren des Ganzen, Michael Mundt und Angela Möbius, bieten vor ihren Häusern reichhaltige Angebote. „Ich finde es auch praktisch, dass wir unsere Sachen von da nach hier packen konnten – man muss nicht früh aufstehen, um den besten Platz zu bekommen und vielleicht noch weit fahren. Und dann das Persönliche: Wir haben jetzt welche kennengelernt, die wohnen schon seit fünf Jahren in Neubukow und man hat sie noch nie gesehen. Viele kommen auch aus Bad Doberan“, freut sich der Chef von „Mundtpropaganda“, der auch mit seinem Geschäft vom Markt in den Waldweg gezogen ist. Wie er ankündigt, erklärten bereits zwei Marktteilnehmer, dass sie auch ihre Einnahmen für das Hanse-Tour-Konto spenden wollen und zwei weitere Neubukower wollen auch so etwas für diesen guten Zweck einzahlen.

Die Schliemannstädter seien durch den ersten Reriker Gartenflohmarkt im Frühjahr auf ihre Marktvariante gekommen, erzählt Angela Möbius: „Michael und ich haben uns getroffen und das zusammen ausgekaspert. Er hat die meiste Initiative gezeigt und hat die ganzen Entwürfe und Flyer gemacht. Ich bin rumgegangen und habe die Leute gefragt – wir hatten viel Spaß dabei und planen auch schon für den nächsten Markt im Herbst, mit Pflanzen und was Halloween so angeht“.

Dann gibt es sozusagen auf das Gelingen einen Schluck selbstgekelterten Hagebuttenwein (16 %) von der Schwester – aus einer Flasche mit handcoloriertem Etikett.

Diese Premiere des Neubukower Haustürflohmarkts scheint gelungen. Die Urteile vieler Teilnehmer sind durchweg positiv. Im Herbst soll es eine Fortsetzung geben.

Thomas Hoppe

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